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18. September 2026 · 10 Min. Lesezeit

Fette Schläge vermeiden: warum fett, dünn und getoppt am Tiefpunkt entstehen, was der Socket ist und welche Zahlen es zeigen

Fett, dünn und getoppt sind derselbe Fehler in drei Höhen: Der tiefste Punkt des Schwungs liegt am falschen Ort. Der Socket ist etwas anderes, ein Treffer mit der Ferse. Der Launch Monitor zeigt beides, wenn du weisst, welche Zahl du lesen musst.

Fette Schläge vermeiden: warum fett, dünn und getoppt am Tiefpunkt entstehen, was der Socket ist und welche Zahlen es zeigen — Beitragsbild

Der Schläger trifft den Boden eine Handbreit hinter dem Ball, und der Rasen fliegt weiter als der Ball. Beim nächsten Schlag das Gegenteil: Der Ball kommt flach von der Kante, viel zu lang, und rollt über das Grün. Wer fette Schläge vermeiden will, bekommt oft dünne dazu, und das ist kein Zufall. Beide haben dieselbe Ursache. Der Socket hat eine andere. Der Launch Monitor im Simulator zeigt alle vier Fehler, aber nicht unter ihrem Namen. Er zeigt Zahlen. Hier steht, welche.

Der Tiefpunkt: eine Ursache für drei Fehler

Der Schlägerkopf bewegt sich auf einem Bogen, und dieser Bogen hat irgendwo seinen tiefsten Punkt. Mit dem Eisen soll der Ball vor diesem Punkt getroffen werden: erst der Ball, dann der Boden. TrackMan nennt diese Grösse Low Point und zeigt sie als vor oder nach dem Treffmoment. Sie ist eine andere Art, den Attack Angle zu beschreiben: Bei negativem Anstellwinkel kommt der Schlägerkopf im Treffmoment von oben, und der tiefste Punkt liegt nach dem Ball, in Richtung Ziel. Bei positivem liegt er vor dem Ball (TrackMan, Low Point).

Der Attack Angle ist die Auf- oder Abwärtsbewegung des Schlägerkopfs im Moment der grössten Kompression des Balls. Auf der PGA Tour liegt er mit dem 6er-Eisen im Schnitt bei minus 3.7 Grad, auf der LPGA Tour bei minus 2.3 Grad (TrackMan, Attack Angle). Die guten Spieler schlagen mit dem Eisen also nach unten, ein paar Grad, nicht mehr. Von hier aus sind fett, dünn und getoppt einfach zu verstehen. Liegt der tiefste Punkt vor dem Ball, trifft der Schläger den Boden zuerst: fett. Ist der Schläger schon wieder unterwegs nach oben, oder ist der ganze Bogen zu hoch, trifft die Kante den Ball in der Mitte: dünn. Ist der Bogen noch höher, trifft die Kante die obere Hälfte: getoppt. Drei Fehler, die von aussen verschieden aussehen. Am Bildschirm ist es eine Zahl, die am falschen Ort steht.

Fette Schläge vermeiden: der Boden vor dem Ball

Der fette Schlag kostet Distanz, weil der Boden dem Schlägerkopf Tempo nimmt, bevor der Ball etwas davon bekommt. Der Ball fliegt kurz. Im Simulator siehst du ihn an zwei Stellen. Ballgeschwindigkeit und Carry fallen gegenüber deinen sauberen Schlägen mit demselben Eisen ab. Und der Low Point steht vor dem Ball, wo er mit dem Eisen nicht hingehört. Ein einzelner Schlag sagt wenig. Zehn mit demselben Eisen zeigen, ob der Tiefpunkt regelmässig zu früh kommt.

Warum der tiefste Punkt zu früh kommt, ist bei jedem Spieler etwas anders. Clive Tucker, PGA-Pro und einer der Top-50-Coaches von Golf Monthly, nennt zwei häufige Gründe. Der Spieler bewegt sich im Rückschwung vom Ball weg und kommt in der Abwärtsbewegung nicht zurück, also trifft er den Boden hinter dem Ball. Oder er löst den Schläger zu früh: Arme und Ellbogen strecken sich zu schnell, und der Bogen ist hinter dem Ball am tiefsten (Golf Monthly).

Dünn und getoppt: der Ball auf der Kante

Der dünne Schlag fühlt sich hart an und fliegt flach. Die Vorderkante des Schlägers trifft den Ball in der Mitte statt darunter, und weil kaum Loft im Spiel ist, geht er oft zu weit. Der getoppte Schlag ist dieselbe Bewegung ein paar Millimeter höher: Die Kante trifft die obere Hälfte, der Ball springt in den Boden und rollt. Auf dem Bildschirm steht ein tiefer Launch Angle und ein Ball, der kaum steigt.

