Swiss Golf Simulators Alle Standorte Karte Nach Kanton Nach Stadt Jetzt offen In der Nähe Für Unternehmen

18. September 2026 · 10 Min. Lesezeit

Stableford im Golf, Brutto und Netto: die Zählweise verstehen, die Scorekarte richtig ausfüllen und was Scramble und Foursome sind

Stableford gibt Punkte statt Schläge, und ein verpatztes Loch kostet höchstens die Punkte dieses Lochs. Eine ganze Karte durchgerechnet, dazu Brutto und Netto, der Netto-Doppelbogey, die Scorekarte nach Regel 3.3b und die Formate vom Lochspiel bis zum Scramble. Und: General Play in der Swiss Golf App und was der Simulator auf die Karte schreibt.

Stableford im Golf, Brutto und Netto: die Zählweise verstehen, die Scorekarte richtig ausfüllen und was Scramble und Foursome sind — Beitragsbild

Wer im Golf Stableford spielt, zählt Punkte statt Schläge. Die Zählweise ist einfacher als ihr Ruf: Jedes Loch gibt Punkte für dein Netto-Ergebnis, und ein verpatztes Loch kostet dich höchstens die Punkte dieses Lochs. Hier ist die Rechnung einmal über 18 Löcher, dazu das, was am Turnier sonst noch zählt: Brutto und Netto, die Karte, die Formate, die App und der Simulator.

Stableford im Golf: die Punkte pro Loch

Massstab ist das Par des Lochs, wenn die Spielleitung nichts anderes festlegt. Du ziehst von deinen Schlägen die Handicapschläge ab, die dir auf dem Loch zustehen, und vergleichst das Netto-Ergebnis mit dem Par. Die Tabelle steht in Regel 21.1b der Golfregeln:

Netto-ErgebnisPunkte
zwei oder mehr über Par0
ein Schlag über Par, Bogey1
Par2
ein Schlag unter Par, Birdie3
zwei unter Par, Eagle4
drei unter Par5
vier unter Par6

Zwei Punkte auf jedem Loch sind 36 für die Runde, und 36 Punkte heisst: Du hast genau dein Handicap gespielt. Sobald auf einem Loch keine Punkte mehr möglich sind, darfst du den Ball aufnehmen. Das Loch gibt dann 0 Punkte, mehr passiert nicht (Regel 21.1b).

Brutto und Netto: was der Unterschied ist

Brutto ist die Zahl der Schläge, die du wirklich gebraucht hast, Strafschläge eingeschlossen. Netto ist Brutto minus die Handicapschläge, die dir auf dem Loch zustehen. Wie viele das sind, sagt dein Course Handicap: Handicap Index mal Slope Rating geteilt durch 113, plus Course Rating minus Par, am Schluss gerundet (Swiss Golf, Handicap-Regeln 2024, Regel 6.1a). Auf den gelben Abschlägen des Beispielplatzes im WHS-Dokument von Swiss Golf (Course Rating 71.9, Slope 135, Par 72) wird aus Index 36.0 ein Course Handicap von 43: 36 × 135 ÷ 113 = 43.0, minus 0.1, gerundet 43. Aus Index 54.0, dem höchsten Index, werden 64. Verteilt werden die Schläge über den Stroke Index der Karte, kurz SI: der erste auf SI 1, der achtzehnte auf SI 18, der neunzehnte wieder auf SI 1 (Anhang E). Mit 43 hast du also zwei Schläge auf jedem Loch und einen dritten auf SI 1 bis 7, mit 64 drei auf jedem Loch und einen vierten auf SI 1 bis 10.

Für dein Handicap zählt immer das volle Course Handicap. Für die Rangliste eines Turniers kann die Spielleitung einen Anteil festlegen, das Playing Handicap: Swiss Golf empfahl 2021 das volle Course Handicap (WHS in 6 Schritten), die Handicap-Regeln 2024 nennen in Anhang C 95 Prozent für Einzel-Stableford. Was gilt, steht in der Ausschreibung. Bruttosieger wird, wer die meisten Punkte ohne Handicapschläge holt.

Einmal durchgerechnet: 18 Löcher mit Course Handicap 43

Die Karte unten ist ein Beispiel mit Par 72, die SI nach dem Muster aus Anhang E: die ungeraden vorne, die geraden hinten. Der Spieler hat Course Handicap 43, also zwei Schläge auf jedem Loch und drei auf SI 1 bis 7.

