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17. September 2026 · 8 Min. Lesezeit

Golf im Winter in der Schweiz: was von November bis März wirklich geht

Die meisten Plätze schliessen im November. Trotzdem gibt es drei Wege, den Winter über zu spielen: der Süden, die Range mit Tracking und der Simulator. Was jeder davon bringt, was er kostet und wie du den Winter für dein Spiel nutzt.

Golf im Winter in der Schweiz: was von November bis März wirklich geht — Beitragsbild

Irgendwann im November ist Schluss. Die Grüns werden abgedeckt oder auf Wintergreens umgestellt, die Fairways sind nass, um vier Uhr ist es dunkel. Wer in der Schweiz Golf spielt, hat traditionell eine Pause von vier bis fünf Monaten. Das muss nicht sein. Es gibt drei Wege, den Winter über am Ball zu bleiben, und jeder hat seinen Preis und seinen Nutzen.

Weg 1: der Süden

Das Tessin ist die Region, in der alle drei 18-Loch-Plätze das ganze Jahr offen bleiben. Ascona, Losone und Lugano spielen durch, weil das Klima südlich der Alpen mild genug ist. Schweiz Tourismus führt alle drei als ganzjährig bespielbar. Im Wallis gilt das für Sion: Der Platz im Rhonetal profitiert von einem eigenen Mikroklima und bleibt laut Schweiz Tourismus praktisch das ganze Jahr offen.

Was das bedeutet: Von Zürich sind es gut drei Stunden nach Ascona, von Bern ähnlich lang nach Sion. Ein Wochenende im Süden ersetzt keine Trainingsroutine, aber es hält das Spiel am Leben. Im Januar bei zehn Grad in Losone zu spielen ist ein ziemlich guter Grund, den Winter zu mögen. Wer es plant: Die Startzeiten am Wochenende sind im Winter gefragter, als man denkt, weil alle dieselbe Idee haben.

Weg 2: die Driving Range mit Tracking

Viele Ranges bleiben im Winter offen, und einige haben in den letzten Jahren aufgerüstet: Toptracer oder TrackMan Range verfolgen jeden Ball, zeigen Carry, Kurve und Landepunkt auf dem Bildschirm am Abschlag und machen aus dem Eimer Bälle eine Trainingseinheit mit Zahlen. In unserem Verzeichnis stehen 16 Driving Ranges mit Ballflug-Tracking, von Otelfingen bis Sempach.

Der Haken: Es ist draussen. Bei zwei Grad und Nieselregen hält die Motivation selten länger als einen Eimer. Wer die Range im Winter ernsthaft nutzen will, sucht sich eine mit überdachten oder beheizten Abschlägen. Welche das sind, steht auf der jeweiligen Standortseite, weil wir es dort so eintragen, wie es der Betreiber publiziert.

Weg 3: der Simulator

Das ist der Weg, den in den letzten fünf Jahren die meisten gewählt haben. In der Schweiz gibt es heute 110 Indoor-Anlagen mit Golfsimulator, verteilt auf 21 Kantone. Zürich hat mit 29 die meisten, danach kommen Waadt und Wallis mit je 12, der Aargau mit 11 und Graubünden mit 10. Der Verband Swiss Golf zählt in seinen Facts & Figures 29 Indoor-Anlagen. Der Unterschied zeigt, wie viele Anlagen ausserhalb der Clubstrukturen entstanden sind: Lounges, Studios, Hotels, Fitnesscenter.

Was dich das kostet: 80 der 110 Anlagen publizieren einen Stundenpreis. Die günstigste Stunde kostet CHF 25, die teuerste CHF 99, der Median liegt bei CHF 50. Der Preis gilt pro Bay, und eine Bay teilen sich meist bis zu vier Personen. Zu viert wird die Stunde so zu einem Abend für gut zwölf Franken pro Kopf. Die vollständige Liste nach Kanton steht auf der Preisseite.

Was du dafür bekommst: 78 der 110 Anlagen arbeiten mit TrackMan, dem System, das auch die Tour zum Messen benutzt. Du siehst nach jedem Schlag Ballgeschwindigkeit, Abflugwinkel, Spin und Carry. Auf den meisten Anlagen kannst du echte Plätze spielen; Pebble Beach ist auf elf Anlagen im Angebot, St Andrews auf sechs. Und 81 Standorte bieten Coaching an, oft mit einem Swiss PGA Pro, der die Zahlen liest, die du selbst noch nicht deuten kannst.

