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2. Oktober 2026 · 9 Min. Lesezeit

Golf Hanglage: Ball über und unter den Füssen, bergauf und bergab richtig spielen

Am Hang fliegt der Ball nicht, wohin du zielst. Hier steht, was bei Ball über und unter den Füssen, bergauf und bergab gilt, mit Quellen und einer Messung aus einer Studie.

Golf Hanglage: Ball über und unter den Füssen, bergauf und bergab richtig spielen — Beitragsbild

Am Hang fliegt der Ball nicht dorthin, wohin du zielst. Für Rechtshänder gilt: Mit dem Ball über den Füssen zieht er nach links, mit dem Ball unter den Füssen startet er nach rechts, bergauf fliegt er höher und du brauchst mehr Schläger, bergab fliegt er flacher. Du gleichst das mit Ausrichtung, Schlägerwahl, Ballposition und einem ruhigeren Schwung aus. Ich habe dafür am 2. Oktober 2026 Artikel von Gary Weir, Top 100 Teacher bei golf.com und von PGA Professionals auf Golf Post gelesen, dazu zwei Studien und die Unterlage der PGA Deutschland. Alle Angaben gelten für Rechtshänder, Linkshänder spiegeln sie.

Welche Lage ist welche?

Die Begriffe sind ein Stolperstein. «Ball über den Füssen» heisst, dass du unter dem Ball stehst. Golf Post nennt das «unter dem Ball». Der PGA Professional Steffen Bents sagt «über dem Ball stehend», wenn der Ball deutlich tiefer als die Füsse liegt. Die Tabelle ordnet die Wörter:

Der Ball liegtSo heisst es oftTendenz für Rechtshänder
Höher als die FüsseUnter dem Ball stehenHook nach links
Tiefer als die FüsseÜber dem Ball stehenSlice nach rechts

Die vier Lagen im Überblick

Die Tabelle sammelt, was Golf Post (Hanna Baum-Proske), golf.com (Gary Weir) und Bents sagen. Es sind Richtwerte, keine Naturgesetze, und die Quellen sind nicht in jedem Punkt gleicher Meinung.

LageBallflugSchlägerAusrichtungBallposition
Ball über den FüssenZieht nach links (Golf Post, golf.com)Kürzer greifen, ein bis zwei Schläger mehr (golf.com)Etwas rechts vom Ziel (Golf Post, golf.com)Rechts der Mitte (Golf Post)
Ball unter den FüssenStartet rechts und dreht weiter nach rechts (Bents)Am Ende des Griffs fassen (golf.com)Links vom Ziel (Golf Post, golf.com, Bents)Mittig bis links (Golf Post)
BergaufHöher (Golf Post, golf.com)Mehr Schläger, weniger Loft (Golf Post, golf.com)Mehr rechts vom Ziel (Golf Post)Mittig bis links, etwas weiter vorn (Golf Post, golf.com)
BergabFlacher, läuft mehr aus (Golf Post, golf.com)Kürzerer Schläger mit mehr Loft (Golf Post)Mehr links vom Ziel (Golf Post)Mittig bis rechts (Golf Post, Bents)

Warum der Ball seitlich wegfliegt

Am Hang verändert sich der Lie, der Winkel zwischen Schaft und Boden. Die PGA Deutschland beschreibt die Regel dahinter: Verringert sich der dynamische Lie und kommt die Spitze des Schlägers in die Luft, zeigt die Schlagfläche im Raum mehr nach links. Erhöht er sich, zeigt sie mehr nach rechts. Lukas von Birdietrain erklärt es für den Ball über den Füssen so: Der Schläger liegt schräger zum Körper, die Schlagfläche zeigt dadurch mehr nach links, und der Effekt ist mit kürzeren Schlägern besonders stark.

Gary Weir nennt einen zweiten Grund: Wegen der Lage und der aufrechteren Haltung schwingst du flacher, und der Ball neigt zum Draw. Er warnt aber davor, so weit rechts zu zielen, dass ein gerader Schlag dich in Schwierigkeiten bringt, denn der Ball zieht nicht immer. Wie Draw und Fade überhaupt entstehen, steht in Draw, Fade, Hook und Slice.

