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26. September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Den eigenen Schwung filmen: zwei Positionen, 240 Bilder, ein Ziel

Zwei Kamerapositionen, eine Einstellung im Menu und drei Dinge, die du im Video sehen kannst. Alles andere braucht Messwerte.

Den eigenen Schwung filmen: zwei Positionen, 240 Bilder, ein Ziel — Beitragsbild

Das Handy ist das günstigste Trainingsgerät im Golf und das am schlechtesten aufgestellte. Fast jedes Video, das jemand von seinem eigenen Schwung macht, steht an der falschen Stelle, läuft mit der falschen Bildrate und zeigt deshalb nichts, was man beheben könnte. Drei Einstellungen ändern das.

Die Bildrate ist die wichtigste Einstellung

Ein normales Video läuft mit 30 Bildern pro Sekunde. Dazwischen liegen 33 Millisekunden, und in dieser Zeit passiert im Golfschwung alles, was zählt. Moderne Telefone filmen Slow Motion in 1080p mit 120 oder 240 Bildern pro Sekunde (Apple, Technische Daten).

Bei 240 Bildern liegen zwischen zwei Aufnahmen gut vier Millisekunden. Erst dann siehst du den Schläger im Treffmoment und nicht einen Streifen. Stell die Slow-Motion-Aufnahme also auf 240, nicht auf 120, und filme im Tageslicht oder unter guter Beleuchtung, weil höhere Bildraten mehr Licht brauchen.

Position eins: auf der Ziellinie

Das Handy steht hinter dem Ball, genau auf der Linie vom Ball zum Ziel, und zwar so, dass der Ball und deine Hände im Bild sind. Die Höhe entscheidet: Auf Hüfthöhe siehst du die Schwungebene richtig, vom Boden aus siehst du eine steilere Ebene, als du hast.

Diese Position zeigt drei Dinge: wohin der Schläger im Rückschwung geht, wie die Schlägerbahn in den Ball kommt und ob du den Boden vor oder hinter dem Ball berührst. Das sind genau die Punkte, an denen die meisten Fehler sichtbar sind.

Position zwei: von vorn

Das Handy steht rechtwinklig zur Ziellinie, auf der Höhe des Balls, wieder auf Hüfthöhe. Hier siehst du Gewichtsverlagerung, Kopfbewegung, wo der Ball im Stand liegt und ob dein Oberkörper im Treffmoment noch hinter dem Ball ist.

Eine Position genügt nie. Ein zu steiler Schlag ist von der Linie sichtbar, eine zu weit vorn liegende Ballposition nur von vorn. Filme deshalb immer zwei Serien und schau sie nebeneinander an.

Was ein Video zeigen kann

Alles, was gross und langsam ist: Haltung, Griff, Ballposition, Schwunglänge, Gewichtsverlagerung, ob du den Kopf hebst. Das sind die Fehler von Anfängern, und sie machen den grössten Unterschied. Dafür braucht niemand ein Messgerät, nur eine Kamera und eine ehrliche Minute.

Nimm dir pro Aufnahme eine Frage vor. Nicht wie sieht mein Schwung aus, sondern liegt der Ball zu weit vorn. Ein Video ohne Frage endet mit dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, und ohne den Punkt, an dem man anfängt.

Was ein Video nicht zeigt

Zahlen. Schlägerkopfgeschwindigkeit, Schlagflächenwinkel im Treffmoment, Angriffswinkel, Spin und Startrichtung sind auf einem Bild von der Seite nicht ablesbar, auch nicht bei 240 Bildern. Der Schlägerkopf bewegt sich zu schnell und die entscheidenden Winkel sind zu klein.

Genau hier setzt die Bay an: Ein Messgerät neben dem Ball liefert diese Werte Schlag für Schlag, und viele Systeme nehmen dazu selbst Video auf und legen die Zahlen ins Bild (TrackMan). Was welche Zahl bedeutet, steht in Wie Golfsimulatoren messen.

Die Reihenfolge, die funktioniert

Zuerst filmen, dann messen. Wer eine krumme Haltung hat, muss nicht wissen, dass sein Schlagflächenwinkel drei Grad offen ist; er muss sich gerade hinstellen. Umgekehrt ist es sinnlos, an einem Video herumzudeuten, wenn der Fehler eine Zahl ist, die man nicht sieht.

Ein guter Rhythmus für eine Saison: einmal im Monat zwei Serien filmen, immer von den gleichen zwei Positionen, immer mit dem gleichen Schläger. So werden die Aufnahmen vergleichbar, und der Fortschritt ist sichtbar statt gefühlt.

Wie du das Handy hinstellst

Ein kleines Stativ oder ein Golfbag reicht. Ohne Halterung liegt das Telefon am Boden, und dann stimmt die Ebene nicht. Die Kamera läuft im Querformat, der ganze Schwung muss im Bild sein, inklusive Schläger im höchsten Punkt, und der Ball darf nicht am Rand liegen.

Abstand: zwei bis drei Meter genügen für ein Eisen, drei bis vier für den Driver. Weiter weg ist besser als zu nah, weil die Perspektive dann weniger verzerrt. Und stell das Telefon nie in die Schlagrichtung.

