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26. September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Golf-Apps im Alltag: was gratis taugt und was du wirklich brauchst

In der Schweiz zählt genau eine App für dein Handicap. Alle anderen liefern Distanzen und Statistik, und wo die Grenze zu Premium liegt, unterscheidet sich stark.

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Es gibt Dutzende Golf-Apps, und sie versprechen fast alle dasselbe: Distanzen, Scorekarte, Statistik. Interessant sind nur zwei Fragen. Welche App macht etwas, das keine andere kann, und wo verläuft die Grenze zwischen gratis und Abo. Die zweite Antwort ist überraschender als die erste.

Die eine App, die in der Schweiz zählt

Die Swiss Golf App ist die einzige, mit der ein Resultat in dein Stammblatt kommt. Eine General-Play-Runde wird vor dem Start darin angemeldet, und nach der Runde bestätigen Spieler und Marker das Ergebnis elektronisch (Swiss Golf). Ohne diesen Schritt aktualisiert sich der Handicap Index nicht.

Alles andere, was internationale Apps an Handicap-Funktionen anbieten, ist eine Rechnung für dich selbst und kein Eintrag bei Swiss Golf. Das ist der Unterschied zwischen einem Handicap und einer Schätzung. Wie die Wertung funktioniert, steht in Die EDS-Runde.

Gratis bei einer, Premium bei der anderen

Zwei bekannte Apps ziehen die Grenze an ganz verschiedenen Stellen, gelesen auf ihren eigenen Seiten (18Birdies, Hole19):

Funktion18BirdiesHole19
Scoringgratisgratis
Plays-Like-DistanzgratisPremium
SchlagaufzeichnunggratisPremium
StatistikengratisPremium
Apple WatchgratisPremium
SchlägerempfehlungPremiumPremium
Strokes GainedPremiumnicht genannt
Preis PremiumUSD 19.99 / Monat, 99.99 / JahrEUR 14.99 / Monat, 69.99 / Jahr

Dieselbe Funktion ist also bei einem Anbieter im Gratispaket und beim anderen hinter dem Abo. Wer eine App nach dem Preis des Abos aussucht, vergleicht das Falsche; verglichen wird, was du ohne Abo bekommst.

Was du wirklich brauchst

Drei Dinge, und alle drei gibt es gratis. Erstens die Distanz zur Fahne, also GPS. Zweitens eine Scorekarte, die zählt und rechnet. Drittens die Schlagaufzeichnung, wenn du wissen willst, wie weit du wirklich schlägst.

Was du nicht brauchst, ist die Schlägerempfehlung. Sie rechnet aus deinen früheren Schlägen, und wer eine Distanztabelle aus einer Bay hat, ist damit genauer dran. Wie du sie erstellst, steht in Schlägerdistanzen.

Das Handy kann mehr, als die App zeigt

Die Kamera-App filmt Slow Motion in 1080p mit 120 oder 240 Bildern pro Sekunde (Apple). Das ist genug, um den Treffmoment zu sehen, und es kostet nichts. Eine Schwunganalyse-App legt Linien darauf, aber die Aufnahme ist die Arbeit.

Wohin das Telefon dabei gehört und was du im Bild erkennst, steht in Den eigenen Schwung filmen. Es ist die einzige Funktion eines Telefons, die auf dem Platz wirklich etwas verändert.

Was eine App nicht messen kann

Ballgeschwindigkeit, Spin, Abflugwinkel und Schlägerkopfgeschwindigkeit. Diese Zahlen brauchen ein Radar oder eine Kamera neben dem Ball, und keine App auf dem Telefon ersetzt das. Wer Zahlen für den Schwung will, braucht ein Gerät oder eine Bay.

Was in einer Bay gemessen wird und wie genau, steht in Radar oder Kamera. Was ein tragbares Gerät unter CHF 1'000 kann, steht in Tragbare Launch Monitors.

Akku und Tempo

Eine GPS-App braucht eine Runde lang Standortdaten, und das kostet Akku. Vier Stunden Dauer-GPS bringen ein älteres Telefon ans Ende. 18Birdies nennt dafür eigens einen Low-Battery-Modus im Gratispaket, und das ist ein ernsthafteres Argument als jede Statistikfunktion.

Zweite Nebenwirkung: Wer nach jedem Schlag tippt, verlangsamt die Gruppe. Die Karte wird am Grün nachgeführt, nicht am Ball. Wer vier Stunden aufs Telefon schaut, hat den Grund verfehlt, warum er auf dem Platz ist.

Die Regel, die für Apps auch gilt

Die Golfregeln erlauben Informationen über Distanz und Richtung. Nicht erlaubt sind das Messen von Höhenunterschieden und das Auslegen dieser Informationen, also eine Schlägerempfehlung oder eine empfohlene Spiellinie (R&A, Regel 4.3a). Ein Komitee darf Entfernungsmesser zudem per Platzregel ganz verbieten.

Das trifft zwei der beworbenen Funktionen direkt: die Plays-Like-Distanz und die Schlägerempfehlung. Im handicapwirksamen Turnier müssen beide aus sein. Wer das nicht einstellen kann, lässt das Telefon in der Tasche und liest die Distanz von der Scorekarte oder einem Markierungspfosten.

