26. September 2026 · 7 Min. Lesezeit
EDS-Runden erklärt: das Handicap ohne Turnier verbessern
Ein Handicap verbessert sich nur mit eingereichten Karten, und dafür braucht es keine Turniere. Wie eine EDS-Runde abläuft, wer sie spielen darf und woran sie meistens scheitert.

Ein Handicap verbessert sich nur, wenn Karten eingereicht werden. Viele glauben, das gehe nur im Turnier, und spielen deshalb ein Jahr lang ohne eine einzige. Es gibt die zweite Tür, und sie heisst EDS: eine ganz normale Privatrunde, die vorher angemeldet wird und danach zählt. Hier steht, wie sie abläuft, wer sie spielen darf und woran sie meistens scheitert.
Was eine EDS-Karte ist
EDS steht für Extra Day Score, also für ein Resultat ausserhalb eines Turniers. Es ist keine besondere Spielform und keine Prüfung, sondern deine Runde am Samstagnachmittag, mit zwei Bedingungen: Sie muss vor dem Start angemeldet sein, und die Karte muss am selben Tag abgegeben werden (Swiss Golf, WHS in 6 Schritten).
Der Grund für beide Bedingungen ist derselbe: Eine Karte, die man erst nach der Runde anmeldet, wäre eine Karte, die man nur bei gutem Ergebnis einreicht. Das System will jede angemeldete Runde sehen, die gute und die schlechte. Genau deshalb ist die Anmeldung vorher keine Formalität, sondern der Kern der Sache.
Wer EDS-Karten spielen darf
| Wer | Über 18 Löcher | Über 9 Löcher |
|---|---|---|
| Alle Spielerinnen und Spieler | ja | ja |
| Junioren mit Index unter 12.0 | nein | nein |
Im alten EGA-System war das anders: Da durften EDS-Karten über 18 Löcher nur Spieler mit einem Handicap über 4.4 schreiben und über 9 Löcher nur solche über 11.5. Seit dem WHS ist die Einschränkung weg, mit der einen Ausnahme für Junioren mit einem Index unter 12.0.
Der Ablauf in sechs Schritten
- Anmelden, bevor du startest. In der Swiss Golf App oder im Sekretariat des Platzes. Dort wählst du Platz und Abschlag.
- Einen Zähler bestimmen. Die Person, die deine Karte führt und unterschreibt, braucht selbst ein Handicap von 36 oder besser.
- Spielform wählen. Einzel Stableford, Einzel Zählspiel, Einzel Par oder Bogey oder Maximum Score. Etwas anderes zählt nicht.
- Mit dem vollen Course Handicap spielen. Swiss Golf empfiehlt für handicapwirksame Runden und EDS-Karten 100 Prozent, Course Handicap und Playing Handicap sind dann dieselbe Zahl.
- Die Karte unterschreiben lassen und selbst unterschreiben. Steht auf einem Loch eine tiefere Zahl, als du gebraucht hast, ist die Karte ungültig.
- Am selben Tag abgeben. Über Nacht wird gerechnet, inklusive der Playing Conditions Calculation für den Tag, und am nächsten Morgen steht dein neuer Index in der App.
Was zählt und was nicht
| Spielform | Handicapwirksam |
|---|---|
| Einzel Stableford | ja |
| Einzel Zählspiel | ja |
| Einzel Par oder Bogey | ja |
| Maximum Score | ja |
| Lochspiel | nein |
| Scramble, Vierer, Greensome | nein |
| Runde im Simulator | nein |
Die letzte Zeile überrascht manche: Das WHS nimmt nur Ergebnisse von Plätzen mit Course Rating und Slope Rating, und ein virtueller Platz hat keines. Warum das so ist, steht in Simulator-Score gegen Platz-Score.
Was auf der Karte steht
Es ist dieselbe Scorekarte wie im Turnier. Oben trägst du vor der Runde Name, Datum, Abschlag und dein Course Handicap ein; Course Rating, Slope und die Vorgabenverteilung sind aufgedruckt. Während der Runde führt dein Zähler deine Karte und du seine, Loch für Loch mit der Bruttozahl.
Am Ende unterschreiben beide. Das Addieren und das Umrechnen in Stableford-Punkte ist Sache der Spielleitung, nicht deine; deine Verantwortung sind die Zahlen pro Loch. Steht irgendwo eine tiefere Zahl, als du gebraucht hast, ist die Karte ungültig. Über Nacht rechnet das System das Score Differential, angepasst um die Playing Conditions Calculation des Tages, und am Morgen steht der neue Index in der App.
Der Unterschied zum Turnier
| Turnier | EDS-Runde | |
|---|---|---|
| Anmeldung | im Voraus, mit Startliste | am selben Tag, vor dem Start |
| Kosten | Nenngeld plus Greenfee | nur das Greenfee |
| Mitspieler | zugeteilt | du wählst sie |
| Spielform | gibt die Spielleitung vor | du wählst aus den vier Einzelformen |
| Gelegenheiten im Jahr | wenige | so viele, wie du spielst |
Beide Karten sind für den Index gleich viel wert. Der einzige Unterschied, der bleibt, ist der Druck: Im Turnier spielst du vor Leuten, die mitzählen, und genau darum ist ein Turnier pro Saison trotzdem eine gute Idee.
Neun oder achtzehn Löcher
Beide zählen. Wie eine Neun-Loch-Karte verrechnet wird, macht das System; für dich ändert sich am Ablauf nichts: anmelden, Zähler, spielen, unterschreiben, gleichentags abgeben.