LochParSIVorgabeBruttoNettoPunkte
1453742
25112861
33172532
44131070
5473633
63152423
7533852
84132642
9492751
Out3622613916
10463742
113182314
125102752
13423851
144122642
153162641
16543961
17482860
184142642
In3621603915
Total72431217831

Vorne 61 Schläge und 16 Punkte, hinten 60 und 15: Brutto 121, Netto 78, 31 Punkte, fünf unter 36. Netto sind das sechs über Par, in Punkten fünf. Der Unterschied ist Loch 4, und es zeigt den Schutz: 10 Schläge mit Vorgabe 3 sind netto 7 auf einem Par 4, 0 Punkte. Ob es 9, 10 oder 12 waren, ändert nichts. Loch 11 zeigt das Gegenteil: Ein Brutto-Par mit Vorgabe 2 ist netto 1, zwei unter Par, 4 Punkte.

Netto-Doppelbogey: warum ein Loch dein Handicap nicht ruiniert

Für den Handicap Index zählt auf Loch 4 nicht die 10, sondern der Netto-Doppelbogey: Par plus 2 plus deine Handicapschläge auf dem Loch, hier 4 + 2 + 3 = 9. Das ist das niedrigste Ergebnis mit 0 Stableford-Punkten und die Obergrenze pro Loch für die Handicap-Berechnung, ohne Grenze, auf wie vielen Löchern sie greift (Handicap-Regeln 2024, Regel 3.1b). Aus den 121 Schlägen wird so ein Adjusted Gross Score von 120, daraus rechnet das System das Score Differential, und wie daraus der Index wird, steht im Beitrag zum Handicap.

Die Scorekarte ausfüllen: Zeile für Zeile

  1. Vor der Runde: Name, Datum, Abschlag und Course Handicap oben auf die Karte. Course Rating, Slope, Par und SI sind aufgedruckt.
  2. Karten tauschen: Dein Marker (der Zähler) führt deine Karte, du führst seine. Im Turnier bestimmt oder bestätigt ihn die Spielleitung.
  3. Nach jedem Loch: Der Marker fragt nach deinen Schlägen, Strafschläge eingeschlossen, und trägt die Bruttozahl ein. Netto und Punkte musst du nicht eintragen.
  4. Nach der Runde: Loch für Loch vergleichen. Stimmt alles, bestätigt der Marker die Lochergebnisse und du ebenfalls, mit Unterschrift oder elektronisch.
  5. Abgeben: Die Karte geht sofort an die Spielleitung. Zusammenzählen und Handicap anrechnen ist ihre Aufgabe.

Die Folgen stehen in Regel 3.3b der Golfregeln: Steht auf einem Loch eine tiefere Zahl, als du gebraucht hast, bist du disqualifiziert. Steht eine höhere, zählt die höhere. Fehlt die Bestätigung, bist du ebenfalls disqualifiziert. Im Zählspiel musst du zudem jedes Loch einlochen, sonst bist du draussen, wenn du es nicht vor dem nächsten Loch korrigierst (Regel 3.3c). In Stableford nimmst du bei 0 Punkten einfach auf.

Lochspiel, Scramble, Foursome, Greensome: die Formate

  • Lochspiel (Matchplay): Du spielst um Löcher, nicht um Schläge. Wer auf dem Loch weniger Schläge braucht, gewinnt es, gleich viele teilen es. Das Match ist entschieden, sobald jemand mehr Löcher vorne liegt, als noch zu spielen sind. Der nächste Schlag, ein Loch oder das Match kann geschenkt werden, und ein Geschenk ist endgültig (Golfregeln, Regel 3.2).
  • Scramble: Teams mit zwei, drei oder vier Spielern. Alle schlagen ab, das Team wählt den besten Ball, alle spielen von dort weiter, bis der Ball im Loch ist. Beim Texas Scramble muss von jedem Spieler eine Mindestzahl Abschläge zählen (R&A, Committee Procedures, Abschnitt 9). Empfohlene Vorgabe bei vier Spielern: 25, 20, 15 und 10 Prozent vom tiefsten zum höchsten Handicap, bei zwei 35 und 15 Prozent (Handicap-Regeln 2024, Anhang C).
  • Foursome: Zwei Partner, ein Ball, abwechselnd geschlagen. Vorgabe: 50 Prozent des addierten Team-Handicaps (Anhang C).
  • Greensome: Beide schlagen ab, das Team wählt einen Ball, der andere Partner schlägt weiter, dann im Wechsel (Abschnitt 9). Vorgabe: 60 Prozent vom tieferen, 40 vom höheren Handicap (Anhang C).
  • Chapman (Pinehurst): Beide schlagen ab und spielen den zweiten Schlag mit dem Ball des Partners, dann wählen sie einen Ball und spielen ihn abwechselnd zu Ende (Abschnitt 9). Vorgabe wie beim Greensome.

