2. Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit
Die Ansprechposition im Golf: Stand, Ballposition und Haltung für Eisen und Driver
Vieles am Schlag ist vor dem Schwung entschieden. Ausrichtung, Stand, Haltung und Ballposition, wie die PGA sie beschreibt, und wie du sie in der Bay misst.

Bevor der Schwung beginnt, ist schon vieles am Schlag entschieden. Wer falsch ausgerichtet ist, den Ball an der falschen Stelle hat oder schief steht, braucht im Schwung Ausgleichsbewegungen, und die kosten Treffer. Die Ansprechposition, englisch Address, ist der Teil des Golfs, den du am einfachsten selbst prüfen kannst: mit dem Handy, einem Schläger auf dem Boden und einer Stunde in der Bay.
Was die Ansprechposition umfasst
Die PGA Deutschland fasst in ihrer Ausbildungsunterlage alles, was vor dem Schlag zählt, unter vier Begriffen zusammen: Griff, Ausrichtung, Stand zum Ball und Positionierung des Körpers. Englisch heisst das Grip, Aim, Stance und Posture, kurz GASP (PGA Deutschland). Der Griff hat einen eigenen Beitrag, Golfgriff richtig halten. Hier geht es um die anderen drei.
| Blick | Basic | Was dazugehört |
|---|---|---|
| von vorn | Stand zum Ball | Ballposition im Verhältnis zum Körper, Standbreite, Schwerpunkt links und rechts, Neigung des Oberkörpers zur Seite, Schulterlinie, Augenlinie |
| von der Seite | Positionierung des Körpers | Körperwinkel von Knien und Oberkörper, Kopfposition, Abstand zum Ball, Schwerpunkt vorne und hinten |
| von hinten zum Ziel | Ausrichtung | Fusslinie, Hüftlinie, Schulterlinie, Augenlinie im Verhältnis zur Ziellinie |
Das ist auch die Reihenfolge, in der du dich filmst: einmal von vorn, einmal von der Seite, einmal von hinten in Zielrichtung. Wohin das Handy gehört, steht in Den eigenen Schwung filmen.
Schritt 1: Ausrichten
Der Einsteigerleitfaden der PGA of America beschreibt einen Ablauf, den du an jedem Schlag wiederholen kannst. Stell dich etwa drei Fuss, also rund einen Meter, hinter den Ball und such dir auf der Ziellinie einen Punkt, der nur wenige Fuss vor dem Ball liegt. Dann setz die Schlagfläche hinter den Ball, auf diesen Punkt gerichtet, und stell erst danach die Füsse auf (PGA of America). Der nahe Punkt ist leichter zu treffen als ein Ziel in hundert Metern.
Die PGA Deutschland unterscheidet drei Ausrichtungen: parallel, offen und geschlossen. Parallel heisst, die Linien deines Körpers laufen parallel zur Linie vom Ball zum Ziel. Offen zeigen sie links vom Ziel, geschlossen rechts davon, jeweils für Rechtshänder. Sie nutzt das Bild von zwei Eisenbahnschienen: Du stehst auf der einen, der Ball liegt auf der anderen. Auf kurze Distanz sieht man dann deutlich, dass ein parallel stehender Golfer links am Ziel vorbeizeigt.
Wichtig für Anfänger: Der Schläger schwingt ungefähr in die Richtung, in die du ausgerichtet bist. Und die Unterlage warnt vor einem schleichenden Fehler. Fliegt der Ball nicht ins Ziel, verändern Spieler nach und nach ihre Ausrichtung, bis sie nur noch wenig mit dem Ziel zu tun hat. Wer das spät merkt, sucht den Fehler im Schwung, der eigentlich im Stand liegt.
