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26. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Regular, Stiff oder Senior: den Flex an der eigenen Geschwindigkeit ablesen

Regular oder Stiff ist die falsche Frage. Die richtige ist, wie schnell du schwingst und was der Ball dabei macht.

Regular, Stiff oder Senior: den Flex an der eigenen Geschwindigkeit ablesen — Beitragsbild

Regular oder Stiff ist die häufigste Frage beim Schlägerkauf und die am schlechtesten gestellte. Sie unterstellt, dass die Buchstaben etwas Festes bedeuten. Sie bedeuten nichts Festes, und das sieht man in der Preisliste jedes Herstellers.

Drei Schäfte heissen Stiff

In der Standardauswahl eines einzigen Drivers stehen mehrere Schäfte, die alle Stiff heissen und 55, 61 und 66 Gramm wiegen (PING). Dazu kommen Schäfte, die überhaupt keine Buchstaben benutzen: Project X zählt 5.5, 6.0 und 6.5, und ein Leichtschaft heisst 35 oder 45.

SchaftFlex-BezeichnungGewicht
ALTA CB Blue 50Soft Regular49 g
ALTA CB Blue 50Regular51 g
ALTA CB Blue 50Stiff55 g
Tour 2.0 Chrome 65Regular56 g
Tour 2.0 Chrome 65Stiff61 g
Tour 2.0 Chrome 65X-Stiff66 g
Project X Denali Red 605.556 g
Project X Denali Red 606.558 g
ALTA Quick3538 g
ALTA Quick4545 g

Es gibt also keine Norm, an der sich ein Flex messen liesse, und keinen Hersteller, der sich an einen fremden Standard halten müsste. Ein Stiff bei Marke A kann weicher sein als ein Regular bei Marke B. Wer einen Schläger nach dem Buchstaben kauft, kauft ein Etikett.

Was die Steifigkeit überhaupt tut

Der Schaft biegt sich im Abschwung nach hinten und schnäuzt kurz vor dem Treffmoment nach vorn. Diese Bewegung bestimmt mit, wie viel Loft die Schlagfläche im Treffmoment wirklich hat und wohin sie zeigt. Ein zu weicher Schaft für dein Tempo kommt zu früh nach vorn, ein zu steifer gar nicht.

Daraus folgen die klassischen Symptome. Zu weich heisst hoher Start, viel Spin und ein Ball, der nach links wegzieht. Zu steif heisst flacher Start, wenig Gefühl und ein Ball, der rechts liegen bleibt. Beides ist bei einem Rechtshänder gemeint und bei einem Linkshänder gespiegelt.

Die Zahl, an der es hängt

Die Schlägerkopfgeschwindigkeit. TrackMan nennt als Standardannahme für einen durchschnittlichen Golfer 94 mph beim Driver (TrackMan); die PGA Tour schwingt 115, die LPGA Tour 96. Eine Frau mit Handicap 15 liegt bei rund 79 mph.

Diese Zahl ist der erste Anhaltspunkt und nicht die Antwort. Sie sagt dem Fitter, in welchem Bereich er sucht; welcher Schaft in diesem Bereich passt, entscheidet sich am Ballflug. Die Tabelle nach Handicap und die Anleitung zum Messen stehen in Schlägerkopfgeschwindigkeit.

Der Tempo-Faktor, den niemand nennt

Zwei Spieler mit gleicher Geschwindigkeit brauchen verschiedene Schäfte, wenn ihr Rhythmus verschieden ist. True Temper nennt das Tempo ausdrücklich als Fitting-Kriterium: nicht wie schnell jemand schwingt, sondern wie er schnell schwingt. Ein ruckartiger Übergang von oben belastet den Schaft stärker als ein weicher.

Deshalb passt zu einem aggressiven Schwung bei 90 mph oft ein steiferer Schaft als zu einem gleichmässigen bei 95. Das ist der Grund, warum eine Tabelle allein nie genügt und warum zwei Spieler mit demselben Handicap verschiedene Schäfte spielen.

Senior und Ladies sind Gewichte, keine Altersangaben

Hinter den Bezeichnungen A oder Senior und L oder Ladies stehen die weichsten und leichtesten Schäfte im Programm. Bei Ping heissen sie Soft Regular und ALTA Quick und wiegen 38 bis 49 Gramm gegenüber 66 Gramm bei X-Stiff (PING).

Ein Mann mit 78 mph gehört in diese Schäfte, unabhängig davon, was auf dem Aufkleber steht, und eine Frau mit 95 mph gehört nicht hinein. Der Name ist Marketing, das Gewicht und die Steifigkeit sind die Sache.

Bei den Eisen ist es dasselbe

Auch dort trägt der Flex denselben Buchstaben bei ganz anderem Gewicht: Regular gibt es bei 72, 93, 96, 103 und 104 Gramm (PING). Wer bei den Eisen den Flex wählt, wählt in Wahrheit zuerst das Material und das Gewicht und danach die Steifigkeit.

Ein häufiger Fehler ist, den Driver-Flex auf die Eisen zu übertragen. Die Schläger sind verschieden lang, werden verschieden schnell geschwungen und haben verschiedene Schäfte. Es ist normal, beim Driver Regular und bei den Eisen Stiff zu spielen oder umgekehrt.

