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26. September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Golfregeln 2026: was sich ändert, was gleich bleibt und wann die nächste Ausgabe kommt

Die häufigste Annahme ist falsch: 2026 ändert sich an den Golfregeln nichts. Geändert haben sich sechs Musterplatzregeln, und die gelten nur, wo ein Club sie einführt.

Golfregeln 2026: was sich ändert, was gleich bleibt und wann die nächste Ausgabe kommt — Beitragsbild

Wer nach Regeländerungen 2026 sucht, findet als Erstes eine Meldung des R&A, und die wird oft falsch gelesen. Die Golfregeln selbst ändern sich in diesem Jahr nicht. Geändert haben sich sechs Musterplatzregeln, und die gelten nur dort, wo eine Spielleitung sie einführt. Hier steht, was das konkret heisst und was in den nächsten Jahren wirklich kommt.

Die Regeln selbst: keine Änderung

Die Golfregeln werden in einem Vierjahresrhythmus überarbeitet. Die aktuelle Ausgabe stammt von 2023, und die nächste erscheint am 1. Januar 2028 (R&A). Dazwischen gibt es Klärungen, die bestehende Regeln erläutern, aber keine neuen Regeln.

Für dich heisst das: Was du über Droppen aus Kniehöhe, drei Minuten Suchzeit und die Flagge im Loch weisst, gilt weiter. Die zwölf Regeln, die auf jeder Runde vorkommen, stehen in Golfregeln für Anfänger.

Was eine Musterplatzregel ist

Ein Vorschlag des R&A und der USGA, den eine Spielleitung übernehmen kann oder nicht. Bekanntestes Beispiel ist die Ortsregel E-5: Statt bei einem verlorenen Ball oder einem Ball im Aus zurückzugehen, darfst du für zwei Strafschläge am Fairwayrand droppen. Sie gilt nur, wenn der Platz sie eingeführt hat, und das steht auf der Scorekarte.

Genau diese Logik gilt auch für die Neuerungen von 2026: Sie sind ab dem 1. Januar 2026 verfügbar, aber nur dort in Kraft, wo ein Club sie ausdrücklich einführt.

Die sechs Änderungen von 2026

MusterplatzregelWas neu istFür wen relevant
A-4, internes AusEin internes Aus kann auf Schläge vom Abschlag beschränkt werdenalle
F-2, eingebetteter BallErleichterung, wenn der Ball im Einschlagloch eines fremden Balls liegtTurniere mit Referees und Live-Übertragung
E-14, falscher Ort ohne WissenEin Schlag statt zwei, wenn der Spieler nicht merken konnte, dass er den Ball bewegt hatTurniere mit TV-Bildern
F-5, SpiellinieErleichterung entlang der Spiellinie auf bestimmte Bodenschadenflächen erweitertalle
G-6, TransportEine unerlaubte Mitfahrt kann nachträglich genehmigt werden, wenn der Spieler sie für erlaubt halten durfteTurniere
G-9, SchlägerersatzMitgeführte Bauteile dürfen zur Reparatur eines beschädigten Schlägers verwendet werdenProfitouren und Spitzenturniere

Vier der sechs betreffen Wettspiele mit Referees oder Fernsehbildern. Für eine normale Runde bleiben zwei übrig, und auch die nur, wenn dein Platz sie einführt.

Die zwei, die dich betreffen könnten

Das interne Aus, beschränkt auf den Abschlag. Manche Plätze markieren innerhalb der Anlage Aus-Grenzen, damit niemand über eine benachbarte Bahn abkürzt. Neu darf eine Spielleitung diese Grenze so definieren, dass sie nur für den Schlag vom Abschlag gilt. Wer später auf dem Loch dorthin spielt, ist dann nicht mehr im Aus.

Die Spiellinie beim Bodenschaden. Die Erleichterung, die dir einen freien Weg zum Grün verschafft, wenn Bodenschaden im Weg liegt, wurde auf weitere Flächen nahe dem Grün ausgedehnt. Betroffen sind vor allem Plätze, die im Winterhalbjahr Wege oder Reparaturflächen markieren.

Ob beides bei dir gilt, sagt die Scorekarte oder das Anschlagbrett. Das ist kein Detail: Eine Musterplatzregel ohne Einführung ist genau so gültig wie ein Vorschlag ohne Beschluss.

Was 2023 kam und heute noch überrascht

Vier Neuerungen aus der letzten Ausgabe sind im Alltag noch immer wenig bekannt. Ein beschädigter Schläger darf während der Runde ersetzt werden. Das Handicap muss im Zählspiel nicht mehr auf der Scorekarte stehen. Ein Ball, der nach dem Droppen oder Legen durch Wind oder Wasser in einen anderen Teil des Platzes rollt, wird zurückgelegt. Und der Drop auf der Linie nach hinten ist einfacher geworden: Du droppst auf der Linie, und der Ball darf bis zu eine Schlägerlänge davon wegrollen (R&A, 2023).

Wer noch aus Schulterhöhe droppt oder fünf Minuten sucht, spielt nach Regeln, die seit 2019 nicht mehr gelten. Die aktuellen Abläufe stehen in Ball verloren, im Aus, in der Penalty Area.

