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18. September 2026 · 10 Min. Lesezeit

Wintergreens im Golf: was sie sind, welche Regeln gelten und ob die Runde zählt

Im Winter steckt der Club die Fahne in ein Stück Fairway und sperrt das Grün. Was ein Wintergreen ist, was auf dem Platz anders gilt, ob die Runde fürs Handicap zählt und welche Schweizer Plätze auf Sommergreens durchspielen. Und wo du im Winter einen Score misst, der etwas aussagt.

Wintergreens im Golf: was sie sind, welche Regeln gelten und ob die Runde zählt — Beitragsbild

Wintergreens im Golf sind die kurz gemähten Flächen vor oder neben dem eigentlichen Grün, in die der Club im Winter die Fahne steckt. Das Sommergrün ist gesperrt, manchmal abgedeckt, der Rest des Platzes bleibt offen. Wer in der Schweiz im Winter Golf spielen will, spielt auf vielen Plätzen genau so: auf Wintergreens, mit Besserlegen und einem tieferen Greenfee, und die Runde zählt oft nicht fürs Handicap. Ein paar Plätze spielen auf Sommergreens durch. Was davon für dich zählt, hängt davon ab, was du vom Winter willst: draussen sein oder besser werden.

Was ein Wintergreen im Golf ist und warum der Greenkeeper umstellt

Ein Wintergreen ist ein provisorisches Grün. Der Greenkeeper mäht eine Fläche auf dem Fairway oder dem Vorgrün kürzer, sticht ein Loch und setzt die Fahne. Das Sommergrün daneben ist tabu. Der Grund ist das Gras. Auf dem Grün ist es kürzer geschnitten als auf jeder anderen Fläche des Platzes, und darum empfindlich. Das Glossar von Par72 nennt die drei Gegner: Frost, Feuchtigkeit und wenig Sonne, das Gras regeneriert im Winter kaum. Ein Fussabdruck auf gefrorenem oder durchnässtem Grün bleibt bis in den Frühling sichtbar, ein Pitchmark heilt nicht. Darum sperrt der Club das Grün, sobald der Boden gefriert oder dauernd nass ist, und gibt es erst wieder frei, wenn das Gras wächst.

Ein Wintergreen ist darum ein Kompromiss. Die Fläche ist kleiner, holpriger und langsamer als ein Sommergrün. Du puttest über Fairwaygras, der Ball rollt kurz und springt. Ein Chip aus zehn Metern ist oft die bessere Wahl als ein langer Putt. Genau das macht den Winterplatz zu einem eigenen Spiel. Es ist Golf, aber es ist nicht der Platz, den du im Juni kennst.

Die Regeln auf Wintergreens: falsches Grün, Besserlegen, Greenfee

Die Golfregeln kennen das Wintergreen. In den Definitionen der R&A ist das Grün die Fläche, die die Spielleitung als Grün festlegt, ausdrücklich auch dann, wenn ein provisorisches Grün gespielt wird. Das normale Grün eines Lochs, an dem gerade ein provisorisches Grün in Gebrauch ist, gilt als falsches Grün und gehört zum Gelände. Landet dein Ball auf dem gesperrten Sommergrün, spielst du nicht von dort. Du nimmst straflos Erleichterung neben dem Grün, nicht näher zum Loch (Regel 13.1f). Das ist keine Höflichkeit gegenüber dem Greenkeeper, sondern Regel.

Dazu kommen die Platzregeln des Clubs für den Winter. Typisch ist Besserlegen: Auf kurz gemähten Flächen darfst du den Ball markieren, aufnehmen, reinigen und innerhalb der Distanz zurücklegen, die die Platzregel nennt, nicht näher zum Loch. Viele Clubs schreiben im Winter Abschlagmatten vor, sperren Bunker oder einzelne Löcher und lassen keine E-Carts zu, weil Räder auf nassem Boden Spuren hinterlassen. Und oft verlangen sie ein tieferes Greenfee, weil der Platz kürzer und der Zustand schlechter ist. Was an einem Tag gilt, steht am Anschlagbrett oder auf der Website des Clubs. Lies es, bevor du aufteest. Wer die Grundregeln noch nicht sicher hat, findet sie in den zwölf Regeln, die zählen.

Zählt die Runde auf Wintergreens fürs Handicap

Nicht automatisch, und nicht du entscheidest das. Ein handicapwirksames Ergebnis braucht einen Platz mit gültigem Course Rating und Slope Rating. Wintergreens verändern den Platz: Die Löcher werden kürzer, die Grüns sind andere. Anhang G der Rules of Handicapping der R&A regelt genau das. Die Handicap-Kommission des Clubs muss dem Verband melden, wenn temporäre Änderungen am Platz das Course Rating beeinflussen können, und der Verband entscheidet, ob Scores unter diesen Bedingungen zählen. Ist der Platz auf 18 Löchern weniger als 100 Meter kürzer, ändert sich nichts, die Scores zählen wie immer. Bei mehr als 300 Yards, rund 274 Metern, zählt der Tag nicht, ausser der Verband hat es vorher anders festgelegt. Dazwischen kann der Verband ein angepasstes Rating für den Tag ausgeben.

