18. September 2026 · 9 Min. Lesezeit
Golfregeln für Anfänger: die zwölf, die du für die Platzreife und die ersten Runden wirklich brauchst
Das Regelbuch hat 25 Regeln und ein paar hundert Seiten. Auf einer normalen Runde brauchst du ein Dutzend davon. Hier sind sie, in der Reihenfolge, in der sie dir passieren, mit dem, was die Regel wirklich sagt.

Die Platzreife-Theorie hat 40 Fragen, und die meisten davon drehen sich um ein Dutzend Situationen, die auf jeder Runde vorkommen. Dieselben zwölf entscheiden später über deine Scorekarte. Hier sind sie, nach den Golfregeln von R&A und USGA in der Fassung von 2023, die auch Swiss Golf anwendet. Die Regelnummer steht jeweils dabei, damit du nachlesen kannst.
1. Vierzehn Schläger, nicht mehr (Regel 4.1b)
Mehr als 14 Schläger im Bag kosten zwei Strafschläge pro Loch, höchstens vier pro Runde. Zähle vor dem ersten Abschlag. Seit 2023 darfst du einen Schläger, der während der Runde kaputtgeht, ersetzen.
2. Drei Minuten suchen (Regel 18.2)
Ein Ball ist verloren, wenn er drei Minuten nach Beginn der Suche nicht gefunden ist. Nicht fünf, wie es früher war. Die Uhr läuft ab dem Moment, in dem du oder dein Caddie zu suchen beginnst.
3. Verloren oder im Aus: Schlag und Distanz (Regel 18.2)
Ist der Ball verloren oder im Aus (weisse Pfähle), spielst du mit einem Strafschlag von dort, wo du den letzten Schlag gemacht hast. Aus dem Abschlag wird also der dritte Schlag. Viele Clubs erlauben eine Ortsregel (E-5): Du droppst stattdessen am Rand des Fairways auf der Höhe, wo der Ball verschwand, mit zwei Strafschlägen. Ob sie gilt, steht auf der Scorekarte des Platzes.
4. Der provisorische Ball (Regel 18.3)
Könnte der Ball verloren oder im Aus sein, spielst du sofort einen zweiten, provisorischen Ball, und sagst das laut. Findest du den ersten, spielst du ihn weiter; findest du ihn nicht, ist der provisorische im Spiel, mit Schlag und Distanz. Das spart den Weg zurück, den sonst alle hinter dir warten.
5. Penalty Areas: rot oder gelb (Regel 17)
Wasser und anderes markiertes Gelände heisst heute Penalty Area. Du darfst den Ball dort spielen, wie er liegt, ohne Strafe. Willst du Erleichterung, kostet sie einen Schlag: zurück zum letzten Schlag, oder auf der Linie vom Loch durch den Punkt, wo der Ball die Grenze überquert hat, beliebig weit nach hinten. Bei roten Pfählen zusätzlich seitlich, zwei Schlägerlängen vom Kreuzungspunkt, nicht näher zum Loch (R&A, Regel 17).
6. Unspielbar: drei Wege, ein Schlag (Regel 19)
Liegt der Ball so, dass du ihn nicht spielen willst, entscheidest du das allein. Ein Strafschlag, und dann: zurück zum letzten Schlag, auf der Linie vom Loch nach hinten, oder seitlich innerhalb von zwei Schlägerlängen. Im Bunker gibt es die Linie nach hinten auch ausserhalb des Bunkers, für zwei Strafschläge. Die vierte Möglichkeit im Bunker und den Schlag selbst beschreibt Aus dem Bunker.
7. Droppen: aus Kniehöhe (Regel 14.3)
Gedroppt wird aus Kniehöhe, senkrecht fallend, in den Erleichterungsbereich. Bleibt der Ball nicht darin liegen, droppst du noch einmal, dann legst du. Seit 2023 gilt beim Droppen auf der Linie nach hinten: Du droppst auf der Linie, und der Ball darf bis zu eine Schlägerlänge davon wegrollen, auch nach vorn.
8. Lose Naturstoffe: überall weg (Regel 15.1)
Blätter, Äste, Steine darfst du überall entfernen, auch im Bunker und in der Penalty Area. Bewegt sich der Ball dabei, kostet das einen Schlag, ausser auf dem Grün. Feste Hindernisse wie Wege und Sprinkler geben straflose Erleichterung (Regel 16.1).
9. Im Bunker: den Sand nicht testen (Regel 12.2)
Vor dem Schlag darfst du den Sand direkt vor oder hinter dem Ball nicht mit dem Schläger berühren, keinen Probeschwung im Sand machen und beim Rückschwung den Sand nicht berühren. Aufstützen auf dem Schläger und den Sand mit der Hand oder dem Fuss berühren ist erlaubt, solange du damit nicht die Beschaffenheit testest.
10. Eingebetteter Ball (Regel 16.3)
Ein Ball, der in seinem eigenen Einschlagloch im Boden steckt, darf im gesamten Gelände, nicht nur auf dem Fairway, straflos innerhalb einer Schlägerlänge gedroppt werden. Nicht im Bunker, nicht im Sand.
