18. September 2026 · 10 Min. Lesezeit
Golf-Fitting in der Schweiz: was auf dem Launch Monitor gemessen wird, was es kostet und wann es sich lohnt
Ein Fitting ist eine Messung: fünf bis zehn Schläge mit den eigenen Schlägern, dann drei bis vier Schäfte gegen diese Basiswerte. Was der Launch Monitor dabei liest, in welcher Reihenfolge ein Fitter vorgeht, was Migros Golf dafür verrechnet und wann du besser noch wartest. Und wie du dir die Basiswerte für den Preis einer Simulatorstunde vorher selbst holst.

Golf-Fitting klingt nach Laden, ist aber eine Messung. Du schlägst mit deinen eigenen Schlägern, ein Launch Monitor liest jeden Ball, und erst danach kommen Schäfte und Köpfe ins Spiel, die der Fitter gegen deine Basiswerte vergleicht. Wer den Ablauf kennt, weiss auch, wann ein Termin etwas bringt und wann er zu früh kommt. Was ein Golf-Fitting in der Schweiz kostet, hängt von der Dauer ab, und die Basiswerte holst du dir für den Preis einer Simulatorstunde schon vorher selbst.
Was ein Golf-Fitting misst: die sechs Zahlen
Maximilian Lechermann ist Master Fitter und PGA Professional im Golfpark Oberkirch. Im Magazin GolfPlus 1/2026 von Migros Golf nennt er die Werte, die er beim Fitting mit dem TrackMan erfasst: Schlägerkopfgeschwindigkeit, Ballgeschwindigkeit, Carry, Spin-Rate, Abflugwinkel und Landewinkel. Verändert werden dann der Lie-Winkel des Kopfs sowie Länge und Steifigkeit des Schafts, bis im Treffmoment mehr Energie im Ball ankommt. Was jede Zahl für sich bedeutet, steht in Launch-Monitor-Zahlen verstehen. Hier geht es darum, was der Fitter daraus liest.
- Schlägerkopfgeschwindigkeit: die Zahl, die alles andere begrenzt. Die PGA Tour schwingt den Driver mit 115 mph, der typische männliche Amateur mit Handicap 14.5 mit 94 mph (TrackMan). Diese Zahl ist der erste Anhaltspunkt für den Flex des Schafts.
- Ballgeschwindigkeit: was von deinem Schwung im Ball ankommt. Steigt sie mit einem anderen Schaft bei gleicher Schlägerkopfgeschwindigkeit, passt dieser Schaft besser zu deinem Timing.
- Carry: die Distanz in der Luft, ohne Roll. Beim Driver ist sie die Zahl, die das Fitting am Ende vergrössern soll.
- Spin-Rate: die Umdrehungen pro Minute. Die PGA Tour liegt beim Driver bei 2'545 rpm; für 94 mph und einen Angriffswinkel von null Grad rechnet TrackMan mit 2'772 rpm für den optimierten Carry (TrackMan).
- Abflugwinkel: wie steil der Ball startet. PGA Tour 10.4 Grad, LPGA Tour 12.6 Grad; für dieselben 94 mph nennt TrackMan 13.6 Grad als Optimum (TrackMan). Wer langsamer schwingt, braucht mehr Winkel.
- Landewinkel: der Winkel, in dem der Ball aufkommt. Flacher heisst mehr Roll. Beim Driver kann ein flacherer Landewinkel Carry kosten und trotzdem Gesamtdistanz bringen, bei der Annäherung entscheidet er, wie viel der Ball nach dem Aufkommen noch rollt (TrackMan).
Die letzten drei Zahlen gehören zusammen. TrackMan schreibt, jeder Golfer sollte auf die Kombination aus Abflugwinkel und Spin gefittet werden, die zu seiner Schläger- und Ballgeschwindigkeit passt (TrackMan). Das ist der Kern eines Driver-Fittings: nicht mehr von allem, sondern die Kombination, die bei deinem Tempo am weitesten trägt. Wo du mit deiner Schlägerkopfgeschwindigkeit stehst, zeigt die Tabelle nach Handicap.
Driver zuerst, Eisen seltener: die Reihenfolge
Ein Fitting muss nicht den ganzen Satz umfassen. Lechermann hält ein Driver-Fitting allein für sehr sinnvoll: Der Fitter konzentriert sich auf diesen einen Schläger und hat mehr Zeit, verschiedene Kombinationen zu testen. Ein Full-Set-Fitting nennt er anstrengend und rät, es auf mehrere Sessions zu verteilen (GolfPlus 1/2026).