In der Schweiz kommt die zweite Bedingung dazu. Die WHS-Broschüre von Swiss Golf zählt auf, wann ein Ergebnis handicapwirksam ist: über 9 oder 18 Löcher, nach den Golfregeln, in Begleitung mindestens einer weiteren Person, auf einem Platz mit gültigem Course Rating und Slope Rating, während der aktiven Saison, und vor der Runde angekündigt, im Sekretariat oder als General Play in der Swiss Golf App. Eine private Runde ohne Registrierung zählt nie, im Sommer nicht und im Winter nicht. Und eine registrierte Runde auf Wintergreens zählt nur, wenn der Club den Platz an diesem Tag als handicapwirksam führt. Par72 hält fest, dass viele Clubs Runden auf Wintergrüns als nicht handicaprelevant werten, und rät, das vorher zu klären. Also: Frag im Sekretariat, bevor du ein General Play registrierst. Wie der Handicap Index rechnet, steht in Das Golf-Handicap erklärt.

Für dein Spiel heisst das: Eine Winterrunde, die nicht zählt, ist keine verlorene Runde. Sie ist Training unter Bedingungen, die das Kurzspiel fordern. Aber sie sagt nichts über dein Handicap aus, und ein guter Score auf einem kürzeren Platz mit Besserlegen ist kein Beweis, dass du besser geworden bist. Wer Fortschritt messen will, braucht dafür einen anderen Ort. Dazu weiter unten.

Welche Schweizer Plätze auf Sommergreens durchspielen

Nicht jeder Club stellt um. Einige Plätze lassen die Sommergreens offen, solange Boden und Temperatur es zulassen. Eine vollständige Liste gibt es nicht, und sie wäre nach einem Winter veraltet. Darum hier Beispiele mit Datum:

  • Golfclub Lipperswil TG: Für den Winter 2023/24 meldete golfhome.ch am 18. Dezember 2023, dass der 9-Loch-Platz Feldgarten zum ersten Mal in der Geschichte des Clubs durchgehend auf Sommergreens spielt, sofern die Temperaturen es zulassen. Das Greenfee für 9 Löcher: CHF 50 für alle Gäste, unabhängig vom Heimclub.
  • Tessin: Südlich der Alpen ist der Winter ein anderer. Was dort geht, und was die Ranges mit Ballflug-Tracking bieten, steht in Golf im Winter in der Schweiz.

Ob dein Platz durchspielt, steht auf seiner Website unter Platzstatus, meist mit dem Datum der letzten Änderung. Steht dort nichts, ruf an. Ein Platz, der im Dezember auf Sommergreens spielt, kann im Januar nach einer Frostwoche umstellen, und ein Platz mit Wintergreens öffnet die Sommergreens, sobald der Boden es erlaubt.

Der Tag, an dem die Sommergreens wieder aufgehen

Der Wechsel zurück hat kein festes Datum. Er hängt vom Boden ab, nicht vom Kalender. Ein Beispiel aus der Ostschweiz: Der Ostschweizerische Golf Club in Niederbüren meldete am 25. Februar 2026, seine Sommergreens seien ab sofort bespielbar, der Rest des Platzes sei aber noch sehr nass und brauche Zeit zum Trocknen (osgc.ch). So sieht der Frühling auf vielen Plätzen aus: zuerst die Grüns, dann nach und nach die Fairways, die Bunker und die Erlaubnis für Trolleys und Carts. Der Platzstatus auf der Website des Clubs sagt es am selben Tag. Und mit den Sommergreens kommt die handicapwirksame Runde zurück, sobald der Club sie wieder freigibt.

Winterausrüstung: was du anziehst, in einem Absatz

Beim Wintergolf entscheidet die Kleidung, ob die Runde Spass macht. Drei dünne Schichten statt einer dicken, damit du den Oberkörper noch drehen kannst. Eine Mütze, weil du lange draussen stehst. Warme Handschuhe oder Fäustlinge für die Zeit zwischen den Schlägen, ein normaler Handschuh für den Schlag selbst. Wasserdichte Schuhe, denn das Fairway ist nass, auch wenn es nicht regnet. Ein Handtuch für Ball und Griff. Farbige Bälle, wenn Schneereste liegen. Und tiefere Erwartungen an die Länge: Kalte Luft und nasser Boden kosten Meter, der Ball fliegt kürzer und rollt kaum. Wärm dich vor der Runde auf, das hilft dem Schwung und dem Rücken. Wie das in fünf Minuten geht, steht in Golf und Rückenschmerzen.

