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2. Oktober 2026 · 9 Min. Lesezeit

Golf putten lernen: Griff, Stand, Pendelschlag und Distanzgefühl für Anfänger

Zwei Dinge entscheiden jeden Putt: wohin die Schlagfläche zeigt und wie weit der Putter schwingt. Griff, Stand, Pendelschlag und Länge, mit Zahlen von PGA und Shot Scope.

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Putten lernst du in vier Schritten: Griff, Stand, Pendelschlag und Länge. Nach der PGA of America entscheiden zwei Dinge jeden Putt: die Länge, die der Weg des Putters nach hinten und nach vorn bestimmt, und die Richtung, die davon abhängt, wohin die Schlagfläche beim Treffen zeigt. Bei den Dreiputts spielt die Länge eine grosse Rolle, denn zu kurz liegen gelassene Putts gehören laut Shot Scope zu den grössten Ursachen. Dieser Beitrag geht die Technik der Reihe nach durch und enthält einen Test, den du selbst machen kannst.

Was beim Putten zählt: Richtung und Länge

Die PGA of America nennt in ihrem Heft First Swing zwei Hauptfaktoren: die Länge, die vom Rück- und Vorschwung des Schlägers abhängt, und die Richtung, die davon abhängt, wohin die Schlagfläche beim Treffen zeigt. Die PGA Deutschland teilt Putts nach ihrem Ziel ein. Beim Annäherungsputt steht die Dosierung im Mittelpunkt, beim Richtungsputt die Wahl der passenden Spiellinie. Richtungsputts liegen vor allem in den Längen bis 2,40 m, Annäherungsputts vornehmlich darüber.

Ihre Lernunterlage ordnet das Putten in zwei Stufen. Zur Grobform gehören Griff, Pendelbewegung und Stellung zum Ball, zur Feinform die Dosierung mit Bewegungsumfang, Differenzierungsfähigkeit und Rhythmus. Dieser Beitrag folgt der Reihenfolge. Das Lesen des Grüns, das ebenfalls zur Feinform zählt, lassen wir hier aus.

Der Griff: leicht, bequem und seitlich

Beim Putter hältst du anders als bei den langen Schlägern. Karl Villwock, PGA Golf Professional, rät auf golf.de zu einem eher seitlichen Greifen: Zwischen Puttergriff und Unterarm soll eine Linie entstehen. Die PGA of America verlangt nur, dass der Griff leicht und bequem ist und Kontrolle und Genauigkeit gibt. Die Möglichkeiten reichen vom geteilten Griff mit auseinander liegenden Händen bis zum Cross-handed-Griff, und am besten ist, was für dich bequem ist und deine Hände zusammenarbeiten lässt. PGA Golf Professional Fabian Bünker stellt auf golf.de vier gängige Griffe vor:

GriffSo hältst duWofür er laut Bünker steht
OverlappingBeide Daumen liegen oben auf dem Griff, der Putter liegt hauptsächlich in den FingernEr vereint Richtungs- und Längenkontrolle
CrosshandedBei Rechtshändern greift die linke Hand unterhalb der rechtenRichtungskontrolle, kann Spielern helfen, die aus kurzen Distanzen oft patzen
ClawDie untere Hand zeigt in Spielrichtung und führt die SchlagflächeKann bei unruhigen Händen ungewollte Bewegungen reduzieren
Zehn-FingerDer Putter wird wie ein Eisen oder Holz gehaltenEinsteiger können sich ganz auf die Pendelbewegung konzentrieren

Wer gerade beginnt, muss sich laut Bünker nicht sofort mit komplexen Griffvarianten beschäftigen, und einen einzigen richtigen Putt-Griff gebe es nicht. Probier zwei oder drei aus und miss das Ergebnis, zum Beispiel mit dem Test weiter unten. Den Griff der langen Schläger behandelt Golfgriff richtig halten, die Wahl des Putters Putter wählen: Blade oder Mallet.

