18. September 2026 · 10 Min. Lesezeit
Putten üben zu Hause: vier Übungen von Swiss Golf für die Puttingmatte und was der Simulator beim Putten nicht kann
Ein Winter im Simulator trainiert alles, nur nicht das Putten: Oft puttet die Software für dich oder schenkt dir den kurzen Putt. Swiss Golf publiziert Übungen für Trainer. Vier davon passen auf eine Matte im Wohnzimmer, jede mit einem Ziel, das du messen kannst.

Ein Winter im Simulator übt den Abschlag, die Eisen und die Wedges. Das Putten übt er oft nicht. Die Software puttet für dich oder schenkt dir den kurzen Putt, und die Matte in der Bay ist meist flach und hat ein Tempo. Wer Golf spielt und das Putten üben will, braucht Übungen mit einem Ziel und eine Matte zu Hause. Swiss Golf publiziert solche Übungen für seine Trainerinnen und Trainer. Vier davon passen auf eine Puttingmatte im Wohnzimmer. Hier sind sie, mit einer Zahl, die du jede Woche notieren kannst.
Warum Putten der Teil ist, den der Winter nicht übt
Im Simulator schlägst du bis aufs Grün, dann rechnet die Software. TrackMan beschreibt in seinem Help Center vier Formate für das automatische Putten in der Software TPS: nach Handicap, wie ein Tour-Profi, zwei Putts ausserhalb der Gimme-Distanz oder fix, mit einem Putt innerhalb von 10 Fuss und zwei Putts innerhalb von 65 Fuss. In allen vier nimmst du den Putter nicht in die Hand. Und selbst beim manuellen Putten fällt der kurze Putt weg: In den Turnieren auf TrackMans Plattform NEXT ist der Gimme-Kreis standardmässig 2.4 Meter gross. Alles, was näher liegt, gilt als gelocht. Das sind die Distanzen, die auf eine Matte zu Hause passen.
Das ist einer der Gründe, warum der Score im Simulator tiefer ist als auf dem Platz. Die anderen stehen im Beitrag über den Simulator-Score und den Platz-Score. Wer im März nicht schlechter putten will als im Oktober, übt es zusätzlich, zu Hause auf der Matte. Warum sich ein Putt in der Bay anders anfühlt, steht in Putten im Golfsimulator.
Vier Übungen von Swiss Golf zum Putten, auf die Matte übersetzt
Swiss Golf stellt seinen Trainerinnen und Trainern eine Übungssammlung zur Verfügung. Der Teil Putten enthält 25 Übungen, geschrieben für das Putting-Grün, mehrere davon ausdrücklich für Kinder und Jugendliche. Vier funktionieren auf einer Matte, wenn man sie anpasst. Die Namen und die Regeln sind die von Swiss Golf. Was sich auf der Matte ändert, steht dabei.
Kompass. Im Original stecken 12 oder 16 Tees als Stern um das Loch, in 50 cm, 1 m, 1.5 m und 2 m Abstand. Die Bälle werden in vorgegebener Reihenfolge eingelocht, die innersten zuerst. Eine Matte hat nur eine Richtung, also wird der Stern zur Linie: vier Markierungen bei 50 cm, 1 m, 1.5 m und 2 m. Die Regel, die die Übung schwer macht: mindestens zwei Bälle nacheinander lochen, bevor du zur nächsten Distanz gehst. Als Test spielst du einen Ball pro Markierung und zählst die Treffer.
Final Putt. Die Grundidee: einen Putt von einem Meter einlochen, während die anderen zuschauen. Die Variationen: mit etwas Break, gegeneinander, die anderen dürfen stören, wer schafft die meisten Putts ohne Fehlversuch. Zu Hause fehlt das Publikum, der Druck nicht: Der letzte Putt jeder Einheit ist ein Meter, ein Ball, ein Versuch, und die Matte wird erst weggeräumt, wenn er drin ist. Notiere, wie viele Einheiten in Folge der letzte Putt beim ersten Versuch gefallen ist.
The Break. Im Original ein Putt von etwa acht Metern bergauf oder bergab. Auf der Linie stehen Törchen als Zwischenpunkte, und die Übung lehrt, beim Lesen der Linie solche Punkte zu fixieren. Fünf Bälle, ein Punkt für jedes passierte Törchen, drei Zusatzpunkte für jeden gelochten Ball. Das Gefälle bekommst du auf der Matte nicht, den Zwischenpunkt schon: In den Putting-Übungen mit Visio Tools setzt Swiss Golf bei einem geraden Putt von zwei Metern ein 60 mm breites Gate etwa 50 cm vor den Ball. Zu Hause sind das zwei Tees. Der Ball muss durch, ohne sie zu berühren, und ins Loch. Fünf Bälle, gleiche Punkte wie im Original.