11. Auf dem Grün (Regeln 13.1 und 13.2)
Die Flagge darf drin bleiben, auch beim Putten. Bewegst du den Ball auf dem Grün aus Versehen, legst du ihn straflos zurück. Bewegt ihn der Wind, spielst du ihn, wo er liegt, ausser du hattest ihn schon markiert und zurückgelegt; dann legst du ihn wieder zurück. Pitchmarken und Spikeschäden darfst du ausbessern.
12. Tempo (Regel 5.6)
Die Regel empfiehlt, jeden Schlag innerhalb von 40 Sekunden zu spielen, sobald du dran bist, und Ready Golf: Wer bereit ist, spielt, solange es sicher ist. Die Platzreife prüft das ausdrücklich. Auf einer vollen Runde ist Tempo die Regel, die am meisten über dich sagt.
Die Strafschläge auf einen Blick
Zwölf Regeln sind elf zu viel, wenn der Ball im Wasser liegt und drei Leute zuschauen. Diese Tabelle ist die Kurzfassung für genau diesen Moment:
| Situation | Strafe | Wo es weitergeht |
|---|---|---|
| Ball verloren oder im Aus | 1 Schlag | noch einmal von dort, wo du zuletzt geschlagen hast |
| Ortsregel E-5, falls der Platz sie hat | 2 Schläge | am Fairwayrand auf Höhe des Balls |
| Penalty Area, gelb | 1 Schlag | zurück zum letzten Schlag oder auf der Linie nach hinten |
| Penalty Area, rot | 1 Schlag | dasselbe, zusätzlich zwei Schlägerlängen seitlich |
| Unspielbar | 1 Schlag | zurück, auf der Linie nach hinten oder zwei Schlägerlängen seitlich |
| Unspielbar im Bunker, raus aus dem Sand | 2 Schläge | auf der Linie nach hinten, ausserhalb des Bunkers |
| Eingebetteter Ball im Gelände | keine | eine Schlägerlänge, nicht näher zum Loch |
| Weg, Sprinkler, fester Gegenstand | keine | nächster Punkt vollständiger Erleichterung |
| Ball auf dem Grün versehentlich bewegt | keine | zurücklegen |
| Sand im Bunker getestet | 2 Schläge | weiterspielen, wie der Ball liegt |
| Mehr als 14 Schläger | 2 Schläge pro Loch, höchstens 4 | weiterspielen, Schläger aus dem Spiel nehmen |
Zwei Zeilen daraus lösen die meisten Diskussionen. Die drei Fälle im Detail, mit allen Optionen, stehen in Ball verloren, im Aus, in der Penalty Area. Erstens: Verloren und im Aus sind dieselbe Regel, und sie kostet Schlag und Distanz, nicht nur einen Schlag. Zweitens: Ob die Ortsregel E-5 gilt, entscheidet der Platz und schreibt es auf die Scorekarte, nicht die Gruppe am Abschlag.
Wann du aufheben darfst
Im Zählspiel muss jeder Ball eingelocht werden. Im Stableford nicht: Sobald du auf einem Loch keinen Punkt mehr machen kannst, hebst du auf und gehst weiter (Regel 21.1). Das ist keine Kapitulation, sondern die Spielform, und sie ist der Grund, warum eine Stableford-Runde schneller geht als eine Zählspielrunde mit denselben Leuten.
Dasselbe gilt in der Spielform Maximum Score, wo der Platz eine Höchstzahl pro Loch festlegt (Regel 21.2). Und fürs Handicap ist ohnehin bei Netto-Doppelbogey Schluss: Höhere Ergebnisse werden gekappt, bevor sie gerechnet werden. Wie das ausgerechnet wird, steht in Das Golf-Handicap erklärt.
Etikette, die in keiner Regel steht
Die Platzreife prüft ausdrücklich Sicherheit, Rücksicht, Tempo, Vorrecht und Schonung des Platzes, und das sind keine Paragrafen, sondern Gewohnheiten. Sechs genügen für den Anfang.
- Ruf «Fore», sobald ein Ball Richtung Menschen fliegt. Laut, sofort, ohne Verlegenheit.
- Steh still, wenn jemand schlägt, und nicht in seiner Blickrichtung oder in der Verlängerung der Puttlinie.
- Leg den Divot zurück oder füll das Loch, je nachdem, was der Platz vorgibt.
- Rech den Bunker, bevor du weitergehst, und leg den Rechen dorthin, wo ihn der Platz haben will.
- Repariere deine Pitchmarke und noch eine zweite. Das Grün dankt es im August.
- Lass durch, wenn ihr den Anschluss verloren habt. Es kostet zwei Minuten und rettet die Runde von vier Leuten.
Das Telefon bleibt lautlos, und der Wagen bleibt vom Grün und von den Abschlägen weg. Wer diese Liste befolgt, wird auf jedem Platz eingeladen, auch mit Handicap 54.