Schritt 2: Der Stand
Die PGA of America beschreibt den Stand mit zwei Sätzen: Stell dich so an den Ball, dass die Fussgelenke unter den Schultern liegen, und verteil das Gewicht gleichmässig zwischen Fersen und Fussballen sowie zwischen linkem und rechtem Fuss (PGA of America). Der Golfeinstieg des Deutschen Golf Verbands sagt dasselbe in anderen Worten: Füsse schulterbreit, Knie leicht gebeugt, das Gewicht in der Mitte des Fusses und weder auf den Zehen noch auf den Fersen (golf.de).
Das ist der Stand für einen vollen Schwung. Er dient der Balance: Wer im Schwung kippt, trifft den Ball nicht, egal wie gut der Griff ist. Prüf ihn mit einem einfachen Test, einem Probeschwung ohne Ball mit geschlossenen Augen. Wenn du dabei wankst, steht etwas nicht richtig.
Schritt 3: Die Haltung
Für die Haltung nennt die PGA of America zwei Anweisungen. Neig die Wirbelsäule vom Ziel weg, so dass die hintere Schulter tiefer liegt als die vordere. Und schieb das Gesäss nach hinten und kipp aus der Hüfte nach vorn, bis das untere Ende des Brustbeins auf den Ball zeigt (PGA of America). Der Golfeinstieg nennt es so: aus der Hüfte abwinkeln, mit leicht gebeugten Knien.
Die PGA Deutschland nennt als Merkmale der Haltung die Winkel von Knien und Oberkörper, die Kopfposition, den Abstand zum Ball und den Schwerpunkt vorne oder hinten. Der Abstand zum Ball ist der Punkt, der in der Praxis am häufigsten falsch ist: zu weit weg, und du musst dich im Schwung nach dem Ball strecken, zu nah, und die Arme haben keinen Platz. Der Griff hat darauf Einfluss, die Unterlage zählt den Abstand zu den Faktoren, die vom Griff abhängen.
Die Ballposition: ein Prinzip, kein Massband
Wo der Ball im Stand liegt, entscheidet über den Eintreffwinkel. Das ist das Prinzip, das die PGA Deutschland als Lernziel für den Abschlag nennt: Ballposition passend zum Eintreffwinkel. Luke Kerr-Dineen fasst es auf Golf.com so zusammen: Je weiter vorn der Ball im Stand liegt, desto mehr triffst du ihn aufwärts, je weiter hinten, desto mehr abwärts (Golf.com).
| Schläger | Ballposition | Was das mit dem Eintreffwinkel macht |
|---|---|---|
| Driver | knapp innerhalb der linken Ferse | ganz vorn: der Schläger darf beim Treffen schon wieder aufwärts laufen |
| Hybrid und Eisen | von vorn nach hinten gestaffelt | je kürzer der Schläger, desto weiter hinten, desto steiler abwärts |
| Wedge | Mitte des Stands | ganz hinten: klar abwärts, damit der Schläger den Ball vor dem Boden trifft |
Die Zahlen dazu liefert TrackMan. Der Driver der PGA Tour trifft im Schnitt mit minus 0,9 Grad Angriffswinkel, also leicht abwärts. Die LPGA Tour trifft ihn mit plus 2,8 Grad aufwärts (TrackMan, Attack Angle). Beide spielen den Ball vorn. Der Unterschied ist die Schwunggeschwindigkeit und der Schwungstil, nicht ein anderes Prinzip.
Was die Bay dir zeigt
Die Ballposition ist die Ansprechposition, die du am genauesten messen kannst. Leg in der Bay drei Bälle in einer Reihe, einen vorn, einen in der Mitte, einen hinten, schlag je zehn Schläge mit dem Eisen 7 aus jeder Position und schreib dir zwei Zahlen auf: den Angriffswinkel und den Smash Factor. Der Smash Factor zeigt dir, wo der Treffer am saubersten ist, der Angriffswinkel, wie die Position den Schlag verändert. Was die Zahlen bedeuten, steht in Launch-Monitor-Zahlen verstehen.
