26. September 2026 · 6 Min. Lesezeit
Griffe wechseln: wann es Zeit ist, was es kostet, was die Stärke ändert
Der Griff ist das einzige Teil, das du berührst, und das erste, das niemand ersetzt. Intervall, Preise und was die Stärke wirklich ändert.

Der Griff ist das einzige Teil eines Golfschlägers, das du berührst, und das einzige, das planmässig verschleisst. Trotzdem ist er der Posten, der am längsten unbeachtet bleibt, oft länger als der Schläger selbst. Ein Satz neuer Griffe kostet weniger als ein Hybrid und ändert mehr am Gefühl.
Das Intervall
Lamkin, einer der zwei grossen Hersteller, empfiehlt einen Wechsel alle 40 Runden, und alle 30, wenn viel auf der Range trainiert wird (Lamkin). Wer zwanzig Runden im Jahr spielt, kommt damit auf einmal jährlich; wer im Winter dazu in einer Bay übt, eher früher.
Das Kriterium ist aber nicht der Kalender, sondern die Oberfläche. Ein Griff ist fällig, wenn er sich hart und glatt anfühlt statt griffig, wenn er glänzt, wo die Finger liegen, oder wenn du bei feuchtem Wetter fester zupacken musst.
Was ein abgenutzter Griff anrichtet
Er zwingt dich zu mehr Griffdruck, und Griffdruck ist der leiseste Distanzkiller im Golf. Wer festhält, spannt Unterarme und Schultern an, verliert Schlägerkopfgeschwindigkeit und verliert die Freigabe der Schlagfläche im Treffmoment.
Das zeigt sich als Ballflug nach rechts bei einem Rechtshänder, und es wird gern dem Schwung zugeschrieben. Wer seit drei Jahren dieselben Griffe spielt, sollte sie ersetzen, bevor er eine Stunde Unterricht bucht.
Was es in der Schweiz kostet
Die Preise eines Schweizer Onlineshops am 26. September 2026 (Golfers Paradise):
| Posten | Preis |
|---|---|
| Standardgriff, zum Beispiel Tour Velvet | CHF 11.90 bis 12.90 |
| Günstigster Griff im Sortiment | CHF 11.50 |
| Puttergriff | bis CHF 49.90 |
| Material für 13 Schläger | rund CHF 155 bis 170 |
Dazu kommt die Arbeit, wenn du sie nicht selbst machst; im Pro Shop wird sie pro Schläger verrechnet. Selbst machen ist möglich und braucht drei Dinge: doppelseitiges Band, Lösungsmittel und ein Messer. Der Wechsel dauert pro Schläger fünf Minuten, und der erste dauert zwanzig.
Die Stärke, und was sie wirklich ändert
Ein dünnerer Griff lässt die Hände mehr arbeiten, ein dickerer bremst sie. Das ist der ganze Mechanismus: Wer den Ball zu weit nach links zieht, kann mit einem dickeren Griff etwas dämpfen; wer die Schlagfläche nicht rechtzeitig schliesst, kommt mit einem dünneren leichter durch.
Die Feinabstimmung läuft über das Band. Jede zusätzliche Lage unter dem Griff macht ihn messbar dicker, und ein Fitter arbeitet damit in kleinen Schritten, statt gleich eine Grösse zu wechseln. Das ist die günstigste Anpassung, die es am Schläger gibt.
Was die Regeln erlauben
Die Equipment Rules setzen eine Obergrenze: Der Querschnitt eines Griffs darf in keiner Richtung 1,75 Zoll, also 44,45 Millimeter, überschreiten (R&A). Ein runder Griff mit diesem Maximum darf nicht schräg oder aussermittig auf den Schaft gesetzt werden.
Bei Hölzern und Eisen ist eine leicht erhabene Rippe entlang der ganzen Länge erlaubt, die sogenannte Reminder-Rippe; Maximal- und Minimaldurchmesser dürfen sich dabei um nicht mehr als 0,040 Zoll unterscheiden. Puttergriffe haben eigene Freiheiten und dürfen nicht rund sein.
Ein Griff oder dreizehn
Wenn du sparen musst, wechsle die Schläger, die du am meisten benutzt: Driver, Eisen 7, das Wedge und den Putter. Der Rest kann eine Saison warten. Wichtig ist nur, dass du nicht mischst: Zwei verschiedene Stärken im Satz fühlen sich bei jedem Wechsel falsch an.
Am Putter ist der Griff ein eigenes Thema, weil dort Grösse und Form das Handgelenk ruhig stellen sollen. Deshalb kosten Puttergriffe das Drei- bis Vierfache, und deshalb ist der Wechsel dort eine Entscheidung und keine Wartung.
Griffe und die Matte
Wer regelmässig in einer Bay übt, verschleisst Griffe schneller, weil mehr Bälle pro Stunde geschlagen werden als auf dem Platz. Hundert Bälle in einer Stunde entsprechen etwa zwei Runden an Schlägen. Rechne also die Bay-Stunden mit, wenn du das Intervall zählst.
Dazu kommt, dass Bays warm und trocken sind, was Gummi schneller aushärtet. Wer im Winter zwanzig Stunden in der Bay verbringt, hat im April Griffe, die sich anders anfühlen als im Oktober. Was ein Wintertraining sonst braucht, steht in Trainingsplan Winter.
