2. Oktober 2026 · 9 Min. Lesezeit
Golf Scramble, Vierball und Vierer erklärt: Ablauf, Zählweise und Vorgabe pro Team
Scramble, Vierball und Vierer unterscheiden sich in Ball, Zählweise und Vorgabe: 25, 20, 15 und 10 Prozent im Scramble zu viert, 85 oder 90 im Vierball, 50 im Vierer, mit Rechenbeispielen.

Beim Scramble spielt das ganze Team von der Stelle des besten Schlags weiter, beim Vierball spielt jeder von zwei Partnern seinen eigenen Ball und der bessere Score zählt, und beim Vierer schlagen zwei Partner abwechselnd einen einzigen Ball. Vierball und Vierer haben eine eigene Regel im Regelwerk der R&A (Regel 23 und Regel 22), der Scramble hat keine. Die Vorgabe rechnest du je Form anders: Die Rules of Handicapping empfehlen im Vierball 85 oder 90 Prozent, im Vierer 50 Prozent des addierten Team-Handicaps und im Scramble zu viert 25, 20, 15 und 10 Prozent (Swiss Golf, Handicap-Regeln 2024).
Die drei Formen auf einen Blick
| Form | Bälle im Spiel | Was am Loch zählt | Wo es geregelt ist |
|---|---|---|---|
| Scramble, zwei bis vier Spieler | ein Ball pro Schlag, alle spielen von der gewählten Stelle | das eine Ergebnis des Teams | Committee Procedures, Abschnitt 9, Einzelheiten in der Ausschreibung |
| Vierball (Four-Ball), zwei Partner | zwei Bälle, jeder spielt seinen eigenen | der niedrigere der beiden Scores | Regel 23 |
| Vierer (Foursome), zwei Partner | ein Ball, abwechselnd geschlagen | das eine Ergebnis der Seite | Regel 22 |
Vierer heisst auf Englisch Foursome oder Alternate Shot. Der DGV warnt beim Vierball ausdrücklich davor, ihn mit dem Vierer nach Regel 22 zu verwechseln (DGV-Serviceportal). Das Wort Best-Ball benutzt die R&A für eine Variante des Lochspiels: Ein einzelner Spieler tritt gegen ein Team aus zwei oder drei Partnern an, und jeder Partner spielt seinen eigenen Ball (Regel 23.1). Steht in einer Einladung nur „Bestball“, lies in der Ausschreibung nach, wie gezählt wird.
Scramble: ein Ball, der beste Schlag entscheidet
Das Team besteht aus zwei, drei oder vier Spielern. Alle schlagen vom Abschlag ab, das Team wählt einen der Schläge aus, und alle spielen den zweiten Schlag von dieser Stelle. Dann wird wieder gewählt, bis der Ball im Loch ist (R&A, Committee Procedures, Abschnitt 9). Eine eigene Regel hat der Scramble nicht: Was die R&A nicht regelt, entscheidet die Spielleitung, darum zählt die Ausschreibung. Die R&A nennt drei Varianten:
| Variante | Besonderheit nach der R&A |
|---|---|
| Texas Scramble | Team mit vier Spielern, meist muss eine Mindestzahl von Abschlägen jedes Mitglieds verwendet werden. Manche Formen verlangen, dass jeder auf einem Par 3 seinen eigenen Ball spielt. |
| Florida Scramble (auch Dropout Scramble, Step Aside, Stand Aside, Stand Out) | Der Spieler, dessen Schlag gewählt wurde, spielt den nächsten Schlag nicht. |
| Einer-Scramble (One-Person Scramble) | Ein Spieler schlägt zwei Bälle, einer wird gewählt, von dort folgen wieder zwei Schläge, und so weiter bis zum Loch. |
Wie viele Abschläge pro Spieler Pflicht sind, nennt die R&A nicht, sie schreibt nur von einer Mindestzahl. Sie steht in der Ausschreibung, fehlt sie, frag vor dem Start nach.