Ortung und was die App dafür braucht

Eine GPS-App braucht den Standort, und zwar durchgehend, sonst kann sie keine Distanz nennen. Gib die Berechtigung deshalb nur für die Zeit der Nutzung und nicht dauerhaft; jede Plattform bietet beide Varianten an. Das kostet dich keine Funktion und spart Akku.

Ein zweiter Punkt betrifft die Daten. Wer seine Runden jahrelang in einer App führt, hat seine Spielgeschichte bei einem Anbieter. Wichtig ist nur eines: Der Handicap Index bleibt bei Swiss Golf, und der Export der eigenen Runden ist ein Argument bei der Wahl der App.

Was eine App im Winter bringt

Wenig auf dem Platz und viel am Schreibtisch. Von November bis März ist der Nutzen einer GPS-App nahe null, aber die Auswertung der letzten Saison ist genau jetzt sinnvoll: Welche Distanzen stimmen nicht, wo sind die Strafschläge entstanden, welcher Schläger fehlt im Bag.

Simulator-Runden gehören nicht in dieselbe Statistik. Die Bay rechnet ohne Wind, ohne Rough und oft mit einer Gimme-Distanz, und wer diese Zahlen zu den Platzrunden mischt, verdirbt beide. Warum, steht in Simulator-Score gegen Platz-Score.

Was in der Bay zählt statt einer App

Indoor braucht niemand eine Golf-App: Distanz, Ballgeschwindigkeit, Abflugwinkel und Carry stehen auf dem Bildschirm, und zwar genauer, als ein Telefon sie je rechnen könnte. Was du dort brauchst, ist Papier oder eine Notiz-App und eine Zahl pro Schläger.

Diese Notiz ist am Ende nützlicher als jede Statistikfunktion, weil sie auf dem Platz eine Entscheidung trägt. 80 der 110 Indoor-Anlagen im Verzeichnis publizieren einen Stundenpreis zwischen CHF 25 und 99 (Verzeichnis).

Die Scorekarte bleibt trotzdem Papier

Für eine General-Play-Runde muss die ausgefüllte Karte von Spieler und Marker unterschrieben im Sekretariat abgegeben werden, oder die Runde wird in der Swiss Golf App von beiden elektronisch bestätigt (Swiss Golf). Eine Karte in einer beliebigen App ersetzt beides nicht.

Praktisch führst du deshalb zwei Karten oder gar keine: die App für dich, die offizielle Karte fürs Handicap. Wer das vergisst, hat eine gute Runde gespielt, die nirgends zählt.

Die Kombination, die funktioniert

Die Swiss Golf App für handicapwirksame Runden, eine Gratis-App für Distanzen und Scorekarte, die Kamera für den Schwung und eine Bay-Stunde pro Saison für die Zahlen. Damit hast du alles abgedeckt, was ein Amateur wirklich auswertet, und zahlst nur die Bay-Stunde.

Ein Abo lohnt sich ab dem Punkt, an dem du deine Statistik wirklich liest, also wenn du über zwanzig Runden im Jahr spielst und gezielt am Handicap arbeitest. Welche Zahl dabei am meisten bringt, steht in Strokes Gained für Amateure.

Häufige Fragen

Welche Golf-App brauche ich in der Schweiz?

Die Swiss Golf App, wenn du handicapwirksam spielen willst: Nur darin wird eine General-Play-Runde vor dem Start angemeldet und danach von Spieler und Marker elektronisch bestätigt. Für Distanzen und Scorekarte genügt daneben eine Gratis-App.

Welche Golf-App ist gratis gut?

Das hängt davon ab, welche Funktion du brauchst. Bei 18Birdies sind Scoring, Plays-Like-Distanz, Schlagaufzeichnung, Statistik und Apple Watch im Gratispaket; bei Hole19 sind dieselben Funktionen Teil des Abos. Vergleiche das Gratispaket, nicht den Abopreis.

Was kostet ein Golf-App-Abo?

18Birdies nennt USD 19.99 pro Monat oder 99.99 pro Jahr, Hole19 EUR 14.99 pro Monat oder 69.99 pro Jahr mit 14 Tagen Testzeit. Ein Abo lohnt sich ab etwa zwanzig Runden im Jahr, wenn du die Statistik wirklich liest.

Kann eine App meinen Schwung messen?

Nein. Ballgeschwindigkeit, Spin, Abflugwinkel und Schlägerkopfgeschwindigkeit brauchen ein Radar oder eine Kamera neben dem Ball. Was das Telefon kann, ist filmen: Slow Motion in 1080p mit 120 oder 240 Bildern pro Sekunde, und das genügt für den Treffmoment.

Verbraucht eine Golf-App viel Akku?

Ja, weil GPS die ganze Runde läuft. Vier Stunden Dauerortung bringen ein älteres Telefon ans Ende. Ein Stromsparmodus in der App ist deshalb praktischer als jede Statistikfunktion, und die Karte wird am Grün nachgeführt, nicht nach jedem Schlag.

Quellen