Fürs Handicap zählt in der Schweiz nur das Einzel-Zählspiel, nach Schlägen, als Stableford, Par/Bogey oder Maximum Score, im Turnier oder als General Play, über 9 oder 18 Löcher. Lochspiel und Teamformate sind nicht handicapwirksam (Handicap-Regeln 2024, Regel 2.1a).

General Play: die Karte in der Swiss Golf App

General Play ist die handicapwirksame Runde ausserhalb eines Turniers, vorher angemeldet in der Swiss Golf App oder im Sekretariat des Clubs (Regel 2.1a). In der App startest du die Runde vor dem ersten Abschlag: Platz und Abschlag wählen, Marker einladen. Am Ende bestätigt der Marker die Karte in der App, dann schliesst du die Runde ab, das ist Unterschrift und Abgabe in einem. Internet brauchst du nur am Anfang und am Ende. Gespielt wird als Zählspiel mit Maximum Score: Nimmst du auf einem Loch auf, trägst du den Netto-Doppelbogey ein (Swiss Golf, General Play in der App). Eine 9-Loch-Runde muss ganz gespielt sein, ein 18-Loch-Ergebnis braucht mindestens 10 Löcher, und ein Marker ist Pflicht (Handicap-Regeln 2024, Regel 2.1 und 2.2). Wie du zum ersten Index kommst, steht im Beitrag zur Platzreife. Wie eine solche Runde im Detail abläuft, steht in EDS-Runden erklärt.

Mehr dazu: Golf Strafschläge im Überblick, Hole in One.

Was die Karte im Simulator zeigt

Im Simulator führt die Software die Karte: Jeder gemessene Schlag zählt, Strafschläge nach ihren Einstellungen, und pro Loch steht die Bruttozahl. Ob sie Stableford-Punkte rechnet oder ein Scramble anbietet, hängt von der Software ab. Frag die Anlage vor dem Buchen. Fürs Handicap zählt die Runde nicht: Ein handicapwirksames Ergebnis braucht einen Platz mit gültigem Course Rating und Slope Rating und einen Marker (Handicap-Regeln 2024, Regel 2.1), mehr dazu im Beitrag zum Simulator-Score. Als Übung ist die Karte trotzdem gut: Spiel neun Löcher, führ daneben eine Papierkarte, rechne die Punkte selbst und vergleiche mit der Anzeige. Die nächste der 110 Indoor-Anlagen in der Schweiz findest du unter Standorte, was an Turnieren im Simulator läuft, unter Events, und den Rest zum Spielen im Simulator in den FAQ.

Häufige Fragen

Wie werden Stableford-Punkte berechnet?

Pro Loch ziehst du deine Handicapschläge von den gespielten Schlägen ab und vergleichst das Netto-Ergebnis mit dem Par: Netto-Par gibt 2 Punkte, ein Schlag darüber 1, ein Schlag darunter 3, zwei darunter 4, zwei oder mehr darüber 0 (Regel 21.1b). 36 Punkte heisst, du hast genau dein Handicap gespielt.

Was ist ein Netto-Doppelbogey?

Par des Lochs plus 2 plus deine Handicapschläge auf diesem Loch, zum Beispiel 4 + 2 + 3 = 9. Es ist das niedrigste Ergebnis mit 0 Stableford-Punkten und die Obergrenze, mit der ein Loch in die Handicap-Berechnung eingeht, egal auf wie vielen Löchern das passiert. Wer im General Play aufnimmt, trägt den Netto-Doppelbogey ein.

Wie viele Punkte gibt es mit Handicap 54?

Mit Course Handicap 54 hast du auf jedem Loch 3 Schläge. Ein Triple-Bogey ist dann netto Par und gibt 2 Punkte, ein Doppelbogey 3, ein Bogey 4, ein Par 5. Erst Par plus 5 gibt 0 Punkte. Auf einem schweren Platz kann aus Index 54.0 ein Course Handicap über 54 werden, im Beispiel mit Slope 135 sind es 64 Schläge.

Was passiert, wenn ich eine falsche Zahl auf der Scorekarte stehen lasse?

Steht auf einem Loch eine tiefere Zahl, als du gebraucht hast, bist du disqualifiziert. Steht eine höhere, zählt die höhere. Das sagt Regel 3.3b. Verantwortlich für die Zahlen bist du, auch wenn dein Marker sie einträgt; für die Addition und die Umrechnung in Punkte ist die Spielleitung zuständig.

Welche Spielformen zählen fürs Handicap?

In der Schweiz nur das Einzel-Zählspiel: nach Schlägen, als Stableford, als Par oder Bogey oder als Maximum Score, im Turnier oder als angemeldete General-Play-Runde über 9 oder 18 Löcher. Lochspiel, Scramble, Foursome und Greensome sind nicht handicapwirksam.

Quellen