Stand, Augen und Ballposition

Die Quellen sind sich bei den Details nicht ganz einig. Die Tabelle zeigt, was welche sagt:

PunktAussageQuelle
KörperFussgelenke unter den Schultern, Hüfte nach hinten und oben, Arme hängen locker von den SchulternPGA of America
StandHüftbreitgolf.de, Villwock
AugenDirekt über dem BallPGA of America
BallUnter dem linken Auge, die Ellbogen zeigen eher nach innen, das Kinn leicht nach untengolf.de, Villwock
Augen testenAusserhalb, innen und über dem Ball ausprobieren und die Position wählen, aus der du die gerade Linie am besten siehstSwiss Golf
AusrichtungAugen, Schultern, Hüfte und Füsse parallel zur ZiellinieSwiss Golf
ZielpunktEin Zwischenziel 1 bis 2 Fuss (30 bis 60 cm) vor dem Ball wählen, Schlägerblatt und Ball darauf ausrichtenPGA of America

Die Augenposition ist der Punkt, an dem die Quellen auseinandergehen: über dem Ball, unter dem linken Auge, oder die, die du selbst findest. Swiss Golf beschreibt dafür eine Übung: 5 bis 7 Bälle in einer geraden Linie auf der Ziellinie aufstellen, dann die Augen ausserhalb, innen und über dem Ball positionieren. Entscheide dich danach für eine Position und stell sie vor jedem Putt gleich auf.

Der Pendelschlag und sein Tempo

Die Bewegung kommt aus den Armen und Schultern, nicht aus den Händen. Villwock nennt passive Handgelenke und eine passive Hüfte, die Bewegung entstehe ausschliesslich durch das gleichmässige Pendeln der Arme, und die Schulterbewegung sei eine Mischung aus Drehung und Kippung. «Die Schulter ist der Motor für einen guten Putt», sagt er. Wie gross der Bogen des Putters ist, hängt von deiner Haltung ab: Je aufrechter du stehst, desto enger ist der Schwungbogen, schreibt Swiss Golf.

Der Physiker Robert Grober von der Yale University beschreibt in seiner Arbeit Resonance in Putting den Putt von Weltklassespielern als Pendel, das mit der doppelten Eigenfrequenz angetrieben wird. Er stützt sich auf drei Beobachtungen bei guten Puttern: Der Putterkopf bewegt sich beim Treffen mit gleichbleibender Geschwindigkeit, die Gesamtdauer des Schlags hängt kaum von der Länge des Putts ab, und der Rückschwung dauert etwa doppelt so lang wie der Durchschwung. Das beschreibt gute Putter. Es beweist nicht, dass du mit diesem Verhältnis besser puttest.

Für dich heisst das: Du änderst die Länge des Schwungs, nicht das Tempo. Eine Übung, die sich aus den Beobachtungen ableitet: Zähle bei jedem Putt zwei Zählzeiten für den Rückschwung und eine für den Durchschwung, ob der Putt kurz oder lang ist. Swiss Golf stellt seinen Übungskatalog unter die Begriffe Read, Speed und Aim und schreibt, das Tempo bestimme die Linie und die Grösse des Lochs.

Distanzgefühl: warum so viele Putts zu kurz bleiben

Shot Scope hat Daten aus tausenden Runden ausgewertet. Danach lässt der durchschnittliche Golfer 55 % seiner Putts vor dem Loch liegen, ein Golfer mit Handicap 25 sogar 59 %. Wenn ein Golfer mit Handicap 15 dreiputtet, bleiben für den zweiten Putt im Schnitt 8 Fuss, rund 2,4 m. Wer Dreiputts vermeiden will, sollte laut Shot Scope an der Distanzkontrolle arbeiten.

Die kurzen Putts sind das Gegenstück. Ein Golfer mit Handicap 25 locht aus weniger als 3 Fuss (rund 0,9 m) 9 von 10 Putts. Aus 3 bis 6 Fuss (rund 0,9 bis 1,8 m) liegt seine Quote etwas schlechter als 50 zu 50. Einen Test für die Länge nennt das Heft der PGA of America: Wähle fünf Putts aus 10 bis 30 Fuss (rund 3 bis 9 m) und versuche, bei jedem mit zwei Putts oder weniger einzulochen. Dann zählst du alle Putts zusammen. Zwei Putts pro Loch ergeben 10 Putts.

Putts auf den fünf LöchernEinstufung der PGA of America
13 oder mehrVerbesserungsbedarf
11 bis 12Gut
10Sehr gut
9Tour-Profi

Wie viele Putts sind normal?

Zwei Zahlenreihen helfen dir, deine eigenen einzuordnen. Die PGA Deutschland nennt Quoten von der Tour:

Distanz zum LochEin Putt auf der TourDrei Putts auf der Tour
60 cm99,3 %0,1 %
1,50 m75 %0,3 %
2,40 m49 %0,5 %
4,50 m22 %1 %
9,00 m7 %5 %

Für Amateure nennt Shot Scope die Putts pro Runde und die Zahl der Löcher, nach denen im Schnitt ein Dreiputt kommt. Bei Handicap 0 sind es 29,4 Putts pro Runde.