Weg 4: der Heimatplatz auf Wintergreens

Der Weg, den viele vergessen, weil er nach Verzicht klingt. Etliche Plätze bleiben über den Winter offen, solange der Boden nicht gefroren ist, und spielen auf Wintergreens oder auf verkürzten Bahnen. Das Greenfee ist dann oft tiefer, die Runde geht schneller, und niemand steht vor dir. Ob heute gespielt wird, entscheidet der Platz am Morgen und sagt es auf seiner Website oder am Telefon; eine allgemeine Regel gibt es nicht, weil sie vom Wetter der letzten Nacht abhängt.

Was dagegen spricht: Auf einem Wintergrün übst du kein Putten, das im Sommer etwas wert ist, und ein nasses Fairway gibt dem Ball keinen Meter Rollen. Was dafür spricht: Es ist Golf, an der Luft, mit einer Karte in der Tasche. Als Ergänzung zum Simulator ist das der bessere Winter, nicht die Alternative dazu.

Die vier Wege, nebeneinander

WegWann er passtWas er kostetWas er bringt
Tessin oder Sionein bis zwei WochenendenAnreise, Übernachtung, Greenfeeechtes Golf, echte Grüns
Range mit Trackingtrockene, milde TageBälle nach KorbCarry und Kurve, draussen
Simulatorjede Woche, jedes WetterMedian CHF 50 die Stunde pro BayZahlen, Wiederholung, Runden
Heimatplatz, Wintergreenswenn der Boden offen istreduziertes GreenfeeSpielgefühl, frische Luft

Die meisten kombinieren zwei davon: einmal die Woche eine Bay für die Zahlen, und an einem milden Sonntag neun Löcher auf dem Heimatplatz. Das hält beides wach, den Schwung und das Spiel.

Was der Winter für dein Spiel bringen kann

Der Winter ist die Zeit, in der sich dein Schwung ändern darf, weil kein Score davon abhängt. Auf dem Platz willst du im Juli nichts umbauen. Im Simulator siehst du Woche für Woche dieselben Zahlen unter denselben Bedingungen: kein Wind, kein Gefälle, keine Ausrede. Das ist der eigentliche Wert, nicht das Virtual Pebble Beach.

Ein Plan, der funktioniert: einmal pro Woche eine Stunde, davon 40 Minuten mit einem Ziel und 20 Minuten Spiel. Ziele, die sich lohnen, weil man sie messen kann: die Carry-Distanz jedes Eisens auf fünf Meter genau kennen, den Driver mit weniger als 3000 Umdrehungen Spin schlagen, mit dem Wedge aus 60 Metern innerhalb von acht Metern landen. Wer im März mit diesen drei Dingen auf den Platz kommt, spielt eine andere Saison.

Und wer die Platzreife machen will: Der Winter ist die beste Zeit für den Theorieteil und die Grundlagen des Schwungs, damit im Frühling nur noch der Platz fehlt.

Was die Kälte mit dem Ball macht

Wer im Winter draussen spielt, schlägt kürzer, und es liegt nicht am Schwung. Kalte Luft ist dichter und bremst den Ball stärker, und ein kalter Ball ist härter, verformt sich weniger und gibt weniger Energie zurück. Beides zusammen kostet Meter, jeden Schlag, den ganzen Tag.

Vier Dinge helfen. Was bei welchem Wetter überhaupt geht, steht in Golf bei Regen und Kälte. Nimm einen Schläger mehr, als die Zahl auf der Scorekarte sagt, und erwarte keine Rollmeter auf nassem Boden. Halte zwei Bälle in der Hosentasche und wechsle alle paar Löcher, damit immer ein warmer im Spiel ist. Zieh dich in Schichten an, die den Schwung nicht einsperren, und wärm dich länger auf als im Sommer. Und lass den Score, was er ist: Eine Winterrunde misst dein Spiel nicht.

