26. September 2026 · 7 Min. Lesezeit
Aus dem Bunker: die Regeln, der Schlag und warum er im Simulator fehlt
Der Bunker ist die einzige Disziplin der Platzreife, die es im Simulator nicht gibt. Die Regeln, der Schlag und der Weg, ihn trotzdem zu üben.

Der Bunker ist der Ort, an dem Anfänger am meisten Schläge verlieren und am wenigsten üben. Das hat zwei Gründe: Die Regeln sind strenger als anderswo, und die Technik ist die einzige im Golf, bei der du den Ball absichtlich nicht triffst. Hier stehen beide, dazu das Prüfungsziel der Platzreife und der Grund, warum keine Simulator-Bay dabei hilft.
Was du im Bunker nicht darfst
Vor dem Schlag darfst du den Sand direkt vor oder hinter dem Ball nicht mit dem Schläger berühren, keinen Probeschwung im Sand machen und beim Rückschwung den Sand nicht berühren (R&A, Regel 12.2). Der Grund ist einfach: Jede dieser Handlungen würde dir zeigen, wie fest der Sand ist, und genau das soll der Schlag selbst herausfinden.
Erlaubt ist mehr, als viele denken. Du darfst dich mit den Füssen eingraben, um einen festen Stand zu bekommen. Du darfst lose Naturstoffe wie Blätter und Steine entfernen, seit 2019 auch im Bunker. Du darfst den Sand mit der Hand oder dem Fuss berühren, solange du damit nicht die Beschaffenheit prüfst. Und du darfst dich beim Gehen auf den Schläger stützen.
Wenn der Ball unspielbar liegt
Im Bunker hast du vier Möglichkeiten statt drei (R&A, Regel 19). Drei davon kosten einen Strafschlag und bleiben im Bunker: zurück zur Stelle des letzten Schlags, auf der Linie vom Loch nach hinten innerhalb des Bunkers, oder seitlich innerhalb von zwei Schlägerlängen.
Die vierte ist die wichtige: Für zwei Strafschläge darfst du auf der Linie nach hinten ausserhalb des Bunkers droppen. Wer im Sand steckt und keinen sauberen Schlag hat, kauft sich damit frei und spart oft mehr, als die zwei Schläge kosten. Die Rechnung ist einfach: Zwei Versuche im Sand sind schlechter als ein Drop und ein Pitch.
Der Schlag in drei Sätzen
Aus dem Sand triffst du nicht den Ball, sondern den Sand darunter, etwa eine Handbreit davor beginnend. Dazu öffnest du die Schlagfläche, stellst dich leicht offen hin und gräbst die Füsse ein, was dich tiefer stellt und dafür sorgt, dass der Schläger unter den Ball kommt.
Der häufigste Fehler ist zu wenig Schwung: Weil der Sand bremst, braucht ein Bunkerschlag aus zehn Metern mehr Bewegung als ein Pitch aus zwanzig. Der zweithäufigste ist das Abbremsen nach dem Treffen. Beide verschwinden mit einer einzigen Lektion und zwanzig Bällen im Übungsbunker.
Nasser Sand, trockener Sand
Nach Regen ist der Sand fest, der Schläger springt weniger ab und der Ball kommt flacher und weiter heraus. Dann öffnest du die Fläche weniger und schwingst kürzer. Bei trockenem, tiefem Sand ist es umgekehrt: mehr Öffnung, mehr Schwung, mehr Sand.
Das ist der eigentliche Grund, warum der Bunkerschlag Erfahrung braucht und warum ihn niemand aus einem Video lernt: Die Lage ändert sich mit dem Wetter, und du musst sie sehen, bevor du den Schläger wählst.
Das Prüfungsziel der Platzreife
Auf der Übungsanlage verlangt das Reglement von Swiss Golf sechs Bälle aus dem Sand, von denen zwei auf dem Grün liegen bleiben müssen (Swiss Golf). Das ist eine erreichbare Hürde, und sie ist die einzige der sechs Disziplinen, die du in keiner Bay vorbereiten kannst.
Die anderen fünf sind Abschläge über 80 Meter bei Männern und 70 bei Frauen, langes Spiel über 60 Meter, Pitchen in einen Sechs-Meter-Kreis, Chippen in einen Vier-Meter-Kreis und neun Putts in höchstens 21 Schlägen. Vier davon zeigt jeder Launch Monitor; der Rest gehört auf eine Übungsanlage. Der Ablauf steht in Platzreife in der Schweiz.
Warum keine Bay Sand hat
Weil Sand alles ruiniert, was in einem Simulatorraum steht: die Matte, das Messgerät, die Leinwand und den Boden. Die Software kann einen Bunker zeigen und den Schlag mit reduzierter Ballgeschwindigkeit rechnen, aber du schlägst weiterhin von einer Matte, auf der der Schläger nicht eintaucht.
Das ist eine der ehrlichen Grenzen des Indoor-Golfs, zusammen mit dem Rough und den Hanglagen. Wie weit die Zahlen sonst tragen, steht in Simulator-Score gegen Platz-Score.
Wo du Bunker übst
Auf einer Übungsanlage mit Übungsbunker, und davon gibt es an fast jedem Golfplatz einen. Zwanzig Bälle pro Besuch genügen, und zwei Besuche reichen für die Prüfung. Wer im Winter trainiert, nimmt im März zwei Nachmittage dazu, bevor die Saison beginnt.
