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2. Oktober 2026 · 9 Min. Lesezeit

Golf Lochspiel (Matchplay) erklärt: Regeln, Stand, Dormie und Vorgabe im Überblick

Lochspiel heisst: Du spielst um Löcher, nicht um Schläge. Der Beitrag erklärt den Stand von „2 auf“ bis dormie, das Schenken, die Abweichungen vom Zählspiel und die Vorgabe mit 100 Prozent oder ¾.

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Im Lochspiel spielst du gegen einen Gegner um Löcher, nicht um Schläge: Wer ein Loch mit weniger Schlägen spielt, gewinnt es, bei gleich vielen wird es geteilt, und das Match gewinnt, wer mehr Löcher vorne liegt, als noch zu spielen sind (R&A, Regel 3.2). Der Stand heisst zum Beispiel „2 auf“, und „dormie“ bist du, wenn dein Vorsprung so gross ist wie die Zahl der Restlöcher. Die Vorgabe ist der Unterschied der Course Handicaps, die Rules of Handicapping empfehlen im Einzel 100 Prozent davon, ein Club darf weniger festlegen, etwa ¾ (Swiss Golf, Handicap-Regeln 2024).

So wird ein Loch und das Match gewonnen

Ein Loch gewinnst du, wenn du es mit weniger Schlägen beendest als der Gegner, Strafschläge eingerechnet, wenn der Gegner es schenkt oder wenn er die allgemeine Strafe bekommt, den Lochverlust. Ein Loch ist geteilt, wenn beide gleich viele Schläge brauchen oder wenn ihr es als geteilt vereinbart, was erst erlaubt ist, nachdem einer von euch den ersten Schlag auf dem Loch gemacht hat. Das Match gewinnst du, wenn du mehr Löcher vorne liegst, als noch zu spielen sind, wenn der Gegner es schenkt oder wenn er disqualifiziert wird (Regel 3.2a).

Ein Lochspiel geht in der Regel über 18 Löcher (DGV-Serviceportal). Im Extremfall ist es nach zehn Löchern entschieden, wenn einer die ersten zehn gewinnt. Steht es nach dem letzten Loch gleich, wird das Match Loch für Loch verlängert, bis einer gewinnt, es sei denn, die Ausschreibung lässt ein Unentschieden zu (Regel 3.2a). Das Lochspiel ist die ursprüngliche Spielform im Golf: Bis zur Einführung des Zählspiels im 18. Jahrhundert wurde nur so gespielt.

Der Stand: all square, 2 auf, dormie, 4 und 3

AusdruckBedeutung
all squareBeide haben gleich viele Löcher gewonnen, das Match ist ausgeglichen.
2 auf (holes up)Du liegst mit zwei Löchern vorne.
dormieDein Vorsprung ist so gross wie die Zahl der Löcher, die noch zu spielen sind, zum Beispiel 3 auf bei noch drei Löchern. Du kannst nicht mehr verlieren, der Gegner kann nur noch ausgleichen.
4 und 3Das Match ist vorbei: Du lagst nach dem 15. Loch 4 auf, und es waren nur noch drei Löcher zu spielen.

„Holes up“ und „all square“ nennt die R&A in Regel 3.2d, die Beispiele für „dormie“ und „4 und 3“ stammen vom DGV. Beide Spieler sind dafür verantwortlich, den Stand zu kennen. Einigt ihr euch irrtümlich auf einen falschen Stand und korrigiert ihn nicht, bevor einer das nächste Loch beginnt, gilt der falsche Stand.

Geschenkt: Schlag, Loch, Match

Du darfst dem Gegner den nächsten Schlag, ein Loch oder das Match schenken. Den Schlag schenkst du, bevor er ihn macht: Er hat das Loch dann mit einem Score beendet, der den geschenkten Schlag enthält, und der Ball darf weg. Ein Loch schenkst du, solange es nicht beendet ist, auch vor dem Abschlag. Das Match schenkst du, solange das Ergebnis nicht feststeht. Ein Geschenk gilt nur, wenn es klar gesagt oder eindeutig gezeigt wird, und es ist endgültig: Der Gegner kann es weder ablehnen noch zurücknehmen (Regel 3.2b).

Ihr dürft nicht vereinbaren, euch gegenseitig Löcher zu schenken, um das Match abzukürzen. Wer das wissentlich tut, wird disqualifiziert.