Ball über und unter den Füssen

Mit dem Ball über den Füssen stehst du aufrechter. Weir rät, den Griff fast bis zum Metall hinunter zu fassen und wegen des kürzeren Schlägers ein bis zwei Schläger mehr zu nehmen. Das Gewicht gehört auf die Fussballen, und du lehnst dich in den Hang. Golf Post nennt zusätzlich die Fussspitzen nach aussen und den Körperwinkel während des Schwungs zu halten.

Mit dem Ball unter den Füssen ist es nach Weir die schwierigste Lage für Spieler mit mittlerem und hohem Handicap. Du gehst tief in die Knie und lässt das Gewicht bis zum Finish in den Fersen. Bents nennt den getoppten oder dünnen Kontakt als häufigsten Fehlschlag und empfiehlt einen breiteren Stand, mit den Füssen in der Schneepflug-Position wie beim Bremsen auf Ski. Golf Post rät zu mehr Oberkörpervorneigung, dem Gewicht nach hinten und den Fussspitzen nach innen. Den normalen Stand zeigt Ansprechposition im Golf.

Bergauf und bergab

Bergauf ist laut Weir die leichteste der vier Lagen, solange kein Gegenwind weht, denn du hast eine natürliche Startrampe. Er rät: die Schultern parallel zum Hang kippen, den Ball etwas weiter vorn spielen, das Gewicht auf den Bergab-Fuss legen und mehr Schläger nehmen. Golf Post nennt einen längeren Schläger mit weniger Loft, die Ausrichtung mehr rechts und den Bergfuss zurückgesetzt.

Bergab stehst du mit dem Ball auf gleicher Höhe. Weir rät, die Schultern mit dem Hang zu neigen und das Gewicht über das vordere Bein zu legen. Wenn du dich richtig mit dem Hang neigst, rutscht die Ballposition effektiv von der Mitte nach Mitte hinten. Das nimmt Loft weg, der Schlag startet tief und läuft weiter. Golf Post rät deshalb zu einem kürzeren Schläger mit mehr Loft, was zu Weirs Beobachtung passt, und zu einer Ausrichtung mehr links. Bents erwartet eine flachere Flugbahn und stellt den Ball rechts der Mitte.

Welche Lage liegt dir? Dein Eintreffwinkel

Bents schreibt, der Ball unter den Füssen und bergab kämen Spielern mit einem steileren Eintreffwinkel entgegen. Spieler mit einem flacheren Eintreffwinkel hätten mit diesen Lagen häufiger Probleme. Die PGA Deutschland nennt einen Eintreffwinkel steil, wenn der Schläger von oben an den Ball kommt, zum Beispiel mit minus 5 Grad, und flach, wenn er von unten kommt, zum Beispiel mit plus 2 Grad. Zeigt dein Launch Monitor den Eintreffwinkel, weisst du, zu welcher Gruppe du gehörst. Wer flach schwingt, übt bergab und mit dem Ball unter den Füssen mehr. Wie der tiefste Punkt des Schwungs zu fetten und dünnen Schlägen führt, steht in Fette und dünne Schläge vermeiden.

Wie viel Länge kostet ein Hang?

Messungen dazu sind selten. Eine Studie in Int J Environ Res Public Health (Li und Kollegen, 2023) liess 8 männliche Freizeitgolfer mit Handicap 16 bis 21 je fünf Schläge mit dem Eisen 7 auf ebenem Boden und auf Hängen von plus und minus 10 Grad spielen, in ein Netz im Abstand von 3 m. Die Mittelwerte:

Lage des BallsBallgeschwindigkeitCarry
Auf Fusshöhe (0 Grad)103,24 mph141,26 yards (129 m)
Unter den Füssen (10 Grad)97,49 mph131,18 yards (120 m)
Über den Füssen (10 Grad)92,99 mph123,35 yards (113 m)

Gegenüber dem ebenen Boden waren die Unterschiede bei beiden Hängen statistisch gesichert, zwischen den beiden Hängen nicht. Zwischen ebenem Boden und dem Ball über den Füssen liegen im Mittel 17,91 yards, rund 16 m oder 12,7 %. Eine zweite Studie mit 6 Golfern (Technology and Health Care, 2023) fand im Gesamtvergleich keine gesicherten Unterschiede bei Schwunggeschwindigkeit, Ballgeschwindigkeit, Carry und Smash-Faktor. Die Autoren der ersten Studie nennen die kleine Teilnehmerzahl selbst als Schwäche. Nimm daraus eine Richtung, keine Zahl für deine Distanz.