Dazu kommt der Rhythmus der Technik. Bei Drivern und Fairwayhölzern kommen laut Lechermann öfter technische Sprünge auf den Markt, bei den Eisen sind die Zyklen länger. Ein passender Eisensatz begleitet dich darum lange, und wer nur einen Schläger neu kaufen will, fängt beim Driver an. Was ein gefitteter Satz bringt, macht Lechermann am Lie-Winkel fest: Passt er zum Spieler, kommt das Schlägerblatt neutral an den Ball, und der Ball fliegt gerader. Die Marke ist dabei laut Lechermann fast Nebensache, weil die marktführenden Hersteller in der Leistung vergleichbar sind.
Wie ein Fitting abläuft: Basiswerte, dann drei bis vier Schäfte
Der Ablauf im Golfpark Oberkirch, wie Lechermann ihn beschreibt, hat vier Schritte (GolfPlus 1/2026).
- Du schlägst entspannt einige Bälle mit deinen eigenen Schlägern. Der TrackMan zeichnet mit, damit der Fitter Basiswerte hat.
- Nach fünf bis zehn soliden Schlägen beginnt das eigentliche Fitting. Ihr besprecht, welche Marke und welche Satzkombination gewünscht ist und infrage kommt.
- Steht das Modell fest, sucht der Fitter drei bis vier Schäfte aus, die zu deinem Schwung passen.
- Dann wird probiert und gemessen, jede Kombination gegen deine Basiswerte, bis der Schläger gefunden ist.
Zwei Dinge sind Lechermann dabei wichtig. Du musst nicht deinen besten Schwung mitbringen, weil die Schläger für den Alltag gefittet werden und nicht für die ein bis zwei Wochen im Jahr, in denen du den Ball überdurchschnittlich gut triffst. Aber du solltest nicht in einem Formtief stecken oder gerade an einer grösseren Schwungänderung arbeiten. Gefittet wird der Schwung, den du hast, nicht der, den du gerade übst.
Was ein Golf-Fitting in der Schweiz kostet
Auf die Frage nach den Kosten antwortet Lechermann: Das kommt darauf an, wie lange es dauert; bei Migros Golf zahlt der Kunde das Fitting als Pro-Lektion (GolfPlus 1/2026). Die Privatlektion mit dem Golf-Pro kostet bei Migros Golf CHF 65 für 25 Minuten, CHF 120 für 50 Minuten, CHF 180 für 75 Minuten und CHF 240 für 100 Minuten. Wie viele Minuten dein Fitting braucht, klärst du vorher mit dem Fitter; ein Satz-Fitting über mehrere Sessions kostet entsprechend mehr. Der Preis der Schläger kommt dazu und hängt vom Set ab. Zwei Fragen stellst du, bevor du zusagst: ob die Fitting-Gebühr beim Kauf angerechnet wird, und ob du die gefitteten Schläger dort kaufen musst oder die Spezifikation mitnehmen kannst.
Wann sich ein Fitting lohnt und wann nicht
Lechermann sagt: Sobald du sicher bist, dass Golf ein ernstes Hobby wird, solltest du dir Gedanken über das passende Material machen. Die Schläger hast du danach eine Weile, darum lohnt sich die Investition. Seine Kontrollfrage ist einfach: Unterstützen dich deine Schläger, oder kämpfst du eher mit ihnen? Drei Situationen, in denen ein Fitting Sinn ergibt:
- Vor dem neuen Driver. Beim Driver entscheidet die Kombination aus Abflugwinkel und Spin über den Carry, und ein Driver-Fitting allein hält Lechermann für sehr sinnvoll. Kauf ihn nicht nach Gefühl.
- Wenn der Schwung steht. Fünf bis zehn solide Schläge nacheinander sind die Voraussetzung, damit die Basiswerte etwas taugen. Eine Saison mit regelmässigem Spiel ist ein guter Zeitpunkt, das zu prüfen.
- Wenn der Eisensatz ersetzt wird. Bei Eisen ändert sich die Technik laut Lechermann langsamer, und die Schläger hast du danach eine Weile. Über diese Zeit zahlt sich die Messung aus.