HandicapPutts pro RundeLöcher je Dreiputt
530,216,7
1533,19,7
2533,87,6

Die Putts pro Runde hängen laut Shot Scope auch davon ab, wie oft du das Grün triffst: Wer mehr Grüns trifft, hat mehr Putts. Wie du solche Zahlen liest, steht in Strokes Gained für Amateure.

Was das für dich heisst: ein Rechenbeispiel

Ein Golfer mit Handicap 25 dreiputtet im Schnitt alle 7,6 Löcher, einer mit Handicap 5 alle 16,7. Auf 18 Löcher gerechnet sind das 2,4 und 1,1 Dreiputts pro Runde. Ein Dreiputt kostet einen Putt mehr als ein Zweiputt, allein aus den Dreiputts ergeben sich also etwa 1,3 Putts mehr pro Runde. Zwischen den beiden Gruppen liegen in der Tabelle 3,6 Putts (33,8 minus 30,2). Was daraus folgt:

  • Zuerst die Länge: Der erste Putt soll so nahe ans Loch kommen, dass der zweite kurz ist.
  • Dann die kurzen Putts: Shot Scope nennt das sichere Einlochen aus weniger als 3 Fuss als zweite Stellschraube gegen Dreiputts.
  • Dann der Test mit fünf Putts aus 10 bis 30 Fuss, jede Woche mit derselben Zahl notiert.

Am Simulator und zu Hause

Wie sich der Putt in der Bay anders anfühlt und was das Gerät davon sieht, erklärt Putten im Golfsimulator. Übungen für die Matte zu Hause, mit Zahlen zum Notieren, stehen in Putten üben zu Hause. Im Verzeichnis nennen 33 der 110 Indoor-Anlagen in ihrer Beschreibung Putting, also ein Green, eine Zone oder eine Analyse, und 9 ein Analysegerät wie SAM PuttLab oder PuttView (Stand 2. Oktober 2026, eigene Einträge). Zwei Beispiele aus den Einträgen: Indoorgolf Sursee nennt einen PuttView-P10-Putting-Simulator, die Vivian Ross Golf Academy ein Sam PuttLab für den Unterricht.

Wo du das Putten ausprobierst

Für den ersten Besuch ist Golfsimulator für Anfänger der Anfang. Wer die Technik mit einem Pro prüfen will, findet unter Indoor-Golf-Training die Anlagen mit Coaching: 81 der 110 Indoor-Anlagen bieten es an (Stand 2. Oktober 2026, eigene Einträge). Die nächste Anlage zeigt dir Golfsimulator in der Nähe, alle Anlagen nach Kanton die Karte.

Häufige Fragen

Wie halte ich den Putter richtig?

Es gibt nicht den einen richtigen Griff. Die PGA of America verlangt einen leichten, bequemen Griff, mit dem deine Hände zusammenarbeiten. Gängig sind Overlapping, Crosshanded, Claw und der Zehn-Finger-Griff, der für Einsteiger gedacht ist. Probier sie aus und miss das Ergebnis auf dem Grün.

Wo liegt der Ball beim Putten?

Die Quellen unterscheiden sich: Die PGA of America stellt die Augen direkt über den Ball, PGA Golf Professional Karl Villwock setzt den Ball unter das linke Auge. Swiss Golf lässt dich selbst testen, aus welcher Position du die gerade Linie am besten siehst.

Wie viele Putts pro Runde sind normal?

Nach Shot Scope sind es 29,4 Putts bei Handicap 0, 31,2 bei Handicap 10 und 33,8 bei Handicap 25. Die Zahl hängt auch davon ab, wie oft du das Grün triffst, denn wer mehr Grüns trifft, hat mehr Putts.

Warum bleiben meine Putts zu kurz?

Das geht vielen so: Laut Shot Scope lässt der durchschnittliche Golfer 55 % seiner Putts vor dem Loch liegen, bei Handicap 25 sind es 59 %. Zu kurze Putts gehören zu den grössten Ursachen für Dreiputts. Hilf dir mit dem Test aus fünf Putts von 10 bis 30 Fuss.

Wie schnell soll der Puttschlag sein?

Nach Robert Grober dauert der Rückschwung bei guten Puttern etwa doppelt so lang wie der Durchschwung, und die Gesamtdauer hängt kaum von der Länge des Putts ab. Du änderst also die Länge des Schwungs, nicht das Tempo. Das beschreibt gute Putter, es beweist keinen Vorteil für dich.

Quellen