Vierball und Vierer: zwei Partner, ein Ball oder zwei
Vierball: zwei Bälle, der bessere Score zählt
Jeder Partner spielt seinen eigenen Ball. Die Seite zählt den niedrigeren der beiden Scores. Hat nur ein Partner eingelocht, zählt sein Score, und der andere muss nicht einlochen. Lochen beide nicht aus, verliert die Seite im Lochspiel das Loch, im Zählspiel scheidet sie aus, wenn sie den Fehler nicht rechtzeitig korrigiert (Regel 23.2a). Die Partner wählen die Reihenfolge frei und dürfen sich beraten (Regel 23.5a und 23.6). Zusammen haben sie höchstens 14 Schläger im Bag (Regel 23.7).
Im Zählspiel steht pro Loch mindestens der Score eines Partners auf der Karte, klar dem Spieler zugeordnet, der ihn gemacht hat, sonst ist die Seite disqualifiziert (Regel 23.2b). Ein Partner darf die Lochergebnisse bestätigen.
Vierer: ein Ball, zwei Partner im Wechsel
Die zwei Partner einer Seite spielen einen Ball und schlagen abwechselnd (Regel 22.1). Auch der Abschlag wechselt: Auf jedem Loch schlägt der andere Partner zuerst ab, und die Seite wählt, wer auf Loch 1 beginnt (Regel 22.3 und 22.4a). Wer auf Loch 1 abschlägt, schlägt also auch auf den Löchern 3, 5 und allen weiteren ungeraden ab. Strafschläge ändern die Reihenfolge nicht.
Schlägt der falsche Partner, ist das ein Fehler gegen die Reihenfolge. Im Zählspiel zählen dieser Schlag und alle weiteren mit diesem Ball nicht, und der richtige Partner schlägt von der Stelle, an der der falsche Schlag gemacht wurde. Dazu kommt die allgemeine Strafe: im Lochspiel der Verlust des Lochs, im Zählspiel zwei Strafschläge (Regel 1.3c). Korrigiert die Seite den Fehler nicht vor dem nächsten Abschlag, ist sie disqualifiziert (Regel 22.3).
Die Vorgabe: Empfehlung und Rechenbeispiele
Die Vorgabe richtet sich nach Anhang C der Rules of Handicapping. Das Playing Handicap ist das ungerundete Course Handicap mal dem Anteil, gerundet auf die nächste ganze Zahl, 0,5 aufwärts (Regel 6.2a). Die Anteile in Anhang C sind Empfehlungen: Der Golfclub entscheidet, ob er sie anwendet, und die Spielleitung soll den Wert in der Ausschreibung nennen.
| Form | Empfohlener Anteil nach Anhang C |
|---|---|
| Scramble, 4 Spieler | 25 / 20 / 15 / 10 %, vom tiefsten zum höchsten Handicap |
| Scramble, 3 Spieler | 30 / 20 / 10 % |
| Scramble, 2 Spieler | 35 / 15 % |
| Vierball, Zählspiel und Stableford | 85 % (Par/Bogey: 90 %) |
| Vierball, Lochspiel | 90 % des Unterschieds zum Spieler mit dem tiefsten Handicap |
| Vierer | 50 % des addierten Team-Handicaps |
Die Anteile für Greensome und Einzel stehen in Ein Golfturnier organisieren. Hier die Rechnungen.
Drei Rechenbeispiele
Scramble zu viert: Vier Spieler haben die Course Handicaps 8, 15, 25 und 36. Der tiefste trägt 25 Prozent bei, der höchste 10 Prozent. Anhang C sagt nichts zur Rundung der Summe, Regel 6.2a rundet das Playing Handicap. Rechne deshalb am Ende einmal und runde:
| Spieler, nach Course Handicap | Course Handicap | Anteil | Beitrag zum Team |
|---|---|---|---|
| tiefster | 8 | 25 % | 2,0 |
| zweiter | 15 | 20 % | 3,0 |
| dritter | 25 | 15 % | 3,75 |
| höchster | 36 | 10 % | 3,6 |
| Summe | 12,35, gerundet 12 |
Das Team bekommt 12 Schläge. Spielt es brutto 68, ist sein Netto-Score 56. Bei zwei Spielern mit den Course Handicaps 10 und 24 sind es 3,5 und 3,6, zusammen 7,1, also 7 Schläge.