Würfel. Im Original werden in vier Metern Distanz sechs Zonen von 50 cm bis einem Meter Länge aufgezeichnet. Ein Würfel bestimmt die Zone, in die du puttest. Bleibt der Ball darin liegen, gibt es die gewürfelte Zahl als Punkte, und wer zuerst 20 hat, gewinnt. Auf einer Matte von 2.5 Metern schrumpft das: sechs Zonen von 20 cm ab einem Meter, mit Klebeband markiert. Putte weg vom Loch, damit der Ball liegen bleibt. Diese Übung trainiert die Distanz, nicht das Lochen. Das Loch am Ende der Matte verzeiht jeden Putt, der zu schnell ist. Die Zonen verzeihen nichts.
Die Puttingmatte: Länge, Tempo, Rücklauf
Eine Puttingmatte mit Rücklauf ist ein Teppich mit einem Loch am Ende und einer Rinne, die den Ball zurückbringt. Ein Beispiel mit Preis: Decathlon verkauft die Inesis Golf-Putting-Matte mit Ballrückgabe für CHF 64.90, 250 cm lang und 30 cm breit, mit zwei Rollgeschwindigkeiten und zwei Lochgrössen. Von 2.5 Metern bleiben nach deinem Stand etwa zwei Meter Putt. Für die acht Meter von The Break brauchst du ein Grün.
Das Tempo einer Matte ist immer dasselbe. Ein Grün ist jeden Tag anders. Swiss Golf stellt in den Putting-Übungen mit Visio Tools einen Satz an den Anfang und nennt AimPoint als Quelle: Das Tempo bestimmt die Linie, und das Tempo bestimmt die Grösse des Lochs. Die Matte trainiert also den Schlag und die Startlinie, das Tempo lernst du auf dem Grün. Der Rücklauf hat zwei Seiten: viele Putts ohne Bücken, und der Ball fällt bei jedem Treffer, wie schnell er auch war. Darum gehören die Zonen und der Final Putt in jede Einheit.
Was messbar ist: die 1-Meter-Quote und die Leiter
Die Übungssammlung enthält einen Test, der auf die Matte passt: In der Übung, die dort «Die» Übung heisst, markierst du auf einem geraden Putt vier Distanzen, 1, 1.5, 2 und 2.5 Meter, und spielst als Test zehn Bälle pro Tee. Auf der Matte fällt die 2.5 weg. Zähl die Treffer bei 1, 1.5 und 2 Metern. Das ist deine Quote. Schreib sie einmal pro Woche auf. Zum Vergleich: TrackMan rechnet im Auto-Putt-Modell mit Statistiken der PGA Tour und gibt einem Putt aus 10 Fuss, also drei Metern, 38 Prozent Wahrscheinlichkeit für einen Einputt. Für einen Spieler mit Handicap 0 sind es im selben Modell 30 Prozent, mit Handicap 20 noch 19 Prozent. Und in der Luke-Donald-Übung aus den Unterlagen von Swiss Golf, 20 Putts zwischen 1.2 und 2.4 Metern, liegt der Tour-Durchschnitt bei 14 Treffern.
Die Leiter kommt aus demselben Dokument. Vier Zonen, mit Tees markiert, in 3, 4, 5 und 6 Fuss Entfernung, jede einen Fuss lang, also 0.9 bis 1.8 Meter mit 30 cm langen Zonen. Du gehst die Leiter hinauf und wieder hinunter und schreibst auf, wie oft der Ball in der Zone liegen bleibt. Auf der Matte wieder weg vom Loch. Dazu die Tee-Übung: ein Tee eine Grifflänge entfernt. Triffst du es dreimal nacheinander, gehst du eine Grifflänge zurück. Notiere, wie weit du kommst.
Setup und Treffmoment: was die Trainer kontrollieren
Dasselbe Dokument beschreibt, was ein Trainer im Set-up prüft: Augen, Schultern, Hüften und Füsse parallel zur Ziellinie, die Schlagfläche im Ansprechen rechtwinklig zum Ziel. Drei Übungen daraus kommen mit Bällen, einer Schnur und Tees aus. Die Augenposition, im Original mit dem Spiegel: Lege fünf bis sieben Bälle als gerade Linie zum Ziel und probiere mit den Augen aussen, innen und über dem Ball, wo du die Linie gerade siehst. Die Schnur: Spanne eine Schnur über die Linie, richte die Schlagfläche rechtwinklig dazu aus und starte den Ball aus einem Meter auf der Linie, dann nur mit der linken und nur mit der rechten Hand, um die dominante Hand zu finden. Der Treffmoment: zwei Tees so eng, dass der Putter gerade noch durchpasst. Und die Regel, die Swiss Golf allen Übungen mit Hilfsmitteln voranstellt: fünf Bälle mit Hilfe, dann fünf ohne. Was die Platzreife-Prüfung beim Putten anschaut, steht im Beitrag zur Platzreife in der Schweiz.