Eine Stunde kostet im Median CHF 50 pro Bay, die sich meist bis zu vier Personen teilen. 80 der 110 Indoor-Anlagen im Verzeichnis publizieren ihren Stundenpreis. Wo eine Anlage in deiner Nähe steht, siehst du auf der Karte, und 95 der 126 Anlagen bieten Coaching an: Die Trainingsseite listet sie. Wer links spielt, spiegelt alles, Golf als Linkshänder zeigt, was beim Material und in der Bay dazukommt.
Mehr dazu: Golf Ball bewegt sich.
Ein Ablauf für jeden Schlag
Die PGA of America teilt den Schwung in zwei Phasen: die Vorbereitung vor dem Schlag und den Schwung selbst. Zur Vorbereitung gehören eine Routine vor dem Schlag und das Ansprechen (PGA of America). Eine Routine für den Anfang: hinter den Ball stellen, den nahen Punkt auf der Ziellinie suchen, die Schlagfläche aufsetzen, die Füsse schulterbreit stellen, aus der Hüfte beugen, den Griff schliessen. Immer in derselben Reihenfolge. So wird die Ansprechposition vom Gedanken zur Gewohnheit, und ein Fehler fällt dir auf, weil sich etwas anders anfühlt.
Der nächste Schritt ist der Schwung selbst: Der Golfschwung für Anfänger beschreibt die Phasen, die Winkel und die Zahlen. Für die ersten Schläge auf dem Platz gibt es Golf-Tipps für Anfänger.
Häufige Fragen
Wo liegt der Ball beim Driver?
Beim Driver liegt der Ball im Stand am weitesten vorn, knapp innerhalb der linken Ferse für Rechtshänder. Dort kannst du ihn aufwärts treffen. Je kürzer der Schläger, desto weiter hinten liegt der Ball, beim Wedge in der Mitte des Stands.
Wie breit stehe ich beim Golf?
Für einen vollen Schwung schulterbreit. Die PGA of America beschreibt es so, dass die Fussgelenke unter den Schultern liegen, und der Golfeinstieg des Deutschen Golf Verbands nennt die Füsse schulterbreit. Das Gewicht liegt dabei in der Mitte der Füsse, nicht auf Zehen oder Fersen.
Wie neige ich mich richtig zum Ball?
Aus der Hüfte, mit leicht gebeugten Knien. Schieb das Gesäss nach hinten und kipp nach vorn, bis das untere Ende des Brustbeins auf den Ball zeigt. Dazu neigst du die Wirbelsäule leicht vom Ziel weg, so dass die hintere Schulter tiefer liegt.
Was bedeutet parallel, offen und geschlossen?
Parallel heisst, die Körperlinien laufen parallel zur Linie vom Ball zum Ziel. Offen zeigen sie links vom Ziel, geschlossen rechts davon, für Rechtshänder. Der Schläger schwingt ungefähr in die Richtung, in die du ausgerichtet bist.
Wie prüfe ich meine Ansprechposition selbst?
Film dich zweimal: von vorn für Ballposition und Stand, von der Seite für Haltung und Abstand zum Ball. In einer Bay misst du die Wirkung der Ballposition mit dem Angriffswinkel und dem Smash Factor, je zehn Schläge pro Position.
Quellen
- PGA Deutschland: Ausbildungsunterlage Golftechnik (PDF) (GASP, Ausrichtung parallel, offen, geschlossen, Ballposition und Eintreffwinkel)
- PGA of America: First Swing Golfer's Guide (PDF) (Ausrichten, Stand, Haltung, Routine)
- Deutscher Golf Verband: Training für Anfänger, fünf Technik-Tipps (schulterbreit, aus der Hüfte beugen)
- Golf.com: Cheat sheet, ball position (weiter vorn mehr Aufwärtstreffer, Driver innerhalb der linken Ferse, Wedge Mitte)
- TrackMan: What is Attack Angle (PGA Tour minus 0,9 Grad, LPGA Tour plus 2,8 Grad beim Driver)
- Swiss Golf Simulators: eigene Einträge (Stundenpreise und Coaching, Stand Oktober 2026)