Der Test in einer Stunde

Buch eine Bay, nimm deinen Driver und zwei Leihdriver mit benachbarten Flex-Stufen, je zehn Bälle im Wechsel. Notiere Schlägerkopfgeschwindigkeit, Abflugwinkel, Spin, Carry und die Seitenabweichung, und streiche pro Serie den besten und den schlechtesten Schlag.

Der richtige Schaft ist der mit der kleinsten Streuung bei gleichem oder grösserem Carry, nicht der mit dem einen weitesten Schlag. Wenn zwei gleich gut sind, nimm den schwereren: Er hält den Rhythmus, wenn du müde wirst.

Wie du einen Flex prüfst, ohne zu kaufen

Drei Wege, alle ohne Verpflichtung. Ein Demo-Tag im Club, an dem ein Hersteller mit dem Fitting-Wagen steht. Der Pro Shop, der Demo-Schläger für eine Range-Stunde herausgibt. Oder eine Bay mit Leihschlägern, in der du zwei benachbarte Flex-Stufen hintereinander schlägst.

Nimm in allen drei Fällen deinen eigenen Schläger mit. Ohne Vergleichspunkt sagt dir eine Zahl nichts, weil du nicht weisst, ob 94 mph für dich viel oder wenig ist. Der eigene Schläger ist die Nulllinie, und ohne ihn ist die Stunde halb verschenkt.

Der Schaft in den Wedges

Bei den Wedges ist der Flex fast gleichgültig, das Gewicht dagegen wichtig. Die meisten Wedges kommen mit dem schwersten Schaft des Satzes, weil du sie selten voll schwingst und Gefühl brauchst; deshalb spielen viele Stahl in den Wedges, auch wenn ihre Eisen Graphit haben.

Wichtig ist nur, dass der Sprung nicht zu gross wird. Ein Graphit-Eisen 9 mit 65 Gramm und ein Stahl-Wedge mit 130 fühlen sich wie zwei verschiedene Schlägersätze an, und das merkt man genau bei den Schlägen um das Grün.

Die Schaftlänge gehört zur Frage

Ein Schaft wird pro Eisen kürzer: Beim klassischen Stahlschaft reicht die Serie von 40,0 Zoll im Eisen 3 bis 37,0 Zoll im Wedge (True Temper). Ein längerer Schaft schwingt schneller und trifft weniger mittig, ein kürzerer umgekehrt.

Deshalb ist die Verlängerung eines Schafts nur dann eine Lösung, wenn die Körpergrösse es verlangt, und nie, um Meter zu gewinnen. Wer gebraucht kauft, erbt Länge und Flex des Vorbesitzers zugleich, und das ist der häufigste Fall eines falschen Schafts im Bag.

Mehr dazu: Golf für Frauen in der Schweiz.

Wann sich die Frage stellt

Beim Kauf eines Drivers, nach einer deutlichen Veränderung der Geschwindigkeit und wenn ein alter Satz übernommen wurde. Ein Schläger vom Vater oder aus dem Secondhand-Regal hat den Flex des vorherigen Besitzers, und das ist der häufigste Fall eines falschen Schafts im Bag.

Was ein Fitting in der Schweiz kostet und welche Werte dabei erfasst werden, steht in Golf-Fitting in der Schweiz. Ob du überhaupt Stahl oder Graphit willst, klärt Stahl oder Graphit, und eine Anlage zum Messen findest du in der Karte.

Häufige Fragen

Welcher Flex passt zu welcher Geschwindigkeit?

Als Anhaltspunkt: unter etwa 85 mph die weichsten und leichtesten Schäfte, um 90 bis 100 mph Regular bis Stiff, darüber Stiff bis X-Stiff. Die Buchstaben sind aber keine Norm, deshalb entscheidet am Ende der Ballflug und nicht die Tabelle.

Woran merke ich, dass mein Schaft zu weich ist?

Der Ball startet hoch, nimmt viel Spin und zieht nach links, bei einem Rechtshänder. Zu steif ist das Gegenteil: flacher Start, wenig Gefühl, der Ball bleibt rechts. Sicher ist das erst, wenn ein Launch Monitor Abflugwinkel und Spin zeigt.

Ist ein Stiff bei jeder Marke gleich?

Nein. Es gibt keine Norm für Flex. In der Standardauswahl eines einzigen Drivers heissen Schäfte mit 55, 61 und 66 Gramm alle Stiff, und andere Modelle verzichten ganz auf Buchstaben und zählen 5.5, 6.0 und 6.5.

Brauche ich bei Driver und Eisen denselben Flex?

Nein, und es ist normal, wenn er sich unterscheidet. Die Schläger sind verschieden lang, werden verschieden schnell geschwungen und haben verschiedene Schäfte. Regular beim Driver und Stiff bei den Eisen ist eine übliche Kombination.

Was bedeutet Senior- oder Damen-Flex?

Die weichsten und leichtesten Schäfte im Programm, bei Ping 38 bis 49 Gramm gegenüber 66 Gramm bei X-Stiff. Die Bezeichnung sagt nichts über Alter oder Geschlecht: Entscheidend ist die Geschwindigkeit, nicht der Aufkleber.

Quellen