Auto-Putt, Gimme, Putting-Modus: was dein Simulator macht
Ob du in der Bay puttest, entscheiden die Software und die Einstellung des Betreibers. TrackMan, das System, das 83 Anlagen im Verzeichnis nennen, hat in TPS neben den vier Auto-Formaten auch manuelles Putten. Es ist eine Einstellung in der Software. Frag in der Anlage danach, wenn die Zahl der Putts etwas bedeuten soll. Welches System eine Anlage hat, steht im Verzeichnis. Was die Systeme unterscheidet, steht im Simulator-Vergleich. Auch mit manuellem Putten bleibt die Matte in der Bay meist flach und gleich schnell. Sie zeigt dir, ob dein Putt auf der Linie startet. Das Grün lesen übst du damit nicht. Was die Stunde in der Bay sonst bringt, steht unter Indoor-Golf-Training.
Mehr dazu: Golf Putten Regeln, Putter wählen, Golf putten lernen.
Regeln auf dem Grün, kurz
Was auf der Matte keine Rolle spielt, zählt auf dem Platz. Regel 13 der Golfregeln gilt auf dem Grün. Du darfst den Ball aufnehmen und reinigen, musst ihn vorher markieren und auf denselben Punkt zurücklegen. Ballmarken und Spikeschäden darfst du ausbessern, Sand und lose Erde wegwischen. Das Grün testen, indem du die Oberfläche reibst oder einen Ball rollst, ist verboten. Bleibt der Ball am Lochrand hängen, hast du die Zeit bis zum Loch und zehn Sekunden mehr. Fällt er danach, zählt ein Strafschlag dazu. Der Rest steht in den zwölf Regeln für Anfänger.
Der nächste Schritt ist klein: eine Matte, vier Markierungen, ein Notizblock. Spiel die vier Übungen zweimal pro Woche und schreib die Quote bei 1, 1.5 und 2 Metern auf. Wenn du im Winter in die Bay gehst, frag nach manuellem Putten. Was sich sonst zu Hause üben lässt, steht im Beitrag Golf üben zu Hause, und die Anlagen in deiner Nähe findest du auf der Karte.
Häufige Fragen
Wie lang muss eine Puttingmatte für zu Hause sein?
Die Übungen von Swiss Golf, die auf eine Matte passen, gehen von 50 cm bis 2 Meter. Die Inesis-Matte von Decathlon ist 250 cm lang und 30 cm breit und kostet CHF 64.90; nach deinem Stand bleiben darauf etwa zwei Meter Putt. Für längere Putts und für Gefälle brauchst du ein Grün.
Kann man im Golfsimulator putten üben?
Das hängt von der Software und der Einstellung ab. TrackMan bietet in TPS vier Auto-Putt-Formate und daneben manuelles Putten als Einstellung in der Software; in den NEXT-Turnieren gilt standardmässig ein Gimme-Kreis von 2.4 Metern. Die Matte in der Bay bleibt meist flach und gleich schnell, du übst darauf die Startlinie, nicht das Lesen des Grüns.
Wie viele Putts aus drei Metern locht ein Profi?
TrackMan rechnet in seinem Auto-Putt-Modell mit Statistiken der PGA Tour: Aus 10 Fuss, also drei Metern, fällt ein Putt mit 38 Prozent Wahrscheinlichkeit, bei Handicap 0 sind es 30 Prozent, bei Handicap 20 noch 19 Prozent. In der Luke-Donald-Übung von Swiss Golf, 20 Putts zwischen 1.2 und 2.4 Metern, liegt der Tour-Durchschnitt bei 14 Treffern.
Was kostet eine Puttingmatte mit Ballrückgabe?
Decathlon verkauft eine Inesis-Matte mit Ballrückgabe für CHF 64.90: 250 cm lang, 30 cm breit, mit zwei Rollgeschwindigkeiten und zwei Lochgrössen. Von 2.5 Metern bleiben nach deinem Stand etwa zwei Meter Putt, und genau die kurzen Putts sind der Teil, der sich zu Hause üben lässt.
Was kann ich auf der Matte nicht üben?
Das Tempo. Eine Matte rollt immer gleich, ein Grün ist jeden Tag anders, und in den Putting-Übungen von Swiss Golf steht der Satz nach AimPoint zuoberst: Das Tempo bestimmt die Linie. Ebenso wenig übst du das Lesen von Gefälle und lange Putts. Die Matte trainiert den Schlag und die Startlinie.
Quellen
- Swiss Golf: Übungssammlung Putten (PDF) (25 Putt-Übungen für Trainerinnen und Trainer: Kompass, Final Putt, «Die» Übung, The Break, Würfel)
- Swiss Golf: Putting-Übungen mit Visio Tools (PDF) (Set-up, Gate, Leiter, Tee-Übung, Luke-Donald-Übung mit Tour-Durchschnitt 14)
- Trackman Help Center: Auto-Putten in TPS (vier Auto-Putt-Formate, 38 Prozent Einputt aus 10 Fuss)
- Trackman Help Center: NEXT Manual Putting (Gimme-Kreis standardmässig 2.4 m)
- Decathlon Schweiz: Inesis Golf-Putting-Matte mit Ballrückgabe (CHF 64.90, 250 x 30 cm, Preis am 18. September 2026)
- R&A: Rule 13, Putting Greens (Markieren, Ausbessern, Testen, Ball am Lochrand)
- golfsimulators.ch, Verzeichnis am 18. September 2026 (126 publizierte Anlagen)