Swiss Golf Simulators Alle Standorte Karte Nach Kanton Nach Stadt Jetzt offen In der Nähe Für Unternehmen

26. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Ein Golfturnier organisieren: Formate, Wertung und der Indoor-Weg

Scramble für gemischte Gruppen, Stableford für Clubspieler, ein Indoor-Turnier für den Winter. Die Formate, die Vorgabentabelle und der Ablauf.

Ein Golfturnier organisieren: Formate, Wertung und der Indoor-Weg — Beitragsbild

Ein Golfturnier scheitert selten am Platz und fast immer am Format. Wer zwölf Kolleginnen und Kollegen mit Handicaps zwischen 8 und 54 einlädt und Einzel Zählspiel ansetzt, bekommt einen Sieger und elf Leute, die nach neun Löchern nicht mehr mitspielen. Dieser Beitrag ordnet die Formate nach Gruppe, zeigt die Vorgabentabelle und beschreibt den Ablauf, indoor wie draussen.

Zuerst die Frage: wer spielt mit?

Drei Gruppen, drei Antworten. Reine Clubspieler mit Handicap: Einzel Stableford. Gemischte Gruppe mit Anfängern: Scramble. Firmenanlass mit Leuten, die noch nie einen Schläger gehalten haben: kein Turnier auf dem Platz, sondern ein Format in Bays oder auf einer Range mit Zielen.

Stableford ist das Standardformat, weil es das Tempo rettet: Wer an einem Loch nichts mehr holen kann, hebt den Ball auf und geht weiter. Scramble ist das Standardformat für gemischte Gruppen, weil alle vom besten Schlag des Teams weiterspielen und niemand allein im Rough steht.

Die Vorgaben, die der R&A empfiehlt

Die Rules of Handicapping führen für jedes Format eine empfohlene Vorgabe, damit alle die gleiche Chance haben (Appendix C):

FormatEmpfohlene Vorgabe
Einzel Zählspiel, Stableford, Par/Bogey, Maximum Score95 %
Vierball Zählspiel und Vierball Stableford85 %
Vierball Lochspiel90 %
Einzel Lochspiel100 %
Foursome50 % des gemeinsamen Handicaps
Greensome60 % tief / 40 % hoch
Scramble zu zweit35 % tief / 15 % hoch
Scramble zu dritt30 / 20 / 10 %
Scramble zu viert25 / 20 / 15 / 10 %

Eine Sonderregel für die Schweiz: Für handicapwirksame Turniere und General-Play-Karten empfiehlt Swiss Golf das volle Course Handicap, also 100 Prozent (Swiss Golf). Bei einem internen Firmenturnier ohne Handicap-Wertung darfst du die Vorgaben frei setzen; halte dich dann an die Tabelle, sie ist das Ergebnis vieler Jahre Auswertung.

Was ein Turnier handicapwirksam macht

Nicht die Einladung, sondern die Bedingungen. Es braucht ein zugelassenes Format (Einzel Stableford, Strokeplay, Par/Bogey oder Maximum Score), mindestens neun Löcher, einen Platz mit gültigem Course und Slope Rating, Spiel nach den Golfregeln und ein bestätigtes Ergebnis (Swiss Golf).

Ein Scramble ist also nie handicapwirksam, ein Firmenturnier in Scramble-Form ebenfalls nicht. Das ist kein Mangel: Es nimmt der Sache den Druck. Wer die Runde trotzdem für sein Handicap nutzen will, meldet sie separat als General Play an, spielt aber dann sein eigenes Spiel.

Der Ablauf auf dem Platz

Reserviere Startzeiten oder einen Kanonenstart über das Sekretariat, zwei bis drei Monate im Voraus für die Hochsaison. Ein Kanonenstart braucht so viele Flights, wie der Platz Löcher hat, und endet für alle gleichzeitig; Startzeiten im Zehn-Minuten-Takt sind einfacher zu bekommen und ziehen sich über den Tag.

Rechne für achtzehn Löcher im Viererflight gut fünf Stunden, für neun Löcher gut zweieinhalb. Neun Löcher plus Apéro sind für einen Firmenanlass fast immer die bessere Wahl als achtzehn ohne.

Wertung ohne Software

Kleine Turniere brauchen kein Turniersystem. Eine Scorekarte pro Flight, ein Marker pro Spieler, die Karten am Ende ins Sekretariat oder an den Organisator. Bei Stableford rechnest du Punkte statt Schläge, und die Karte macht die Arbeit, wenn du die Vorgabestriche vorher einträgst.

Handicapwirksame Turniere laufen über den Club und dessen Turniersoftware, weil das Ergebnis an Swiss Golf gemeldet wird. Diesen Teil gibst du ab; das Sekretariat macht ihn jede Woche.

Das Turnier in der Bay

Indoor funktioniert ein Turnier anders und oft besser, weil jeder Schlag gemessen wird. Drei Formate, die sich bewährt haben: Closest to the Pin auf ein Par 3, Longest Drive mit drei Versuchen, und neun Löcher Scramble pro Bay mit zwei Teams im Wechsel. Alle drei brauchen keine Vorgaben, weil der Zufall gross genug ist.

