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26. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Ball verloren, im Aus, in der Penalty Area: die drei Fälle und ihre Strafschläge

Drei Situationen, eine Frage: Von wo spiele ich weiter, und was kostet es? Die Optionen bei verlorenem Ball, im Aus, in der Penalty Area und bei unspielbarer Lage, mit Regelnummern.

Ball verloren, im Aus, in der Penalty Area: die drei Fälle und ihre Strafschläge — Beitragsbild

Drei Situationen kosten auf jeder Runde Schläge, und in allen dreien stellt sich dieselbe Frage: Von wo spiele ich weiter, und was kostet es? Der Ball ist verloren oder im Aus, er liegt im Wasser, oder er liegt so, dass du ihn nicht spielen willst. Hier stehen die drei Fälle mit ihren Optionen, ihren Strafschlägen und den Fehlern, die am häufigsten gemacht werden.

Die drei Fälle auf einen Blick

FallStrafeVon wo es weitergeht
Verloren oder im Aus1 Schlagnoch einmal von der Stelle des letzten Schlags
Ortsregel E-5, wo sie gilt2 Schlägeam Fairwayrand auf Höhe des Balls
Penalty Area, gelb1 Schlagzurück zum letzten Schlag oder auf der Linie nach hinten
Penalty Area, rot1 Schlagdasselbe, zusätzlich zwei Schlägerlängen seitlich
Unspielbar1 Schlagzurück, auf der Linie nach hinten oder seitlich
Unspielbar im Bunker, raus aus dem Sand2 Schlägeauf der Linie nach hinten, ausserhalb des Bunkers

Eine Zeile davon löst die meisten Diskussionen: Verloren und im Aus sind dieselbe Regel, und sie kostet Schlag und Distanz, nicht nur einen Schlag. Aus dem Abschlag wird also der dritte Schlag.

Fall 1: verloren oder im Aus

Ein Ball ist verloren, wenn er drei Minuten nach Beginn der Suche nicht gefunden ist; die Uhr läuft ab dem Moment, in dem du zu suchen beginnst. Im Aus ist er, wenn er jenseits der weissen Pfähle oder Linien zum Liegen kommt. Beides führt zu Schlag und Distanz: Du spielst von dort, wo du den letzten Schlag gemacht hast, mit einem Strafschlag (R&A, Regel 18).

Deshalb gehört der provisorische Ball zum Handwerk. Könnte der Ball verloren oder im Aus sein, spielst du sofort einen zweiten und sagst laut, dass er provisorisch ist. Findest du den ersten innerhalb der drei Minuten, spielst du ihn; findest du ihn nicht, ist der provisorische im Spiel. Ohne Ansage ist der zweite Ball sofort im Spiel, und der erste zählt nicht mehr, selbst wenn er mitten auf dem Fairway liegt.

Viele Plätze führen zusätzlich die Ortsregel E-5: Statt zurückzugehen, droppst du für zwei Strafschläge am Fairwayrand auf der Höhe, wo der Ball verschwand. Ob sie gilt, entscheidet der Platz und schreibt es auf die Scorekarte, nicht die Gruppe am Abschlag.

Fall 2: die Penalty Area

Wasser und anderes markiertes Gelände heisst heute Penalty Area. Der erste und oft beste Weg: Du darfst den Ball dort spielen, wie er liegt, ohne Strafe. Willst du Erleichterung, kostet sie einen Schlag (R&A, Regel 17).

Gelbe Pfähle geben zwei Möglichkeiten: zurück zur Stelle des letzten Schlags, oder auf der Linie vom Loch durch den Punkt, an dem der Ball die Grenze zuletzt überquert hat, beliebig weit nach hinten.

Rote Pfähle geben zusätzlich die seitliche Erleichterung: zwei Schlägerlängen vom Kreuzungspunkt, nicht näher zum Loch. Das ist die Option, die eine Runde rettet, und sie ist der Grund, warum rote Markierungen an Bächen und Teichen üblich sind.

Der Punkt, auf den es ankommt, ist der Kreuzungspunkt, nicht die Stelle, an der du den Ball vermutest. Wer ihn falsch schätzt, droppt am falschen Ort, und das ist der häufigste stille Regelverstoss auf Schweizer Plätzen.

Fall 3: unspielbar

Ob dein Ball unspielbar ist, entscheidest du allein, überall auf dem Platz ausser in einer Penalty Area. Es kostet einen Strafschlag, und du hast drei Möglichkeiten (R&A, Regel 19): zurück zur Stelle des letzten Schlags, auf der Linie vom Loch nach hinten, oder seitlich innerhalb von zwei Schlägerlängen, nicht näher zum Loch.

Im Bunker gelten dieselben drei Optionen innerhalb des Bunkers für einen Strafschlag. Dazu kommt die vierte: für zwei Strafschläge auf der Linie nach hinten, ausserhalb des Bunkers. Wer im Sand steckt und keinen sauberen Schlag hat, kauft sich damit einen Schlag frei und spart oft zwei. Die Regeln im Sand und den Schlag daraus beschreibt Aus dem Bunker.

Wie man richtig droppt

Gedroppt wird aus Kniehöhe, senkrecht fallend, in den Erleichterungsbereich (R&A, Regel 14.3). Der Ball muss im Bereich zum Liegen kommen. Rollt er hinaus, droppst du ein zweites Mal; passiert es wieder, legst du ihn an der Stelle hin, an der er beim zweiten Mal den Boden berührt hat.

Seit 2023 ist die Linie nach hinten einfacher: Du droppst auf der Linie, und der Ball darf bis zu eine Schlägerlänge davon wegrollen, auch nach vorn, solange er nicht näher zum Loch liegt. Wer noch aus Schulterhöhe droppt, spielt nach einer Regel, die es seit 2019 nicht mehr gibt.

