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18. September 2026 · 10 Min. Lesezeit

Golf und Rückenschmerzen: was Balgrist sieht, was sich am Schwung ändern lässt und wie du dich in fünf Minuten aufwärmst

Das Balgrist Golf Institute nennt den unteren Rücken unter den Regionen, die beim Golf am häufigsten betroffen sind, und eine Übersicht über 301 Studien nennt den Rücken als häufigste Verletzungsstelle. Was der Schwung mit dem Rücken macht, was sich ändern lässt, ein Aufwärmen in fünf Minuten, ein Test für den Winter und die Grenze, ab der die Frage an den Arzt geht.

Golf und Rückenschmerzen: was Balgrist sieht, was sich am Schwung ändern lässt und wie du dich in fünf Minuten aufwärmst — Beitragsbild

Wer länger spielt, kennt das Thema Golf und Rückenschmerzen, meist am unteren Rücken. Das ist kein Zufall. Der Schwung dreht den Oberkörper mit Tempo gegen die Hüfte, und der untere Rücken sitzt dazwischen. Das Balgrist Golf Institute in Zürich nennt ihn unter den Regionen, die am häufigsten betroffen sind, und eine Übersichtsarbeit über 301 Studien nennt den Rücken als häufigste Verletzungsstelle. Vier Dinge hast du selbst in der Hand: den Schwung verstehen, den Schwung anpassen, fünf Minuten aufwärmen und im Winter an der Beweglichkeit arbeiten. Und eine Grenze kennen: Schmerz ist eine Frage für den Arzt.

Was am Rücken passiert, wenn du schwingst

Der Golfschwung ist eine Drehung. Im Rückschwung drehen die Schultern weiter als die Hüfte, im Abschwung dreht die Hüfte zuerst zurück und die Schultern folgen mit Tempo. Der untere Rücken liegt zwischen beiden. Er überträgt die Drehung, hält den Oberkörper in seiner Neigung über dem Ball und bremst im Finish alles ab.

Wie oft das zum Problem wird, haben Murray und Kollegen 2017 im British Journal of Sports Medicine zusammengetragen: eine Übersichtsarbeit über 301 Studien zu Golf und Gesundheit. Der Befund: Golf ist Bewegung mittlerer Intensität mit Nutzen für Herz, Atmung und Stoffwechsel, die Verletzungsrate ist moderat, und der Rücken ist am häufigsten betroffen. Für Amateure nennt die Arbeit pro Jahr eine Verletzungsrate zwischen 15.8 und 40.9 Prozent, je nach Studie, und über das Golferleben zwischen 25.2 und 67.4 Prozent. Die Spannen sind breit, weil die Studien unterschiedlich zählen. Nach Körperregion:

  • Wirbelsäule, vor allem der untere Rücken: 18.3 bis 36.4 Prozent der Verletzungen bei Amateuren
  • Ellbogen: 8.0 bis 33.0 Prozent
  • Handgelenk und Hand: 10.0 bis 32 Prozent
  • Schulter: 4.0 bis 18.6 Prozent

Golf und Rückenschmerzen: was das Balgrist Golf Institute sieht

Seit dem 8. Juli 2025 hat die Schweiz eine Adresse, an der Medizin und Golf unter einem Dach arbeiten: das Balgrist Golf Institute der Universitätsklinik Balgrist in Zürich, mit Fachärzten, Sportwissenschaftlerinnen und internationalen Golf-Coaches. Als Medical Partner von Swiss Golf betreut es die Golferinnen und Golfer des Verbands sportmedizinisch. Das Institut nennt als am häufigsten betroffen den unteren Rücken sowie Schulter, Ellbogen und Handgelenk: dieselben vier Regionen, die auch in der Übersichtsarbeit vorn stehen.

Wer dort hingeht, bekommt eine Untersuchung. Das Golf-Assessment besteht aus einer golfspezifischen medizinischen Untersuchung, einer Beratung beim Golf Pro mit Simulator und 3D-Analyse für Schwung und Putting, einer Analyse durch einen Bewegungsspezialisten sowie Beratung und Trainingsempfehlungen. Für Beschwerden gibt es eine Golfsprechstunde. Der Simulator ist dort ein Messgerät: Er zeigt, wie sich jemand bewegt, und heilt nichts.

Der rückenschonendere Schwung: was sich ändern lässt

Den Rücken aus dem Schwung nehmen geht nicht. Was geht: die Last anders verteilen. Drei Stellen spielen dabei eine Rolle. Keine davon siehst du selbst, ein Pro oder ein Video schon.

  • Die Haltung am Ball. Die Neigung nach vorn kommt aus der Hüfte, mit langem Rücken. Wer sich aus dem unteren Rücken nach vorn rundet, dreht aus dieser Rundung heraus.
  • Die Hüfte im Rückschwung. Je weniger die Hüfte mitdreht, desto mehr Drehung liegt zwischen Hüfte und Schultern. Das bringt Tempo, und was die Hüfte nicht dreht, muss der Rumpf drehen.
  • Das Finish. Ein Finish mit dem Gewicht auf dem vorderen Fuss, die Brust zum Ziel, der Rücken gerade. Ein Finish, das nach hinten ins Hohlkreuz kippt, weil das Gewicht hinten geblieben ist, endet jeden Schwung in der Überstreckung.