Die Rechnung ist einfach: Eine Bay nimmt vier bis sechs Leute, eine Stunde kostet je nach Anlage zwischen CHF 39 und 79, und ein Abend für zwölf Leute braucht drei Bays und zwei Stunden. 92 der 126 Anlagen im Verzeichnis nennen Angaben zu Gruppenbuchungen. Mehr dazu steht in Firmenanlass im Golfsimulator.

Was im Winter geht

Von November bis März sind die meisten Plätze zu oder auf Wintergrüns. Ein Turnier in dieser Zeit ist entweder indoor oder ein Wintercup über mehrere Wochen: eine Runde pro Woche, gewertet wird die Summe der besten drei. Wer die Anlage sucht, findet sie über die Karte oder die Liste der offenen Anlagen.

Ein Wintercup hat einen Nebeneffekt, der ihn trägt: Die Gruppe trifft sich regelmässig, und das ist meistens der eigentliche Zweck. Ein einzelnes Turnier im Juni ist ein Termin, ein Cup ist eine Gewohnheit.

Die Einladung und die Anmeldung

Vier Angaben gehören in die Einladung: Datum und Startart, Format mit Vorgabe, was es kostet, und bis wann man sich anmeldet. Frag bei der Anmeldung nach dem Handicap Index und nach der Swiss Golf Card, wenn das Turnier handicapwirksam sein soll; ohne diese Angaben kann das Sekretariat keine Startliste rechnen.

Setz die Anmeldefrist auf eine Woche vor dem Turnier. Dann hast du Zeit für Flights und Startliste, und das Sekretariat kann die Startzeiten fixieren, statt sie am Vorabend zu improvisieren.

Sicherheit, besonders beim Kanonenstart

Beim Kanonenstart stehen alle Flights gleichzeitig auf dem Platz, oft auch an kurzen Löchern nebeneinander. Vor dem Start gehört deshalb ein Satz gesagt: Niemand schlägt, solange vorne jemand in Reichweite ist, und ein Ruf von Fore geht an alle, nicht nur an die eigene Gruppe.

Die Sorge für andere und für den Platz steht als Erwartung in den Golfregeln selbst (R&A, Regel 1.2). Bei einem Firmenturnier mit Anfängern ist dieser eine Satz der wichtigste des Tages.

Was du dem Sekretariat abgibst

Eine Teilnehmerliste mit Handicaps, die Flights, das Format mit der Vorgabe und die Preiskategorien. Alles andere macht der Club: Startliste, Scorekarten mit den Vorgabestrichen, Wertung und bei handicapwirksamen Turnieren die Meldung an Swiss Golf.

Bei einem Indoor-Turnier fällt dieser ganze Teil weg, weil nichts gemeldet wird. Dafür brauchst du die Bays und eine Person, die die Zeiten im Blick hat: Rechne pro Bay mit zwölf bis fünfzehn Minuten für ein Closest to the Pin mit vier Personen.

Mehr dazu: Indoor Golf mit Bar und Essen, Wie viele Personen passen in eine Bay?.

Preise und was sie kosten dürfen

Halte die Preise klein und die Kategorien gross. Netto-Sieger, Brutto-Sieger, Closest to the Pin und Longest Drive genügen; vier Preise für zwölf Leute sind genug, und ein fünfter für den letzten Platz kostet nichts und wird am meisten beklatscht.

Was du sparen kannst, ist die Tombola. Was du nicht sparen solltest, ist die Verpflegung unterwegs: eine Kiste Wasser am neunten Tee entscheidet mehr über die Stimmung als der Pokal.

Häufige Fragen

Welches Format eignet sich für ein Firmenturnier?

Scramble. Alle spielen vom besten Ball des Teams weiter, Anfänger halten mit, und das Tempo stimmt. Handicapwirksam ist ein Scramble nicht, was den Druck nimmt. Empfohlene Vorgaben zu viert sind 25, 20, 15 und 10 Prozent der Course Handicaps.

Ist ein Firmenturnier handicapwirksam?

Nur wenn es in einem zugelassenen Einzelformat über mindestens neun Löcher auf einem gerateten Platz nach den Golfregeln gespielt und das Ergebnis bestätigt wird. Scramble, Vierball ausserhalb der Bedingungen und alle Teamformate sind es nicht.

Wie lange dauert ein Turnier?

Achtzehn Löcher im Viererflight gut fünf Stunden, neun Löcher gut zweieinhalb. Ein Kanonenstart endet für alle gleichzeitig und braucht so viele Flights wie der Platz Löcher hat; Startzeiten im Zehn-Minuten-Takt ziehen sich über den Tag.

Kann man ein Golfturnier indoor spielen?

Ja. Closest to the Pin, Longest Drive und neun Löcher Scramble pro Bay funktionieren gut, weil jeder Schlag gemessen wird. Eine Bay nimmt vier bis sechs Leute, eine Stunde kostet je nach Anlage zwischen CHF 39 und 79.

Welche Vorgabe gilt im Einzel Stableford?

Der R&A empfiehlt 95 Prozent des Course Handicaps. Swiss Golf empfiehlt für handicapwirksame Turniere und General-Play-Karten in der Schweiz das volle Course Handicap, also 100 Prozent. Bei einem internen Turnier entscheidet der Veranstalter.

Quellen