Zwei Ursachen nennt Clive Tucker für den dünnen Schlag. Die erste ist die Ballposition: Liegt der Ball zu weit vorne, auf Höhe des linken Rists, kommt der Körper in der Abwärtsbewegung nicht weit genug nach vorne, und der Schläger erreicht den Boden unter dem Ball nicht. Die zweite ist das Aufrichten: Das Becken geht in der Abwärtsbewegung zum Ball, der Spieler gewinnt an Höhe, und der Radius des Schwungs reicht nicht mehr bis zum Ball (Golf Monthly).

Der getoppte Schlag hat oft noch einen dritten Grund: den Versuch, den Ball in die Luft zu heben. Wer unter den Ball will, lehnt sich zurück, und genau das führt laut Tucker zu getoppten und dünnen Schlägen. Die Zahlen von TrackMan sagen, warum das Heben nicht nötig ist. Der Dynamic Loft ist der Loft der Schlagfläche im Treffmoment. Der Coach Christoph Bausek nennt ihn auf der Seite von TrackMan den Hauptfaktor dafür, dass der Ball in die Luft steigt. Auf der PGA Tour liegt er mit dem 6er-Eisen bei 20.2 Grad, und das bei einem Attack Angle von minus 3.7 Grad: Die Spieler schlagen nach unten, und der Ball steigt trotzdem, weil die Fläche den Loft hat (TrackMan, Dynamic Loft).

Socket: die Ferse, nicht die Schlagfläche

Der Socket ist ein anderer Fehler. Auf Englisch heisst er Shank. Der Ball wird nicht mit der Schlagfläche getroffen, sondern mit dem Hosel, dem Hals, in dem der Schaft im Schlägerkopf steckt. Er schiesst für Rechtshänder flach und hart nach rechts weg. Mit dem Tiefpunkt hat das nichts zu tun, und mit der Richtung der Schlagfläche auch nicht. Die Tipps gegen den Slice helfen deshalb nicht. Der Schlägerkopf kommt zu weit aussen am Ball an. Die Ferse liegt nur wenige Zentimeter neben der Mitte der Fläche. Beim Chippen ist es derselbe Fehler aus kürzerer Distanz. Am Bildschirm ist der Socket schwer zu erkennen, wenn das Gerät nur den Ball und die Bewegung des Schlägerkopfs misst. Ballgeschwindigkeit tief, Startrichtung weit rechts, wenig Höhe: Das könnte auch eine offene Fläche sein. Eindeutig wird er erst mit dem Treffpunkt auf der Schlagfläche, und dafür braucht es eine Kamera.

Was Radar zeigt und was nur die Kamera zeigt

Ein Radar verfolgt den Ball und den Schlägerkopf: Geschwindigkeit, Attack Angle, Club Path, Dynamic Loft. Wo auf der Fläche der Ball war, sieht es allein nicht. Dafür braucht es ein Bild. Foresight Sports führt beim GCQuad, der mit vier Kameras arbeitet, die Impact Location unter den Schlägerdaten (Foresight Sports, GCQuad). TrackMan 4 hat neben den zwei Radareinheiten eine Kamera eingebaut und erfasst den Treffpunkt auf der Schlagfläche nach eigener Angabe ohne Markierungen auf dem Schläger (TrackMan, Two Radars, One Camera). Wie die Systeme grundsätzlich messen, steht in Radar oder Kamera.

Für die Buchung heisst das: Wer den Socket sehen will, fragt die Anlage, ob das Gerät in der Bay den Treffpunkt zeigt. In der Schweiz nennen 83 Anlagen TrackMan als System, 7 Foresight Sports und 4 Uneekor, dessen Deckengeräte Ball und Schläger mit Kameras von oben filmen (Verzeichnis, Stand 18. September 2026). Die Standorte stehen auf den Seiten zu TrackMan, Foresight und Uneekor.

Übungen gegen fett und dünn, aus dem Coaching

Übungen sind Meinung, nicht Messung. Die folgenden stammen aus dem Artikel von Clive Tucker in Golf Monthly, und sie passen zu den Ursachen oben. Ob eine bei dir wirkt, sagt dir der Bildschirm nach zehn Bällen.