Die vierte Stelle ist keine Technik, sondern eine Zahl: wie viele Bälle. Auf der Range und in der Bay kommen die Schwünge dicht hintereinander, ohne die Gehpausen der Runde. Zähl die Bälle, nicht die Minuten, und mach zwischen zwei Körben oder nach der halben Stunde eine Pause. Ob eine davon bei dir das Thema ist, erkennt ein Pro, der dich schwingen sieht, oder ein Screen, dazu unten mehr.

Aufwärmen in fünf Minuten: vor der Runde und vor der Bay

Was Golfer unter Aufwärmen verstehen, haben Fradkin, Finch und Sherman 2001 einfach beobachtet: 1'040 Amateure auf zwei Plätzen und einer Driving Range. 54.3 Prozent machten vor dem Spiel überhaupt etwas. Von denen machten 88.7 Prozent Probeschwünge am Abschlag. Ein Aufwärmen, das die Autoren als angemessen einstufen, sahen sie nur bei wenigen.

Dieselbe Gruppe hat 2004 gemessen, was ein golfspezifisches Aufwärmprogramm bringt: 20 Golfer, zehn mit Programm, zehn ohne, nach Alter und Handicap gepaart. Direkt nach dem Aufwärmen lag die Schlägerkopfgeschwindigkeit der Übungsgruppe im Schnitt 12.8 Prozent höher. Nach fünf Wochen mit dem Programm, fünfmal pro Woche, waren es 24 Prozent. Bei der Kontrollgruppe bewegte sich der Wert kaum. Zwanzig Personen sind eine kleine Studie, und gemessen wurde Tempo, nicht Schmerz. Aber sie zeigt, dass Aufwärmen kein Ritual ist, sondern etwas, das sich in der Schlägerkopfgeschwindigkeit messen lässt. Fünf Übungen, fünf Minuten, ein Grund pro Übung:

  1. Zwei Minuten gehen. Zügig zum ersten Abschlag oder die Treppe hoch zur Bay, statt aus dem Auto direkt an den Ball. Der Grund: Der Puls geht hoch, bevor sich etwas dreht.
  2. Hüfte, eine Minute. Im Stand, Füsse schulterbreit, Hände an den Hüftknochen, zehnmal langsam nach links und rechts drehen, die Füsse bleiben. Der Grund: Die Hüfte ist das eine Ende der Drehung.
  3. Rumpf, eine Minute. Schläger quer auf die Schultern, in die Golfhaltung, zehnmal pro Seite drehen, der Kopf bleibt ruhig. Der Grund: Das ist die Bewegung des Schwungs ohne Tempo und ohne Ball.
  4. Schultern und Handgelenke, eine halbe Minute. Je zehn Armkreise vorwärts und rückwärts, dann den Schläger mit lockerem Griff aus dem Handgelenk pendeln lassen. Der Grund: Schulter, Ellbogen und Handgelenk sind die drei anderen Regionen auf der Liste von Balgrist.
  5. Schwünge in Stufen, eine halbe Minute. Zehn halbe Schwünge mit dem Wedge, dann volle mit einem mittleren Eisen, der Driver zuletzt. Der Grund: Der Probeschwung ist die letzte Übung, nicht die erste.

Beweglichkeit im Winter: der Test im Dezember und im März

Vor der Bay gilt dasselbe Aufwärmen, auch im Winter. Die Bay nimmt dir die Kälte ab, nicht die Wiederholungen. Beweglichkeit ist der Hebel, den du über den Winter selbst in der Hand hast, und du kannst ihn messen. Im Dezember eine Stunde in der Bay: eigener Driver, zehn Schwünge nach dem Aufwärmen, der Durchschnitt der Schlägerkopfgeschwindigkeit, notiert. Im März dasselbe, gleicher Schläger, gleiche Anlage, gleiches Aufwärmen. Dazwischen liegen zwölf Wochen für Hüfte, Rumpf und Schultern, mit dem Programm oben oder einem Plan vom Pro. Was bei dir herauskommt, weiss vorher niemand. Wie du die Zahl liest, steht in der Tabelle zur Schlägerkopfgeschwindigkeit und unter Launch-Monitor-Zahlen verstehen. Einen Plan für den ganzen Winter gibt es im Trainingsplan für den Winter.

Für Golfer ab 60 gilt derselbe Test, und derselbe Grund, dranzubleiben. Die Übersichtsarbeit von Murray stuft Golf als Bewegung mittlerer Intensität ein: Die Schätzungen reichen von 2.5 bis 8.0 MET, im Mittel 4.5, und wer 18 Löcher geht, macht zwischen 11'245 und 16'667 Schritte, 4 bis 8 Meilen, also rund 6.4 bis 12.9 Kilometer. Balgrist führt altersgerechte Trainingsansätze als eigenes Forschungsthema, neben den biomechanischen Belastungen und der golfmedizinischen Prävention, und behandelt altersbedingte Beschwerden an Hüfte, Knie und Fussgelenk.