Eine zweite Adresse sind Kurzplätze: Der 9-Loch-Par-3 im Golfpark Holzhäusern kostet CHF 35, die Folgerunde CHF 27. Dort spielst du Bunker, Chips und Putts in ihrer natürlichen Reihenfolge und nicht als Übung.
Wenn der Ball im Sand verschwunden ist
Ein Ball, der ganz oder teilweise im Sand liegt, darf zur Identifizierung freigelegt werden: Du darfst so viel Sand wegnehmen, wie nötig ist, um ihn zu erkennen, musst die Lage danach wiederherstellen und darfst dabei einen kleinen Teil des Balls sichtbar lassen (R&A, Regel 7.1b).
Das ist die Regel, die am häufigsten falsch gespielt wird, weil viele glauben, im Bunker dürfe man den Ball nie berühren. Erlaubt ist das Suchen und das Identifizieren, nicht das Verbessern der Lage.
Der Fairwaybunker ist ein anderer Schlag
Im Fairwaybunker willst du den Ball treffen und nicht den Sand. Nimm einen Schläger mehr, verkürze den Schwung leicht, halte die Fläche neutral und grabe die Füsse nur so tief ein, dass du stabil stehst. Der Ball soll flach herauskommen, nicht hoch.
Die häufigste Fehlentscheidung ist der Schläger: Wer aus 140 Metern das Eisen 7 nimmt, weil es auf dem Fairway passt, bleibt im Sand hängen. Aus dem Sand ist die Kante wichtiger als die Distanz, und das erste Ziel ist heraus und nicht aufs Grün.
Der lange Bunkerschlag ums Grün
Zwanzig bis dreissig Meter aus dem Sand sind der schwerste Schlag im Golf, weil weder der volle Bunkerschlag noch der Pitch funktioniert. Die einfachste Lösung ist ein Schläger mit weniger Loft, etwa ein Eisen 9 statt dem Sandwedge, mit derselben Technik wie im kurzen Bunkerschlag.
Der Sand bremst dann genauso, aber der flachere Loft trägt weiter. Zehn Bälle mit dem Sandwedge und zehn mit dem Eisen 9 aus derselben Lage zeigen den Unterschied in zehn Minuten, und danach hast du eine Entscheidung statt einer Hoffnung.
Mehr dazu: Unspielbarer Ball im Golf, Golf droppen.
Die Etikette, die dazugehört
Betritt den Bunker an der flachsten Stelle, nicht über die Kante. Rech ihn nach dem Schlag, und zwar so, dass keine Fussabdrücke bleiben. Leg den Rechen dorthin, wo ihn der Platz haben will; das steht am Anschlagbrett und unterscheidet sich von Club zu Club.
Die Sorge für den Platz ist Teil von Regel 1.2 und wird bei der Platzreife ausdrücklich beurteilt. Wer nach sich rechnet, macht es nicht für die Prüfung, sondern für die Gruppe dahinter.
Häufige Fragen
Darf ich den Sand im Bunker berühren?
Nicht mit dem Schläger direkt vor oder hinter dem Ball, nicht im Probeschwung und nicht im Rückschwung. Erlaubt sind das Eingraben der Füsse, das Entfernen von Blättern und Steinen und das Berühren mit Hand oder Fuss, solange du damit nicht die Beschaffenheit prüfst.
Was kostet ein unspielbarer Ball im Bunker?
Einen Strafschlag, wenn du im Bunker bleibst, und zwei, wenn du auf der Linie nach hinten ausserhalb des Bunkers droppst. Die zweite Variante lohnt sich immer dann, wenn sonst zwei oder drei Versuche im Sand nötig wären.
Was verlangt die Platzreife im Bunker?
Sechs Bälle aus dem Sand, von denen zwei auf dem Grün liegen bleiben müssen. Das ist eine der sechs Disziplinen auf der Übungsanlage und die einzige, die du in keiner Simulator-Bay vorbereiten kannst.
Warum gibt es im Golfsimulator keinen Bunker?
Weil Sand Matte, Messgerät und Leinwand beschädigt. Die Software kann eine Bunkerlage zeigen und die Ballgeschwindigkeit reduzieren, aber du schlägst von einer Matte, in die der Schläger nicht eintaucht. Sand, Rough und Hanglagen sind die drei Grenzen des Indoor-Golfs.
Wie übe ich Bunkerschläge im Winter?
Gar nicht indoor, dafür im März an zwei Nachmittagen auf einer Übungsanlage mit Übungsbunker. Zwanzig Bälle pro Besuch genügen. Alternativ ein Kurzplatz: Der 9-Loch-Par-3 in Holzhäusern kostet CHF 35 und bringt Bunker, Chips und Putts in natürlicher Reihenfolge.
Quellen
- R&A: Rules of Golf, Regel 12 (Bunker)
- R&A: Rules of Golf, Regel 19 (unspielbarer Ball)
- Swiss Golf: Reglement Platzreife (PDF) (zwei von sechs Bällen aus dem Sand aufs Grün)
- R&A: Rules of Golf, Regel 7.1b (Suche im Sand) (Lage wiederherstellen, ein Teil des Balls darf sichtbar bleiben)