  • Fett, die Schatten-Übung. Stell dich so hin, dass dein Schatten vor dir liegt. Leg einen Ball auf den Kopf des Schattens und einen auf sein Becken. Der Ball am Kopf soll während des ganzen Schwungs im Schatten bleiben, der am Becken darf sich in der Abwärtsbewegung einige Zentimeter Richtung Ziel bewegen. Verlässt der Kopf den Ball, bewegst du dich vom Ball weg.
  • Fett, zu frühes Lösen. Die Brust bleibt über dem Ball, aber offener. Der rechte Ellbogen streckt sich dann später, und der Schläger trifft den Boden erst nach dem Ball. Tuckers Zielbild: Hüften und Schultern im Treffmoment 30 bis 40 Grad offen.
  • Dünn, die Schirm-Übung. Steck einen Schirm etwa drei Inch, rund acht Zentimeter, neben deiner linken Gesässhälfte in den Boden, in der Ansprechposition. In der Abwärtsbewegung bewegst du das Gesäss auf den Schirm zu.
  • Dünn, die Ballposition. Zwei Ballbreiten innerhalb der linken Ferse, für jedes Eisen gleich. Liegt der Ball beim Driver an der linken Ferse, gehört er mit dem Eisen eine Ballbreite zurück.
  • Getoppt. Nicht unter den Ball wollen. Wer sich zurücklehnt, um ihn zu heben, toppt ihn. Der Loft der Fläche bringt ihn in die Luft, der Schlag geht nach unten.

Für den Socket gibt es viele Übungen, und die richtige hängt davon ab, warum die Ferse zuerst ankommt. Das ist der Fehler, für den sich eine Stunde mit dem Pro vor dem Impact-Bild lohnt. 95 der 126 Anlagen im Verzeichnis bieten Coaching an.

Mehr dazu: Die Ansprechposition im Golf und Golfschwung für Anfänger, Golf Hanglage.

Die Reihenfolge: erst Kontakt, dann Richtung

Face Angle und Club Path sind erst lesbar, wenn der Ball aus der Mitte kommt. Ein Socket startet rechts, auch wenn die Fläche am Ziel war, und ein fetter Schlag kurvt, wie es der Rasen will. Darum kommt der Kontakt vor der Richtung. Erst wenn Low Point und Treffpunkt bei zehn Bällen in Folge stimmen, lohnt es sich, den Slice anzuschauen. Wie das geht, steht in Slice korrigieren mit Zahlen, und was die übrigen Zahlen bedeuten, in Launch-Monitor-Zahlen verstehen.

Der nächste Schritt ist eine Stunde in einer Bay mit Schlägerdaten. Schlag zwanzig Bälle mit dem 7er-Eisen und schau nur auf zwei Spalten: Attack Angle und Low Point. Steht der Tiefpunkt bei den schlechten Schlägen vor dem Ball, weisst du, woran du arbeitest, und die Übungen oben haben ein Ziel. Die Anlagen mit Coaching stehen auf der Trainingsseite. 80 der 110 Indoor-Anlagen publizieren einen Stundenpreis, im Median CHF 50 pro Bay (Standortliste).

Häufige Fragen

Warum treffe ich den Ball fett?

Weil der tiefste Punkt deines Schwungbogens vor dem Ball liegt und der Schläger den Boden zuerst trifft. Auf der PGA Tour kommt das 6er-Eisen laut TrackMan mit minus 3.7 Grad Attack Angle an, der Tiefpunkt liegt also nach dem Ball. Häufige Gründe laut Clive Tucker in Golf Monthly: Der Körper bewegt sich im Rückschwung vom Ball weg und kommt nicht zurück, oder der Schläger wird zu früh gelöst.

Was ist ein Socket beim Golf?

Ein Treffer mit dem Hosel, dem Hals des Schlägers, statt mit der Schlagfläche. Auf Englisch heisst er Shank. Der Ball schiesst für Rechtshänder flach nach rechts weg, und mit dem Tiefpunkt oder der Richtung der Schlagfläche hat der Fehler nichts zu tun.

Zeigt jeder Golfsimulator, wo ich den Ball auf der Schlagfläche treffe?

Nein, ein Radar allein misst Ball und Schlägerkopf, den Treffpunkt liefert eine Kamera. Foresight Sports führt ihn beim GCQuad unter den Schlägerdaten, TrackMan 4 erfasst ihn mit seiner eingebauten Kamera. In der Schweiz nennen 83 Anlagen TrackMan als System und 7 Foresight Sports, und ob das Modell in der Bay den Treffpunkt zeigt, sagt dir die Anlage.

Was ist der Low Point und warum zählt er?

Der tiefste Punkt des Schwungbogens. Mit dem Eisen soll er nach dem Ball liegen, Richtung Ziel: erst der Ball, dann der Boden. Liegt er davor, wird der Schlag fett. TrackMan zeigt ihn als eigene Grösse; er ist eine andere Art, den Attack Angle zu lesen.

Warum helfen Slice-Tipps gegen den Socket nicht?

Weil der Socket kein Richtungsfehler der Schlagfläche ist. Der Ball trifft das Hosel, den Hals des Schlägers, und schiesst flach nach rechts, auch wenn die Fläche am Ziel stand. Ursache ist ein Schlägerkopf, der zu weit aussen ankommt. Zuerst gehört der Kontakt in Ordnung, dann die Richtung.

Quellen