Was im Lochspiel anders ist als im Zählspiel

ThemaZählspielLochspiel
Wer gewinntwer insgesamt die wenigsten Schläge brauchtwer mehr Löcher gewinnt
Strafe für die meisten Verstössezwei StrafschlägeVerlust des Lochs
Einlochenjedes Loch muss eingelocht werdender Schlag kann geschenkt werden
Reihenfolgekeine Strafe, „Ready Golf“ ist erwünschtwer ausser der Reihe schlägt, muss den Schlag auf Wunsch des Gegners wiederholen
Karteder Marker führt sie, beide bestätigenmeist keine Karte, beide kennen den Stand

Der Golfclub Obere Alp, der nach den Turnierregeln des DGV spielt, fasst es so zusammen: Der wesentliche Unterschied liegt in der Behandlung von Strafen. Die Strafen im Zählspiel stehen für den Bunker in Aus dem Bunker und für den verlorenen Ball in Ball verloren, im Aus, in der Penalty Area. Die zwölf Regeln für den Einstieg stehen in Golfregeln für Anfänger.

Wer schlägt zuerst?

Am ersten Loch entscheidet die Auslosung, sonst eine Absprache oder ein Münzwurf. Danach schlägt als Erster ab, wer das letzte Loch gewonnen hat, nach einem geteilten Loch derselbe wie zuvor. Nach den Abschlägen spielt der Ball zuerst, der weiter vom Loch liegt (Regel 6.4a). Wer ausser der Reihe schlägt, bekommt keine Strafe, aber der Gegner darf den Schlag sofort annullieren, bevor einer weiterspielt. Dann spielst du von derselben Stelle nochmals, wenn du dran bist.

Auskunft und Strafen

Du darfst den Gegner jederzeit fragen, wie viele Schläge er auf dem Loch gebraucht hat, auch nach dem Loch. Er muss die richtige Zahl nennen. Antwortet er nicht oder falsch und korrigiert es nicht rechtzeitig, verliert er das Loch. Eine eigene Strafe musst du dem Gegner so bald wie möglich melden, auch wenn du nichts von ihr weisst. Sonst verlierst du das Loch, es sei denn, du holst es nach, bevor der Gegner weiterspielt, oder er hat die Strafe selbst gesehen (Regel 3.2d). Einigt ihr euch darauf, eine Strafe nicht anzuwenden, die ihr kennt, seid ihr beide disqualifiziert.

Die Vorgabe im Lochspiel

Die Vorgabe geht über den Unterschied. Der Spieler mit dem tiefsten Playing Handicap spielt ohne Vorgabe, der andere erhält die Differenz (Anhang C). Die Rules of Handicapping empfehlen im Einzel 100 Prozent, im Vierball 90 Prozent. Das Beispiel von Swiss Golf: Bei den Course Handicaps 10 und 18 erhält der zweite Spieler 8 Schläge. Sie werden pro Loch gegeben, auf den schwersten Löchern, hier denen mit Stroke Index 1 bis 8, und das niedrigere Netto-Ergebnis gewinnt das Loch (Regel 3.2c). Auf einem Loch mit Stroke Index 5 braucht der Spieler mit 10 fünf Schläge, der mit 18 sechs. Der Spieler mit 18 hat dort einen Schlag, sein Netto ist fünf, das Loch ist geteilt. Auf Stroke Index 12 bekommt er keinen, und der Spieler mit 10 gewinnt.

Wenn du „3/4 Vorgabe“ gehört hast: Das steht nicht in Anhang C, sondern ist die Entscheidung eines Clubs. Der DGV schreibt, dass im Netto-Lochspiel nicht die volle Differenz angerechnet werden muss, wenn die Spielleitung das in der Ausschreibung bekannt gibt. Der Golfclub Obere Alp verteilt für sein Jahres-Matchplay ¾ der Differenz und rundet auf die nächste ganze Zahl. Swiss Golf verlangt, dass der Anteil in den Wettspielbedingungen steht.

Course HandicapsDifferenz100 %¾ der Differenz
10 und 1888 Schläge6 Schläge
19 und 291010 Schläge8 Schläge (7,5 gerundet)

Vor dem Match sollt ihr euch eure Handicaps nennen. Nennst du ein zu hohes und korrigierst es nicht, bevor der Gegner schlägt, bist du disqualifiziert, wenn sich dadurch deine Schläge ändern. Ein zu tiefes bleibt ohne Strafe, du spielst dann damit. Jeder ist selbst dafür verantwortlich zu wissen, auf welchen Löchern er Schläge gibt oder erhält.