Selber wechseln in fünf Schritten
Alten Griff längs aufschneiden und abziehen. Altes Band mit einem Spachtel und etwas Lösungsmittel entfernen. Neues doppelseitiges Band spiralförmig aufbringen und den Überstand ins Schaftende drücken. Band mit Lösungsmittel tränken und gleich in den neuen Griff giessen.
Dann den Griff in einem Zug aufschieben und innerhalb einer Minute ausrichten, bevor das Lösungsmittel verdampft. Danach zwei Stunden trocknen lassen. Der erste Schläger dauert zwanzig Minuten, der fünfte fünf, und schiefe Griffe bemerkt man erst beim nächsten Schlag.
Welches Material
Drei Bauarten sind üblich. Glattes Gummi ist der Standard und fühlt sich neu am besten an. Ein Griff mit eingearbeiteten Fäden, auf Englisch corded, greift auch nass und ist dafür härter an der Hand. Ein gewickelter Griff sieht klassisch aus und nutzt sich schneller ab.
Für Schweizer Wetter ist die Mischung sinnvoll: Gummi auf den kurzen Eisen, wo Gefühl zählt, und ein Griff mit Fäden auf Driver und langen Schlägern, wo du nass am meisten Halt brauchst. Mit Handschuh spielt sich jedes Material weicher.
Der Handschuh gehört zur Rechnung
Ein Handschuh ist billiger als ein Griff und nutzt sich schneller ab. Wer merkt, dass der Schläger rutscht, prüft zuerst den Handschuh und dann den Griff; ein abgewetzter Handschuh fühlt sich genau wie ein alter Griff an und kostet ein Fünftel.
Beides zusammen entscheidet über den Griffdruck, und der Griffdruck über die Geschwindigkeit. Was am Schläger sonst zur Geschwindigkeit beiträgt, steht in Schlägerkopfgeschwindigkeit.
Die Lagerung zwischen den Saisons
Gummi härtet durch Wärme und Trockenheit aus, und der schlechteste Ort für einen Golfsatz ist deshalb das Auto. Ein Kofferraum im Sommer erreicht Temperaturen, die Griffe in einer Saison altern lassen, ohne dass ein Ball geschlagen wurde.
Lager die Schläger über den Winter trocken und kühl, nicht neben der Heizung, und wisch die Griffe vorher mit warmem Wasser ab. Das gibt vielen Griffen einen Teil ihrer Haftung zurück und verschiebt den Wechsel um eine Saison.
Mehr dazu: Golfgriff richtig halten.
Die Reihenfolge, die sich lohnt
Griffe zuerst, Fitting später. Neue Griffe sind die günstigste Veränderung am Schläger und die einzige, die jeder braucht; ein Fitting ist die teuerste und lohnt sich erst, wenn der Schwung steht. Wer beides plant, wechselt die Griffe vor dem Fitting, damit der Fitter deinen Griffdruck und nicht den alten Gummi messt.
Was ein Fitting kostet, steht in Golf-Fitting in der Schweiz. Und ob dein Schaft überhaupt zu dir passt, klärt Regular, Stiff oder Senior.
Häufige Fragen
Wie oft soll ich Golfgriffe wechseln?
Lamkin empfiehlt alle 40 Runden, und alle 30 bei viel Range-Training. Bei zwanzig Runden im Jahr ist das einmal jährlich. Entscheidend ist aber die Oberfläche: hart, glatt oder glänzend heisst fällig, unabhängig vom Kalender.
Was kostet ein Griffwechsel in der Schweiz?
Ein Standardgriff kostet CHF 11.50 bis 12.90, ein Puttergriff bis CHF 49.90. Material für dreizehn Schläger liegt bei rund CHF 155 bis 170, dazu die Arbeit im Pro Shop. Selbst machen braucht Band, Lösungsmittel und ein Messer.
Was bewirkt eine dickere Griffstärke?
Sie bremst die Hände. Wer den Ball nach links zieht, kann das mit einem dickeren Griff etwas dämpfen; ein dünnerer Griff lässt die Hände mehr arbeiten und die Schlagfläche leichter schliessen. Feinabstimmung läuft über zusätzliche Lagen Band.
Wie dick darf ein Griff sein?
Der Querschnitt darf in keiner Richtung 1,75 Zoll, also 44,45 Millimeter, überschreiten. Bei Hölzern und Eisen ist eine leicht erhabene Rippe über die ganze Länge erlaubt, wobei sich Maximal- und Minimaldurchmesser um nicht mehr als 0,040 Zoll unterscheiden dürfen.
Verschleissen Griffe in der Simulator-Bay schneller?
Ja, weil du pro Stunde mehr Bälle schlägst als auf dem Platz: hundert Bälle entsprechen etwa zwei Runden an Schlägen. Dazu härtet Gummi in warmen, trockenen Räumen schneller aus. Rechne die Bay-Stunden ins Intervall ein.
Quellen
- R&A: The Equipment Rules, Conformance of Clubs (Griff) (1,75 Zoll Querschnitt, 0,040 Zoll Rippen-Toleranz)
- Lamkin: Importance of Re-Gripping (alle 40 Runden, alle 30 bei viel Range-Training)
- Golfers Paradise: Schlägergriffe (Preise am 26. September 2026)