Was 2028 und 2030 wirklich kommt

Die grösste Änderung betrifft nicht die Regeln, sondern den Ball. R&A und USGA haben im Dezember 2023 beschlossen, die Zulassungsprüfung für Bälle mit 125 statt 120 mph Schlägerkopfgeschwindigkeit durchzuführen; die Grenze von 317 Yards gilt dann bei dieser höheren Geschwindigkeit (R&A). Für Eliteturniere gilt das ab 2028, für alle anderen ab 2030.

Für Amateure heisst das: Deine Bälle bleiben bis 2030 zugelassen, und danach werden neue Bälle bei hohen Geschwindigkeiten etwas kürzer fliegen. Wer mit 90 mph schwingt, wird davon wenig merken. Was das für Distanztabellen bedeutet, steht in Schlägerdistanzen.

Wie du eine Platzregel überhaupt erkennst

Weil die Änderungen 2026 nur über Musterplatzregeln wirken, ist die Frage praktisch: Wo steht, was auf diesem Platz gilt. Die Antwort ist immer dieselbe, nämlich am Anschlagbrett beim ersten Tee, auf der Scorekarte und in den Turnierbedingungen. Was dort nicht steht, gilt nicht.

Deshalb lohnt sich ein Blick von dreissig Sekunden, bevor du zum ersten Abschlag gehst. Besonders auf einem fremden Platz: Internes Aus, eine eigene Droppzone oder eine Regel zu Wegen und Leitungen sind genau die Dinge, die dort und nicht in den Golfregeln stehen.

Die Änderungen von 2019, die immer noch missverstanden werden

Drei Punkte kommen in jeder Runde vor und werden regelmässig falsch gespielt. Erstens: Die Fahne darf im Loch bleiben, und ein Treffer der Fahne kostet nichts (Regel 13.2). Zweitens: Gedroppt wird aus Kniehöhe, nicht aus Schulterhöhe (Regel 14.3).

Drittens: Für die Suche nach einem Ball hast du drei Minuten und nicht fünf (Regel 18.2). Alle drei sind seit 2019 in Kraft, und alle drei tauchen bei Platzreifeprüfungen als Frage auf.

Was du selbst nicht ändern darfst

Die Regeln erlauben dir, deinen eigenen Score anzupassen, wenn du einen Fehler bemerkst, aber nicht, eine Regel im Flight neu zu erfinden. Ein Mitspieler, der eine Strafe nicht anwendet, spielt falsch, und im Zählspiel hält der Marker fest, was tatsächlich gespielt wurde (Regel 9).

Im Freispiel ist das eine Frage der Gewohnheit, im handicapwirksamen Spiel eine der Gültigkeit: Eine Karte mit falsch angewendeten Regeln ist kein Resultat. Was in einer Runde am häufigsten vorkommt, steht in Die zwölf Regeln, die zählen.

Und die nächste Ausgabe

Am 1. Januar 2028. Bis dahin gelten die Regeln von 2023 mit ihren Klärungen, und jede Meldung über «neue Golfregeln» in der Zwischenzeit betrifft entweder eine Klärung oder eine Musterplatzregel.

Das ist die nützlichste Unterscheidung für den Alltag: Die Regeln sind national einheitlich, die Platzregeln stehen auf der Scorekarte. Wer beides auseinanderhält, diskutiert am Loch nicht mehr über das, was auf dem Platz sowieso aufgeschrieben steht.

Häufige Fragen

Ändern sich die Golfregeln 2026?

Nein. Die Regeln von 2023 gelten weiter, die nächste Ausgabe erscheint am 1. Januar 2028. Neu sind sechs Musterplatzregeln ab 1. Januar 2026, und die gelten nur dort, wo eine Spielleitung sie einführt.

Was ist eine Musterplatzregel?

Ein Vorschlag von R&A und USGA, den ein Club übernehmen kann. Bekanntestes Beispiel ist E-5, das Droppen am Fairwayrand für zwei Strafschläge statt Schlag und Distanz. Ob sie gilt, steht auf der Scorekarte des Platzes.

Welche Änderungen von 2026 betreffen Amateure?

Zwei von sechs: Ein internes Aus kann neu auf Schläge vom Abschlag beschränkt werden, und die Erleichterung entlang der Spiellinie wurde auf bestimmte Bodenschadenflächen nahe dem Grün ausgedehnt. Die anderen vier betreffen Turniere mit Referees oder Fernsehbildern.

Wann kommt der Golfball-Rollback?

Die Zulassungsprüfung wird künftig mit 125 statt 120 mph Schlägerkopfgeschwindigkeit durchgeführt: ab 2028 für Eliteturniere, ab 2030 für alle. Wer mit 90 mph schwingt, wird davon kaum etwas merken.

Was hat sich 2023 geändert?

Vier Dinge, die noch immer wenig bekannt sind: Ein beschädigter Schläger darf ersetzt werden, das Handicap muss im Zählspiel nicht auf der Karte stehen, ein durch Wind oder Wasser verrollter Ball wird zurückgelegt, und der Drop auf der Linie nach hinten ist einfacher geworden.

Quellen