Praktisch ist die Neun-Loch-Runde die wichtigere Hälfte. Sie dauert zwei Stunden statt vier, passt nach der Arbeit und lässt sich im Sommer bis in den Abend spielen. Wer zwischen April und Oktober zweimal im Monat neun Löcher spielt und jedes Mal anmeldet, hat am Ende der Saison vierzehn Karten und ein Handicap, das seinem Spiel entspricht.
Warum zehn EDS-Karten mehr bringen als zwei Turniere
Solange du weniger als zwanzig Score Differentials hast, rechnet das System mit den besten wenigen: bei drei Karten die beste minus 2, bei fünf die beste, bei neun bis elf der Schnitt der besten drei (R&A, Regel 5). Jede zusätzliche Karte ist also eine zusätzliche Chance, dass eine gute darunter ist.
Wer zwei Turniere im Jahr spielt, hat zwei solche Chancen. Wer zehnmal eine Privatrunde anmeldet, hat zwölf. Das ist der ganze Unterschied zwischen einem Handicap, das nach einer Saison bei 54 steht, und einem, das bei 38 steht. Der Weg dorthin steht in Von 54 auf 36.
Was du am Abend vorher erledigst
Eine EDS-Runde scheitert fast nie am Spiel, sondern an der Organisation. Vier Dinge, die am Vorabend fünf Minuten kosten und am nächsten Tag alles retten:
- Startzeit buchen und dabei prüfen, ob der Platz an diesem Tag überhaupt handicapwirksam bespielbar ist. Wintergreens und provisorische Löcher ändern das.
- Den Zähler fragen, ob er kommt und ob sein Handicap 36 oder besser ist. Ohne Zähler keine Karte.
- Die App öffnen und sicherstellen, dass du eingeloggt bist. Am ersten Abschlag mit schlechtem Empfang ein Passwort zu suchen, hat schon viele Karten gekostet.
- Das Course Handicap klären für den Abschlag, den du spielst. Es steht in der App oder auf der Tabelle beim ersten Tee.
Die sechs häufigsten Fehler
- Nachträglich anmelden. Geht nicht, und daran scheitern die meisten guten Runden.
- Die Karte erst am nächsten Tag abgeben. Sie muss am selben Tag beim Club oder bei der Organisation sein.
- Ein Zähler ohne Handicap. Er braucht 36 oder besser; ein Gast ohne Lizenz kann nicht unterschreiben.
- Die falsche Spielform. Lochspiel gegen einen Freund fühlt sich nach Wettkampf an und zählt trotzdem nicht.
- Ein Loch nicht gespielt. Nicht gespielte Löcher werden im Adjusted Gross Score behandelt, aber die Regeln dafür sind eng; frag im Sekretariat, bevor du abbrichst.
- Kein homologierter Platz. Eine Runde auf einer Anlage ohne Course und Slope Rating ergibt kein Differential.
Wie viele Karten sind genug
Zwanzig, dann rechnet das System normal. Bis dahin gilt: jede Runde eine Karte. Praktisch heisst das, die Anmeldung zur Gewohnheit zu machen, wie das Buchen der Startzeit. Es dauert eine Minute in der App und kostet nichts.
Neun-Loch-Karten zählen dabei voll, und für Berufstätige sind sie der realistische Weg: zwei Stunden nach der Arbeit, eine Karte. Zwei solche Abende im Monat von April bis Oktober sind vierzehn Karten in einer Saison.
Und der Winter
Von November bis März gibt es keine Karten, weil es kaum offene Plätze gibt. Das ist kein Verlust, sondern die Zeit, in der du an den Zahlen arbeitest, die im April auf der Karte stehen: Carry-Distanz pro Schläger, Streuung, Treffpunkt. Eine Stunde in einer Bay kostet im Median CHF 50 für bis zu vier Personen; die Anlagen stehen auf der Karte, und was sich in einem Winter erreichen lässt, im Trainingsplan.
Häufige Fragen
Was ist eine EDS-Runde?
Eine Extra Day Score: eine normale Privatrunde, die handicapwirksam ist, weil du sie vor dem Start anmeldest und die unterschriebene Karte am selben Tag abgibst. Sie ersetzt das Turnier als Weg, den Index zu bewegen.
Muss ich eine EDS-Runde vorher anmelden?
Ja, und zwar vor dem ersten Abschlag, in der Swiss Golf App oder im Sekretariat. Eine nachträglich angemeldete Runde zählt nicht, weil das System jede angemeldete Runde sehen will, die gute und die schlechte.
Wer darf meine EDS-Karte unterschreiben?
Ein Zähler mit einem eigenen Handicap von 36 oder besser. Du führst seine Karte, er führt deine, und beide unterschreiben. Verantwortlich für die Zahlen bist du.
Darf jeder EDS-Karten spielen?
Seit dem WHS ja, über 18 und über 9 Löcher. Die einzige Ausnahme sind Junioren mit einem Handicap Index unter 12.0. Im alten EGA-System waren EDS-Karten nur ab Handicap 4.5 beziehungsweise 11.6 erlaubt.
Zählt eine Runde im Golfsimulator als EDS?
Nein. Das WHS nimmt nur Ergebnisse von Plätzen mit Course Rating und Slope Rating, und ein virtueller Platz hat keines. Der Simulator ist die Trainingsseite des Handicaps, nicht seine Buchhaltung.
Quellen
- Swiss Golf: WHS in 6 Schritten (PDF) (EDS-Karten, Anmeldung vor der Runde, Abgabe am selben Tag)
- ASGI: Handicap
- R&A: Rules of Handicapping, Regel 5