So übst du Hanglagen

Weir rät, beim Üben über die Matte hinauszuschauen und schiefe Lagen zu suchen, bevor sie auf dem Platz zuschlagen: Schon etwas Erfahrung zahle sich aus. Dafür bietet sich ein Hang neben der Range oder auf der Übungsanlage eines Platzes an. In der Bay liegt der Ball auf einer ebenen Matte. In den Beschreibungen der 126 Anlagen im Verzeichnis steht keine Plattform, die für den vollen Schwung kippt (Stand 2. Oktober 2026, eigene Einträge, Suche nach Neigung, Schräglage, Slope und ähnlichen Wörtern). Zwei nennen eine Putting-Plattform, Millennium in Crissier mit Gefällen von 0 bis 5 %. Dass sonst keine Plattform dasteht, heisst nicht, dass es keine gibt, nur dass es keiner schreibt. Frag vor der Buchung nach.

Was die Bay trotzdem übt: Golf Post und Bents raten in allen Schräglagen zu einer kleineren, ruhigeren und kontrollierten Bewegung. Du kannst messen, was sie kostet. Spiel je 10 Bälle mit dem Eisen 7, einmal voll und einmal ruhiger, und notiere Carry und Eintreffwinkel. Das sind deine Ausgangswerte für den Platz. Wie du die erste Runde angehst, steht in Die erste Runde auf dem Golfplatz, wie du den Schläger auf dem Platz wählst, in Schlägerwahl auf dem Platz.

Wo du dich auf den Hang vorbereitest

Für den Einstieg ist Golfsimulator für Anfänger der Anfang: Die Bay gibt dir den Carry jedes Schlägers, den du am Hang anpasst. Wer den Eintreffwinkel mit einem Pro verbessern will, findet unter Indoor-Golf-Training die Anlagen mit Coaching: 81 der 110 Indoor-Anlagen bieten es an (Stand 2. Oktober 2026, eigene Einträge). Die nächste Anlage zeigt dir Golfsimulator in der Nähe, alle Anlagen die Karte. Für den Schwung selbst ist Golfschwung für Anfänger der Einstieg.

Häufige Fragen

Wohin fliegt der Ball, wenn er über den Füssen liegt?

Bei Rechtshändern zieht er nach links. Birdietrain erklärt es mit dem Lie: Die Schlagfläche zeigt mehr nach links, bei kurzen Schlägern besonders stark. Gary Weir rät, etwas rechts vom Ziel zu zielen, aber nicht zu weit, denn der Ball zieht nicht immer.

Wohin fliegt der Ball, wenn er unter den Füssen liegt?

Er startet nach rechts und dreht weiter nach rechts, schreibt der PGA Professional Steffen Bents, deshalb zielst du links vom Ziel. Gary Weir nennt Fade oder Slice als wahrscheinlich und diese Lage die schwierigste für Spieler mit mittlerem und hohem Handicap.

Welchen Schläger nehme ich bergauf und bergab?

Bergauf fliegt der Ball höher: Golf Post rät zu einem längeren Schläger mit weniger Loft, Gary Weir kurz zu mehr Schläger. Bergab fliegt er flacher und läuft weiter aus, Golf Post rät zu einem kürzeren Schläger mit mehr Loft.

Wo steht der Ball in der Hanglage?

Nach Golf Post steht er bergauf mittig bis links, bergab mittig bis rechts, über den Füssen rechts der Mitte und unter den Füssen mittig bis links. Das sind Richtwerte für Rechtshänder, Linkshänder spiegeln sie, und die Quellen sind nicht in jedem Punkt gleicher Meinung.

Verliere ich am Hang Länge?

Eine Studie mit 8 Freizeitgolfern mass mit dem Eisen 7 bei Hängen von 10 Grad im Mittel 141 Yards Carry auf ebenem Boden, 131 mit dem Ball unter und 123 mit dem Ball über den Füssen. Eine zweite, kleinere Studie fand keinen gesicherten Unterschied.

Quellen