Apps, und was sie mehr können

Die Kamera-App genügt für die Aufnahme. Was Analyse-Apps dazu geben, sind Linien, ein Bild-für-Bild-Regler und die Möglichkeit, zwei Aufnahmen übereinanderzulegen. Das ist nützlich, wenn du dich mit dir selbst von vor drei Monaten vergleichst, und wenig nützlich, wenn du dich mit einem Profi vergleichst.

Vergleiche mit Tourschwüngen führen in die Irre: Ein Profi schwingt mit einer Beweglichkeit und einer Geschwindigkeit, die nicht das Ziel des Vergleichs sein kann. Der einzige nützliche Vergleich ist der mit deinem eigenen besseren Schlag.

Licht und Hintergrund

Eine höhere Bildrate braucht mehr Licht, weil jedes Bild kürzer belichtet wird. Bei 240 Bildern pro Sekunde (Apple) willst du also Tageslicht im Rücken der Kamera oder eine gut beleuchtete Bay, sonst wird das Bild dunkel und körnig.

Der Hintergrund entscheidet, ob du überhaupt etwas siehst. Vor einer Hecke oder einer weissen Wand erkennst du den Schläger, vor Gegenlicht oder einem unruhigen Parkplatz nicht. Stell dich so, dass hinter dir eine ruhige Fläche ist, und filme nie gegen die Sonne.

Was du im Bild markieren kannst

Drei Linien genügen, und sie funktionieren in jeder App, die Zeichnen erlaubt. Erstens die Schaftlinie in der Ansprechposition, verlängert nach oben: Sie zeigt, ob der Schläger im Rückschwung darauf bleibt. Zweitens eine senkrechte Linie am Kopf, die Kopfbewegung sichtbar macht.

Drittens eine Linie am Ball, die die Ballposition im Stand festhält. Mehr Linien machen das Bild unlesbar, und drei reichen für die Fehler, die man auf Video überhaupt erkennen kann. Was nur Zahlen zeigen, steht in Launch-Monitor-Zahlen verstehen.

Wie du die Aufnahmen aufbewahrst

Ein Ordner pro Monat, zwei Aufnahmen pro Position, immer derselbe Schläger. Klingt kleinlich, ist aber der ganze Unterschied zwischen einer Sammlung und einem Vergleich: Nur gleich aufgenommene Videos lassen sich übereinanderlegen.

Nach einer Saison hast du zwölf Paare und siehst, was sich wirklich verändert hat. Das ist mehr, als die meisten über ihren Schwung wissen, und es kostet zwei Minuten pro Monat.

Mehr dazu: Golfschwung für Anfänger, Golf lernen mit YouTube oder mit einem Pro?.

Mit einem Pro zusammen

Ein Video macht den Unterschied in einer Stunde Unterricht deutlich grösser. Bring zwei Aufnahmen mit, und die erste halbe Stunde geht nicht für das Finden des Problems weg. 95 der 126 Anlagen im Verzeichnis nennen Coaching vor Ort, viele mit Videoanalyse im Preis.

Wer allein anfängt: eine Aufnahme, eine Frage, eine Änderung. Drei Änderungen gleichzeitig ergeben keinen besseren Schwung, sondern einen anderen. Eine Anlage mit Coaching findest du in der Karte.

Häufige Fragen

Mit welcher Bildrate soll ich meinen Golfschwung filmen?

Mit 240 Bildern pro Sekunde in 1080p, wenn dein Telefon das kann. Bei 30 Bildern liegen 33 Millisekunden zwischen zwei Aufnahmen, und der Treffmoment fällt dazwischen. Bei 240 sind es gut vier Millisekunden, und du siehst den Schläger statt einen Streifen.

Wohin stelle ich die Kamera?

An zwei Stellen, beide auf Hüfthöhe: hinter den Ball genau auf der Ziellinie, und rechtwinklig dazu auf Höhe des Balls. Abstand zwei bis drei Meter für ein Eisen, drei bis vier für den Driver. Nie in die Schlagrichtung.

Was sehe ich im Video und was nicht?

Sichtbar sind Haltung, Griff, Ballposition, Schwunglänge, Gewichtsverlagerung und Kopfbewegung. Nicht sichtbar sind Schlägerkopfgeschwindigkeit, Schlagflächenwinkel, Angriffswinkel, Spin und Startrichtung. Diese Werte braucht ein Messgerät.

Brauche ich eine Analyse-App?

Nein, die Kamera-App genügt. Analyse-Apps geben Linien, einen Bild-für-Bild-Regler und das Überlagern zweier Aufnahmen dazu. Nützlich ist der Vergleich mit deinem eigenen früheren Schwung, nicht der mit einem Tourschwung.

Was bringt Video zusammen mit einer Simulator-Stunde?

Das Video zeigt, was gross und langsam ist, das Gerät liefert die Winkel und Geschwindigkeiten. Viele Systeme nehmen selbst Video auf und legen die Zahlen ins Bild. 95 der 126 Anlagen im Verzeichnis nennen Coaching vor Ort.

Quellen