Vierball im Lochspiel: Die Spieler A, B, C und D haben die Course Handicaps 10, 18, 27 und 39. A spielt ohne Vorgabe, die anderen bekommen 90 Prozent des Unterschieds zu A. Das ist das Beispiel aus Anhang C:
| Spieler | Course Handicap | Unterschied zu A | 90 % davon, gerundet |
|---|---|---|---|
| A | 10 | 0 | 0 |
| B | 18 | 8 | 7 |
| C | 27 | 17 | 15 |
| D | 39 | 29 | 26 |
Fällt A aus, bleiben die Schläge der anderen gleich (Anhang C, Anmerkung 1). Vierer im Lochspiel: Team 1 sind A und B mit zusammen 28, Team 2 sind C und D mit zusammen 66. Der Unterschied ist 38, die Hälfte davon 19. Team 2 bekommt also 19 Schläge, auch das steht so in Anhang C.
Zählt das fürs Handicap?
Nein. Swiss Golf nennt als handicapwirksam nur Einzel-Zählspielformen: Zählspiel, Stableford, Par/Bogey und Maximum Score, im Turnier oder als General Play (Handicap-Regeln 2024, Regel 2.1a). Scramble, Vierball und Vierer stehen nicht in dieser Liste. Der DGV begründet es beim Vierball so: Die Partner dürfen sich beraten. Wie aus einer Runde ein Handicap wird, steht in Das Golf-Handicap erklärt, die Zählweise Stableford in Stableford und Scorekarte.
Simulator-Software muss nicht nach Anhang C rechnen. TrackMan nennt auf seiner Hilfeseite für Performance Studio (zuletzt am 1. Mai 2026 aktualisiert) für ein Scramble zu viert 20, 15, 10 und 5 Prozent, bei Handicaps von 0 und höher. Die Rules of Handicapping empfehlen 25, 20, 15 und 10. Bei zwei Spielern sind es beide Male 35 und 15 Prozent (TrackMan Support). Frag die Anlage, welche Werte ihr System nimmt, und rechne einmal nach.
Welche Form für welche Gruppe
| Gruppe | Form | Warum |
|---|---|---|
| Gemischte Gruppe, Anfänger dabei | Scramble | Nur der gewählte Schlag zählt, ein schlechter fällt weg. |
| Zwei Partner, die beide ihr Spiel spielen wollen | Vierball | Jeder spielt seinen Ball zu Ende, der bessere Score zählt. |
| Zwei Partner, die sich abstimmen wollen | Vierer | Ein Ball im Wechsel, das verlangt Absprache. |
Wie du aus einer Form ein ganzes Turnier machst, steht in Ein Golfturnier organisieren, was ein Anlass pro Person kostet, in Firmenanlass im Golfsimulator, und die Regeln für den Einstieg in Golfregeln für Anfänger. Das Lochspiel mit eigenem Stand und eigener Vorgabe erklärt Lochspiel (Matchplay) erklärt.
Scramble, Vierball und Vierer im Simulator
Zwei Programme aus dem Verzeichnis kennen die Formen. E6 Connect nennt auf ihrer Seite Stroke, Scramble, Best Ball, Stableford und Match Play (E6 Connect), TrackMan Performance Studio laut Hilfeseite Scramble, Better Ball, Foursome und Greensome. Im Verzeichnis nennen drei Indoor-Anlagen E6 Connect als Software: John's Golf in Wiezikon, Swing Easy in Étoy und Indoorgolf Rotkreuz. Zwei nennen TrackMan Performance Studio: Alpine Golf in Le Châble und Alpine Golf in Verbier (Stand 2. Oktober 2026, eigene Einträge). Ob die Anlage den Modus anbietet, steht in keinem dieser Einträge. Frag beim Buchen.