Wo der Score im Winter gemessen wird

Eine Runde auf Wintergreens sagt dir, ob du bei fünf Grad noch einen Schwung hast. Sie sagt dir nicht, ob der Schwung besser geworden ist. Dafür fehlt der Massstab: Der Platz ist kürzer, das Grün ist ein Stück Fairway, der Ball liegt, wo du ihn hinlegst. Wer im Winter an Zahlen arbeiten will, geht dorthin, wo der Ball jedes Mal gleich gemessen wird: in die Bay. Ein Launch Monitor misst Ballgeschwindigkeit, Startwinkel, Spin und Carry bei jeder Aussentemperatur gleich, und ein Score auf einem simulierten Platz lässt sich mit dem vom letzten Winter vergleichen. Warum er tiefer ausfällt als auf dem echten Platz, und was davon zählt, steht in Simulator-Score und Platz-Score.

Die Bays dafür stehen in 21 der 26 Kantone: Das Verzeichnis von golfsimulators.ch führte am 18. September 2026 126 Anlagen, 110 Indoor-Anlagen und 16 Driving Ranges mit Ballflug-Tracking. 80 der 110 Indoor-Anlagen publizieren einen Stundenpreis, zwischen CHF 25 und CHF 99 pro Bay, im Median CHF 50. Die Bay teilen sich meist bis zu vier Personen, und damit auch den Preis. Was eine Stunde wo kostet, steht im Preisvergleich, und welche Anlage gerade offen hat, unter jetzt offen. Wer den Winter planen will, findet im Trainingsplan für den Winter eine Struktur dafür.

Der Winter ist kein Grund, das Spiel wegzulegen, aber ein Grund, es aufzuteilen. Draussen auf Wintergreens spielst du, weil du draussen sein willst und weil das Kurzspiel dort etwas lernt. Drinnen misst du, ob die Arbeit wirkt. Schau vor der nächsten Winterrunde auf die Website deines Clubs, ob Sommer- oder Wintergreens gespielt werden und ob der Tag handicapwirksam ist. Und such dir für die Zahlen eine Bay: Ganzjährig Golf spielen zeigt, wie sich Platz, Range und Simulator über das Jahr ergänzen, und das Verzeichnis die Anlage in deiner Nähe.

Häufige Fragen

Zählt eine Runde auf Wintergreens fürs Handicap?

Nicht automatisch. Nach Anhang G der R&A Rules of Handicapping meldet die Handicap-Kommission des Clubs temporäre Änderungen am Platz dem Verband, und der Verband entscheidet, ob die Scores zählen. In der Schweiz muss eine private Runde zudem vor dem Start im Sekretariat angemeldet oder als General Play in der Swiss Golf App registriert sein, sonst zählt sie nicht.

Was ist ein Wintergreen im Golf?

Ein provisorisches Grün: eine kurz gemähte Fläche auf dem Fairway oder Vorgrün mit Loch und Fahne, die das eigentliche Grün im Winter schont. Frost, Nässe und wenig Licht lassen das Gras kaum wachsen, Schäden bleiben bis ins Frühjahr sichtbar. Das gesperrte Sommergrün gilt nach den Golfregeln als falsches Grün, von dort nimmst du straflos Erleichterung.

Kann man in der Schweiz im Winter Golf spielen?

Ja, auf vielen Plätzen, meist auf Wintergreens mit Besserlegen und oft ohne Wirkung aufs Handicap, solange kein Schnee liegt. Einzelne Plätze spielen auf Sommergreens durch: Für den 9-Loch-Platz Feldgarten in Lipperswil meldete golfhome.ch das im Dezember 2023, für CHF 50 pro 9 Löcher. Den Rest des Winters deckt der Simulator ab: 110 Indoor-Anlagen in der Schweiz, im Median CHF 50 pro Stunde und Bay.

Was passiert, wenn mein Ball auf dem gesperrten Sommergrün landet?

Du spielst ihn nicht von dort. Wird ein provisorisches Grün gespielt, gilt das normale Grün als falsches Grün und gehört zum Gelände: Du nimmst straflos Erleichterung daneben, nicht näher zum Loch. Das steht in den Definitionen der Golfregeln.

Welche Winterregeln gelten üblicherweise?

Besserlegen auf kurz gemähten Flächen innerhalb der Distanz, die die Platzregel nennt, dazu oft Abschlagmatten, gesperrte Bunker oder einzelne Löcher und ein Verbot von E-Carts auf nassem Boden. Viele Clubs verlangen dafür ein tieferes Greenfee. Was an einem Tag gilt, steht am Anschlagbrett.

Quellen