Genau hier liegt der Vorteil der Halle. Im Simulator ist es jede Woche gleich warm, der Ball ist immer derselbe, und die Zahl, die du vergleichst, vergleicht wirklich deinen Schwung und nicht die Temperatur.

Ein Winter, in vier Blöcken

Fünf Monate sind rund zwanzig Stunden, wenn du einmal die Woche gehst. So verteilt, ergeben sie eine Saison:

  1. November: messen. Zwei Stunden nur für Zahlen. Carry jedes zweiten Schlägers, Streuung, Smash Factor. Am Ende steht eine Tabelle, die den ganzen Winter als Vergleich dient.
  2. Dezember und Januar: eine Sache. Ein einziges Thema, acht Abende lang. Der Treffpunkt, die Fläche, der Angriffswinkel. Wer zwei Themen nimmt, bekommt keines.
  3. Februar: das kurze Spiel. Pitches aus 40, 60 und 80 Metern, immer auf dasselbe Ziel, und die Abweichung notieren. Das ist der Teil, der auf dem Platz die meisten Schläge spart und indoor am wenigsten gespielt wird.
  4. März: spielen. Runden auf der Leinwand, mit Gimmes aus und den Tees, die du draussen spielst. Dazu die erste Runde auf Wintergreens, sobald der Platz offen ist.

Was der Winter nicht kann: Bunker, Lagen im Rough, Wind und lange Putts auf einem echten Grün. Plane deshalb im März zwei Nachmittage auf einer Übungsanlage ein, bevor die Saison beginnt. Der Schwung ist dann da; es fehlt nur der Boden darunter.

Mehr dazu: Indoor-Minigolf oder Golfsimulator, Indoor Golf rund um die Uhr, Wann hat Indoor Golf offen?, Neue Indoor-Golf-Anlagen.

Praktisch: so buchst du

  • Die Karte zeigt alle Standorte, auch die in deiner Nähe, mit Preis und System.
  • Jetzt offen zeigt, wer gerade geöffnet hat. Einige Anlagen sind mit Zugangscode rund um die Uhr zugänglich.
  • Eigene Schläger mitnehmen lohnt sich immer; die meisten Anlagen haben Leihschläger, aber deine Zahlen gehören zu deinen Schlägern.
  • Zu zweit oder zu viert buchen, wenn es um Spass geht. Allein buchen, wenn es um Training geht. Beides zusammen funktioniert selten.

Und wenn im April die ersten Plätze öffnen, ist die Frage nicht mehr, ob der Schwung noch da ist. Sondern nur, wie schnell die Grüns sind.

Häufige Fragen

Kann ich im Winter in der Schweiz draussen Golf spielen?

Ja, im Tessin auf allen drei 18-Loch-Plätzen und in Sion im Wallis, die dank ihres Klimas praktisch das ganze Jahr offen sind. Die meisten anderen Plätze schliessen die Grüns von November bis März oder stellen auf Wintergreens um.

Was kostet eine Stunde im Golfsimulator?

Von den 110 Indoor-Anlagen in der Schweiz publizieren 80 einen Stundenpreis: zwischen CHF 25 und 99, im Median CHF 50. Der Preis gilt pro Bay, die sich meist bis zu vier Personen teilen.

Brauche ich eigene Schläger für den Simulator?

Nein, die meisten Anlagen haben Leihschläger. Wer mit den Zahlen trainieren will, nimmt seine eigenen mit, weil Carry und Spin zum eigenen Schläger gehören.

Bleiben Schweizer Golfplätze im Winter offen?

Einige. Im Tessin spielen Ascona, Losone und Lugano ganzjährig, im Wallis bleibt Sion dank Mikroklima praktisch das ganze Jahr offen. Viele andere Plätze spielen auf Wintergreens weiter, solange der Boden nicht gefroren ist; ob heute gespielt wird, sagt der Platz am Morgen auf seiner Website.

Warum fliegt der Ball im Winter kürzer?

Kalte Luft ist dichter und bremst stärker, und ein kalter Ball ist härter und gibt weniger Energie zurück. Dazu kommt nasser Boden ohne Rollmeter. Nimm einen Schläger mehr, halte einen zweiten Ball in der Tasche warm und wechsle alle paar Löcher.

Quellen