Was seit 2023 neu ist
Vier Änderungen betreffen dich: kein Handicap mehr auf der Scorekarte im Zählspiel nötig; ein beschädigter Schläger darf ersetzt werden; ein Ball, der nach dem Droppen oder Legen durch Wind oder Wasser in einen anderen Teil des Platzes rollt, wird zurückgelegt; und der Drop auf der Linie nach hinten ist einfacher (R&A, 2023 Rules Update).
Mehr dazu: Provisorischer Ball im Golf, Golf droppen, Golf Ball aufheben, markieren und reinigen, Golf Ball bewegt sich, Golf Erleichterung ohne Strafe, Golf Caddie Regeln, Golf Strafschläge im Überblick, Golf mit Behinderung.
Eine Runde, in der alle zwölf vorkommen
So hängen sie zusammen, in der Reihenfolge, in der sie dir begegnen.
Am ersten Abschlag zählst du die Schläger: vierzehn. Dein Drive geht nach rechts Richtung der weissen Pfähle, also sagst du laut «ich spiele einen provisorischen Ball» und schlägst sofort noch einen. Beim Ball angekommen, suchst du drei Minuten; findest du ihn im Aus, ist der provisorische im Spiel und du liegst drei. Der zweite Schlag läuft in die rote Penalty Area am Bachrand. Du darfst ihn spielen, wie er liegt, oder für einen Strafschlag zwei Schlägerlängen seitlich droppen, aus Kniehöhe.
Der nächste Ball landet im Bunker. Du nimmst ein Blatt weg, das neben ihm liegt, das ist erlaubt, aber du berührst den Sand hinter dem Ball nicht und machst keinen Probeschwung darin. Auf dem Grün lässt du die Flagge stecken, reparierst deine Pitchmarke und putt. Und weil hinter euch eine Zweiergruppe wartet, winkst du sie am nächsten Abschlag durch. Das war die ganze Runde, und es waren alle zwölf Regeln.
Wer diese zwölf kennt, besteht die Theorie und spielt eine Runde, ohne jemanden zu bremsen. Was die Platzreife sonst noch verlangt, steht in Platzreife in der Schweiz. Und für alles, was am Schwung selbst hängt, gibt es den Winter und den Simulator. Was sich 2026 an den Regeln ändert und was nicht, steht in Was sich 2026 an den Golfregeln ändert.
Häufige Fragen
Wie lange darf ich einen Golfball suchen?
Drei Minuten, ab dem Moment, in dem du oder dein Caddie zu suchen beginnst (Regel 18.2). Danach ist der Ball verloren und du spielst mit Schlag und Distanz weiter, also mit einem Strafschlag von der Stelle des letzten Schlags.
Was ist der Unterschied zwischen roten und gelben Pfählen?
Beide markieren eine Penalty Area. Bei beiden darfst du mit einem Strafschlag zurück zum letzten Schlag oder auf der Linie nach hinten droppen. Nur bei roten Pfählen darfst du zusätzlich seitlich droppen, zwei Schlägerlängen vom Punkt, an dem der Ball die Grenze überquert hat.
Aus welcher Höhe wird gedroppt?
Aus Kniehöhe, seit den Regeln von 2019. Der Ball muss im Erleichterungsbereich liegen bleiben; sonst droppst du ein zweites Mal und legst danach.
Was kostet ein Ball im Aus?
Einen Strafschlag, und du spielst noch einmal von der Stelle des letzten Schlags: Schlag und Distanz. Aus dem Abschlag ist der nächste Ball also dein dritter. Hat der Platz die Ortsregel E-5, darfst du stattdessen für zwei Strafschläge am Fairwayrand droppen; das steht auf der Scorekarte.
Darf ich ein Loch aufgeben?
Im Stableford ja, sobald kein Punkt mehr möglich ist (Regel 21.1), und in der Spielform Maximum Score, sobald die festgelegte Höchstzahl erreicht ist. Im Zählspiel musst du jeden Ball einlochen. Fürs Handicap wird ohnehin bei Netto-Doppelbogey gekappt.
Quellen
- R&A: Rules of Golf, Regel 17 (Penalty Areas) (rot und gelb, die drei Erleichterungen mit einem Strafschlag, Spielen wie er liegt)
- R&A: Rules of Golf, Regel 18 (verlorener Ball, Aus, provisorischer Ball) (drei Minuten Suche, Schlag und Distanz, provisorischer Ball)
- R&A und USGA: 2023 Rules of Golf Update (kein Handicap auf der Karte, beschädigter Schläger, Naturkräfte, Drop auf der Linie)
- R&A: die Golfregeln (Regeln 4.1, 5.6, 12.2, 13.1, 13.2, 14.3, 15.1, 16.1, 16.3, 19 im Wortlaut)
- Swiss Golf: Reglement Platzreife (PDF) (40 Theoriefragen, Etikette und Spieltempo als Prüfungskriterien)