Ein Lochspiel zählt nicht fürs Handicap. In der Schweiz sind nur Einzel-Zählspielformen handicapwirksam, Matchplay-Ergebnisse ausdrücklich nicht (Handicap-Regeln 2024, Regel 2.1), und der DGV schreibt dasselbe. Wie dein Index entsteht, steht in Das Golf-Handicap erklärt. Die Teamformen im Lochspiel rechnen mit 90 Prozent im Vierball und mit 50 Prozent des Unterschieds der addierten Handicaps im Vierer, mehr dazu in Scramble, Vierball und Vierer.

Was daraus für dein Spiel folgt

  • Ein verpatztes Loch kostet ein Loch und nicht mehr. Ob du 6 oder 9 Schläge brauchst, wenn der Gegner 4 spielt, ist dasselbe Ergebnis. Du darfst es ihm auch schenken.
  • Frag nach der Schlagzahl des Gegners, bevor du entscheidest, wie du das Loch spielst. Dafür ist das Recht da.
  • Wer näher am Loch liegt, schlägt als Zweiter und sieht den Schlag des Gegners vorher.
  • Heb den Ball erst auf, wenn ein Geschenk klar gesagt oder gezeigt wurde.

Auch grosse Wettbewerbe sind Lochspiel. Beim Ryder Cup spielen die Teams nach der Beschreibung von NBC Sports an den ersten zwei Tagen Foursomes und Fourballs mit je vier Spielen pro Durchgang, am letzten Tag spielen alle 12 Spieler im Einzel. Ein gewonnenes Spiel gibt 1 Punkt, ein geteiltes einen halben. Von 28 Punkten reichen 14,5 zum Sieg. Wie du aus Formaten ein Turnier für eine Gruppe baust, steht in Ein Golfturnier organisieren.

Lochspiel im Simulator

Einen Match-Play-Modus nennt die Software E6 Connect auf ihrer Seite neben Stroke, Scramble, Best Ball und Stableford (E6 Connect). Im Verzeichnis nennen drei Indoor-Anlagen E6 Connect: John's Golf in Wiezikon, Swing Easy in Étoy und Indoorgolf Rotkreuz (Stand 2. Oktober 2026, eigene Einträge). Ob die Anlage den Modus anbietet, steht in keinem dieser Einträge. Frag beim Buchen. Ein Match kannst du auch ohne Modus üben: Ihr spielt dieselben Löcher, vergleicht nach jedem Loch die Schläge und führt den Stand selbst.

Für Gruppen machen 87 der 110 Indoor-Anlagen Angaben zur Gruppenbuchung (Stand 2. Oktober 2026, eigene Einträge). Die nächste Anlage zeigt die Seite Golfsimulator in der Nähe, alle nach Kanton die Karte. Wer das Spiel zuerst lernen will, beginnt mit Golfsimulator für Anfänger.

Häufige Fragen

Wie funktioniert Lochspiel im Golf?

Du spielst gegen einen Gegner um Löcher: Wer ein Loch mit weniger Schlägen spielt, gewinnt es, bei gleich vielen wird es geteilt. Das Match gewinnt, wer mehr Löcher vorne liegt, als noch zu spielen sind, zum Beispiel 2 auf bei noch einem Loch.

Was bedeutet dormie im Golf?

Dormie bist du, wenn dein Vorsprung so gross ist wie die Zahl der Löcher, die noch zu spielen sind, zum Beispiel 3 auf bei noch drei Löchern. Du kannst nicht mehr verlieren, der Gegner kann nur noch ausgleichen. So beschreibt es der DGV.

Was heisst geschenkt im Lochspiel?

Du darfst dem Gegner den nächsten Schlag, ein Loch oder das Match schenken. Das muss klar gesagt oder gezeigt werden und ist endgültig: Der Gegner kann es weder ablehnen noch zurücknehmen (Regel 3.2b). Ein geschenkter Schlag gilt als eingelocht.

Wie viel Vorgabe bekomme ich im Lochspiel?

Die Rules of Handicapping empfehlen im Einzel 100 Prozent der Differenz der Course Handicaps: Bei 10 und 18 bekommt der zweite 8 Schläge. Ein Club darf weniger festlegen, etwa ¾: Bei 19 und 29 sind das 8 statt 10 Schläge. Den Wert nennt die Ausschreibung.

Zählt ein Lochspiel fürs Handicap?

Nein. Swiss Golf nennt für die Schweiz nur Einzel-Zählspielformen als handicapwirksam, Matchplay-Ergebnisse ausdrücklich nicht. Auch der DGV schreibt, ein Lochspiel könne nicht handicaprelevant gespielt werden. Für dein Handicap spielst du General Play oder ein Zählspiel-Turnier.

Quellen