Für Gruppen machen 87 der 110 Indoor-Anlagen Angaben zur Gruppenbuchung (Stand 2. Oktober 2026, eigene Einträge). Die nächste Anlage zeigt die Seite Golfsimulator in der Nähe, alle nach Kanton die Karte, und was an Turnieren und Anlässen läuft, steht unter Golfsimulator-Events.
Häufige Fragen
Was ist ein Scramble im Golf?
Ein Scramble ist eine Teamform mit zwei bis vier Spielern: Alle schlagen ab, das Team wählt einen Schlag aus, und alle spielen den nächsten Schlag von dort, bis der Ball im Loch ist. Eine eigene Regel hat die R&A dafür nicht, die Ausschreibung legt die Einzelheiten fest.
Wie berechnet man das Handicap im Scramble?
Die Rules of Handicapping empfehlen bei vier Spielern 25, 20, 15 und 10 Prozent vom tiefsten bis zum höchsten Course Handicap, bei drei Spielern 30, 20 und 10, bei zwei Spielern 35 und 15. Du addierst die Anteile und rundest die Summe wie ein Playing Handicap, 0,5 aufwärts. Die Ausschreibung kann es anders festlegen.
Was ist der Unterschied zwischen Vierball und Vierer?
Beim Vierball spielt jeder der zwei Partner seinen eigenen Ball, und der bessere Score zählt (Regel 23). Beim Vierer spielen die zwei Partner einen Ball und schlagen abwechselnd (Regel 22). Der DGV warnt ausdrücklich davor, die beiden zu verwechseln.
Wie viel Vorgabe bekomme ich im Vierball im Lochspiel?
Nach der Empfehlung der Rules of Handicapping spielt der Spieler mit dem tiefsten Course Handicap ohne Vorgabe, die anderen bekommen 90 Prozent der Differenz zu ihm. Bei Course Handicaps von 10, 18, 27 und 39 sind das 0, 7, 15 und 26 Schläge.
Zählt ein Scramble oder Vierball fürs Handicap?
Nein. In der Schweiz sind nur Einzel-Zählspielformen handicapwirksam: Zählspiel, Stableford, Par/Bogey und Maximum Score, im Turnier oder als General Play. Der DGV nennt den Vierball nicht handicaprelevant, weil sich die Partner beraten dürfen.
Quellen
- R&A: Regel 22, Vierer (Foursomes) (Ein Ball im Wechsel, Abschlag und Schläge, falsche Reihenfolge, Schläger)
- R&A: Regel 23, Vierball (Four-Ball) (Niedrigerer Score zählt, Karte, Reihenfolge, Schläger, Best-Ball)
- R&A: Committee Procedures, Abschnitt 9, Andere Spielformen (Scramble, Texas Scramble, Florida Scramble, Einer-Scramble)
- R&A: Regel 1, allgemeine Strafe (1.3c) (Verlust des Lochs im Lochspiel, zwei Strafschläge im Zählspiel)
- Swiss Golf: Handicap-Regeln 2024, Anhang C und Regel 2.1a (Empfohlene Anteile, Beispiele, handicapwirksame Spielformen)
- DGV-Serviceportal: Vierball (Vierball nicht mit dem Vierer verwechseln, nicht handicaprelevant)
- E6 Connect: Spielmodi (Stroke, Scramble, Best Ball, Stableford, Match Play)
- TrackMan Support: Handicap Calculation For Teams Formats (Abruf über die Help-Center-Schnittstelle) (Teamformate in Performance Studio, Anteile im Scramble)
- Swiss Golf Simulators: eigene Einträge (Software und Gruppenangaben der Anlagen, Stand 2. Oktober 2026)