Was ein TPI-Screen ist

TPI steht für Titleist Performance Institute. Seit 2003 untersucht es, wie der Körper den Schwung bestimmt, die Body-Swing Connection, und bildet darin aus: über 19'000 zertifizierte Fachleute in 63 Ländern, in fünf Feldern, Golf, Medizin, Fitness, Power und Junior Development. Ein TPI-Screen ist eine Untersuchung, bei der ein zertifizierter Pro, Physiotherapeut oder Trainer ansieht, wie du dich bewegst: Schwungmechanik und Biomechanik, Fitness, Bewegungsqualität, Gesundheit und Vorgeschichte. TPI geht nicht von einem richtigen Schwung aus, sondern von vielen Schwungstilen. Der Screen zeigt, was dein Körper davon zulässt. Das Golf-Assessment in Zürich enthält neben der Bewegungsanalyse eine golfspezifische medizinische Untersuchung. Ob ein Pro in deiner Nähe einen Screen macht, sagt dir die Anlage.

Mehr dazu: Golf Fitness: was Training bringt und Golfverletzungen und was die Studien zur Vorbeugung sagen.

Wann du aufhörst und zum Arzt gehst

Muskelkater nach der ersten Runde des Jahres ist das eine. Ein Schmerz, der über Tage bleibt, der von Schlag zu Schlag zunimmt oder der ins Bein zieht, ist das andere, und er ist keine Frage für den Pro und für keinen Blog. Er ist eine Frage für die Ärztin oder den Arzt, in Zürich für die Golfsprechstunde am Balgrist. Nichts auf dieser Seite ersetzt diese Untersuchung. Das Aufwärmen oben ist eine Bewegungsfolge, kein Versprechen. Der Simulator misst Tempo und Ballflug und verhindert keine Verletzung. Und die Bay ist warm, mehr nicht.

Der nächste Schritt ist klein: fünf Minuten vor der nächsten Runde, die fünf Punkte oben, und vor der Bay dasselbe. Wenn du im Dezember den Test machen willst: Das Verzeichnis führt die 110 Indoor-Anlagen mit System und Stundenpreis, 80 davon publizieren einen Preis, zwischen CHF 25 und CHF 99, im Median CHF 50 pro Bay. Die zwei Stunden für den Test kosten beim Median also CHF 100. 95 Anlagen im Verzeichnis bieten Coaching an, wenn du den Schwung ansehen lassen willst. Was das Training in der Bay sonst bringt, steht unter Indoor-Golf-Training. Was eine gegangene Runde körperlich bedeutet, in Kilokalorien und Schritten, steht in Wie viele Kalorien verbrennt Golf.

Häufige Fragen

Ist Golf schlecht für den Rücken?

Nein, aber der Rücken trägt die Last. Die Übersichtsarbeit von Murray und Kollegen über 301 Studien nennt Golf eine Bewegung mittlerer Intensität mit Nutzen für Herz, Atmung und Stoffwechsel, bei moderater Verletzungsrate. Am häufigsten betroffen ist der Rücken: bei Amateuren 18.3 bis 36.4 Prozent der Verletzungen, vor Ellbogen, Handgelenk und Schulter.

Wie wärme ich mich vor dem Golf in fünf Minuten auf?

Zwei Minuten zügig gehen, dann je eine Minute Hüfte und Rumpf drehen, eine halbe Minute Schultern und Handgelenke, zum Schluss Schwünge in Stufen vom Wedge bis zum Driver. In der Studie von Fradkin und Kollegen lag die Schlägerkopfgeschwindigkeit direkt nach einem golfspezifischen Aufwärmen im Schnitt 12.8 Prozent höher, in einer Studie mit 20 Golfern.

Kann ich trotz Rückenschmerzen Golf spielen?

Das entscheidet eine Ärztin oder ein Arzt, der deinen Rücken gesehen hat, nicht ein Blog und nicht der Pro. Das Balgrist Golf Institute in Zürich, offen seit dem 8. Juli 2025 und Medical Partner von Swiss Golf, führt dafür eine Golfsprechstunde und ein Golf-Assessment mit Simulator und 3D-Analyse. Der untere Rücken gehört laut Institut zu den am häufigsten betroffenen Regionen, neben Schulter, Ellbogen und Handgelenk.

Welche Körperteile verletzen sich beim Golf am häufigsten?

Bei Amateuren steht die Wirbelsäule vorn, vor allem der untere Rücken, mit 18.3 bis 36.4 Prozent der Verletzungen. Danach folgen der Ellbogen mit 8.0 bis 33.0 Prozent, Handgelenk und Hand mit 10.0 bis 32 Prozent und die Schulter mit 4.0 bis 18.6 Prozent.

Was ist ein TPI-Screen?

Eine Untersuchung, bei der ein zertifizierter Pro, Physiotherapeut oder Trainer ansieht, wie du dich bewegst, und daraus liest, was dein Körper im Schwung zulässt. TPI steht für Titleist Performance Institute, das seit 2003 die Verbindung von Körper und Schwung untersucht und über 19'000 zertifizierte Fachleute in 63 Ländern ausgebildet hat.

Quellen