Der Ablauf, in dreissig Sekunden

Die Regeln kosten keine Zeit, das Zögern kostet Zeit. Vier Entscheidungen, die du triffst, bevor du losgehst:

  1. Am Abschlag: Könnte der Ball weg sein? Dann sofort einen provisorischen spielen und laut ansagen. Das kostet zwanzig Sekunden und spart den Weg zurück.
  2. Auf dem Weg: Merk dir den Punkt, an dem der Ball die Grenze einer Penalty Area überquert hat. Nachher ist er nicht mehr zu rekonstruieren.
  3. Am Ball: Entscheide die Option, bevor du suchst. Drei Minuten Suche und danach eine Diskussion sind fünf Minuten für die Gruppe hinter dir.
  4. Vor dem Drop: Erleichterungsbereich abstecken, Kniehöhe, fallen lassen. Nicht werfen, nicht legen.

Was dein Zähler wissen muss

In einer gezählten Runde sagst du deinem Zähler, welche Option du nimmst und wo du droppst. Das ist keine Höflichkeit, sondern der Grund, warum die Karte nachher stimmt: Er trägt die Schläge ein, die du ihm nennst, und Strafschläge zählen mit.

Wenn ihr euch nicht einig seid, erlauben die Regeln im Zählspiel, zwei Bälle zu spielen: einen nach deiner Auffassung, einen nach der anderen. Du sagst vorher an, welchen du gewertet haben willst, und legst den Fall nach der Runde der Spielleitung vor, bevor du die Karte abgibst. Das ist selten nötig und besser als eine Diskussion am Loch.

Was das auf der Scorekarte bedeutet

Für das Handicap wird jedes Loch bei Netto-Doppelbogey gekappt: Par plus zwei plus deine Vorgabeschläge auf diesem Loch. Ein Loch, das völlig entgleist, kostet dich also nicht zehn Schläge im Index, sondern die gekappte Zahl.

Die strategische Folge ist unbequem und eindeutig: Der Schlag quer aufs Fairway ist fast immer richtig, der Heldenschlag durch die Lücke fast nie. Wer zweimal pro Runde auf den Heldenschlag verzichtet, spart mehr Schläge als mit jeder Schwungstunde. Wie viel das im Index ausmacht, steht in Von 54 auf 36.

Mehr dazu: Provisorischer Ball im Golf, Unspielbarer Ball im Golf, Ball im Aus im Golf.

Fünf Fehler, die es gibt

  • Fünf Minuten suchen. Es sind drei, seit 2019.
  • Den provisorischen Ball nicht ansagen. Ohne das Wort provisorisch ist der zweite Ball im Spiel, und der erste zählt nicht mehr.
  • Aus Schulterhöhe droppen. Kniehöhe, seit 2019.
  • Beim Wasser dort droppen, wo der Ball liegt. Massgebend ist der Punkt, an dem er die Grenze überquert hat.
  • Die Ortsregel E-5 annehmen. Sie gilt nur, wenn der Platz sie eingeführt hat, und das steht auf der Scorekarte.

Alle fünf kosten entweder Schläge oder die Karte. Die übrigen Regeln, die auf jeder Runde vorkommen, stehen in Golfregeln für Anfänger. Und was der Simulator davon überhaupt abbildet, in Simulator-Score gegen Platz-Score: Ein Ball ins Aus kostet dort oft gar nichts, und genau deshalb fühlt sich die Runde indoor leichter an.

Wer die drei Fälle einmal durchdacht hat, verliert auf dem Platz keine Zeit mehr mit der Frage, was jetzt gilt, und das ist der eigentliche Gewinn: Regeln kennen heisst schneller spielen, nicht mehr diskutieren.

Häufige Fragen

Wie lange darf ich einen Golfball suchen?

Drei Minuten, gerechnet ab dem Moment, in dem du oder dein Caddie zu suchen beginnt. Danach gilt der Ball als verloren, und es folgt Schlag und Distanz: ein Strafschlag und noch einmal von der Stelle des letzten Schlags.

Was ist der Unterschied zwischen gelben und roten Pfählen?

Bei beiden kostet Erleichterung einen Strafschlag, und bei beiden darfst du den Ball straflos spielen, wie er liegt. Gelb gibt zwei Optionen: zurück zum letzten Schlag oder auf der Linie nach hinten. Rot gibt zusätzlich die seitliche Erleichterung, zwei Schlägerlängen vom Kreuzungspunkt, nicht näher zum Loch.

Was kostet ein Ball im Aus?

Einen Strafschlag, und du spielst noch einmal von der Stelle des letzten Schlags. Aus dem Abschlag ist der nächste Ball also dein dritter. Hat der Platz die Ortsregel E-5, darfst du stattdessen für zwei Strafschläge am Fairwayrand droppen.

Aus welcher Höhe wird gedroppt?

Aus Kniehöhe, senkrecht fallend, in den Erleichterungsbereich. Rollt der Ball hinaus, droppst du ein zweites Mal, danach legst du ihn an die Stelle, an der er beim zweiten Drop den Boden berührt hat. Die Schulterhöhe gilt seit 2019 nicht mehr.

Wann lohnt sich unspielbar im Bunker?

Wenn du keinen sauberen Schlag hast. Innerhalb des Bunkers kostet die Erleichterung einen Strafschlag, für zwei Strafschläge darfst du auf der Linie nach hinten ausserhalb des Bunkers droppen. Wer sonst zwei oder drei Versuche im Sand braucht, fährt damit besser.

Quellen