Und wann nicht: im Formtief, mitten in einer Schwungänderung und in den ersten Monaten mit dem Schläger in der Hand, wenn der Schwung von Lektion zu Lektion anders aussieht. Die Basiswerte von heute stimmen dann nächsten Monat nicht mehr. Das heisst nicht, dass Material am Anfang egal ist. Lechermann rät, von Beginn an auf Schaftlänge, Flex und Griffdicke zu achten, sonst schleichen sich Ausgleichsbewegungen ein. Dafür reicht ein Set, das in Länge und Flex zu dir passt, mehr dazu in Golf-Anfänger-Set: welche Schläger du wirklich brauchst. Bei Kindern zählt vor allem das Gewicht: Ein zu schwerer Schläger führt laut Lechermann zu Schwungfehlern, die sich teilweise nicht mehr korrigieren lassen, mehr in Golf für Kinder in der Schweiz.
Die Vorprüfung: eine Stunde mit den eigenen Schlägern in der Bay
Die Basiswerte, mit denen jedes Fitting beginnt, holst du dir vorher selbst. 83 Anlagen im Verzeichnis nennen TrackMan als System, das Gerät, mit dem Lechermann fittet; 7 nennen Foresight Sports. 80 der 110 Indoor-Anlagen publizieren einen Stundenpreis: zwischen CHF 25 und CHF 99, im Median CHF 50 pro Bay. Eine Stunde mit den eigenen Schlägern zeigt dir vor dem Termin, ob ein Fitting bei dir überhaupt etwas verändern kann. Welche Anlagen mit welchem System arbeiten, steht auf den Seiten zu TrackMan und Foresight.
So nutzt du die Stunde: Driver, Eisen 7 und ein Wedge, je zehn Bälle, den besten und den schlechtesten streichst du. Dann schaust du auf drei Dinge. Schwankt die Ballgeschwindigkeit bei gleicher Schlägerkopfgeschwindigkeit stark, liegt es am Treffpunkt und nicht am Schläger, und das löst kein Schaft, mehr in Fette Schläge vermeiden. Schwingst du um die 94 mph und dein Driver startet deutlich flacher als die 13.6 Grad und dreht deutlich mehr als die 2'772 rpm aus dem TrackMan-Beispiel, geht Carry verloren, und genau da setzt ein Driver-Fitting an (TrackMan). Ziehen die Eisen bei sauberem Treffer alle in dieselbe Richtung, ist der Lie-Winkel eine Frage wert. Fotografier die Zahlen und nimm sie mit zum Fitter, dann fängt er nicht bei null an. Was die Flex-Bezeichnung bedeutet, steht in Regular, Stiff oder Senior, und welcher Loft zu deinem Tempo passt, in Welcher Driver-Loft zu dir passt.
Mehr dazu: Golfbag und Trolley, Welche Schlägerlänge passt zu meiner Körpergrösse?, Golflehrer werden in der Schweiz.
Wo du ein Golf-Fitting in der Schweiz findest
Drei Türen. Der Pro-Shop eines Golfparks oder das Fitting-Center eines Herstellers, mit Schäften und Köpfen zum Testen am Lager. Der Golf-Pro mit Launch Monitor, bei dem das Fitting als Lektion läuft, so wie bei Migros Golf. Und die Simulator-Anlage, die Schlägeranpassung anbietet: Im Verzeichnis ist das ein Merkmal, nach dem du die Standortliste filtern kannst, und 95 der 126 Anlagen bieten Coaching an. Das Verzeichnis listet keine Fitter, aber die Bays, in denen du deine Zahlen misst, mit System und Preis, auf der Karte und nach Kanton.
Der nächste Schritt ist eine Stunde, kein Termin beim Fitter: Bay buchen, die eigenen Schläger mitnehmen, die sechs Zahlen notieren. Sagen sie, dass Abflugwinkel und Spin nicht zu deinem Tempo passen, buchst du das Driver-Fitting mit diesen Zahlen in der Hand. Sagen sie, dass der Treffpunkt streut, buchst du zuerst eine Lektion: Indoor-Golf-Training erklärt, wie die aussieht. Die Anlage in deiner Nähe findest du unter Golfsimulator in der Nähe.
Häufige Fragen
Was kostet ein Golf-Fitting in der Schweiz?
Das hängt von der Dauer ab. Bei Migros Golf zahlst du das Fitting laut dem Master Fitter des Golfparks Oberkirch als Pro-Lektion, und die Privatlektion kostet dort CHF 65 für 25 Minuten, CHF 120 für 50 Minuten, CHF 180 für 75 Minuten und CHF 240 für 100 Minuten. Frag vorher, ob die Gebühr beim Kauf der Schläger angerechnet wird.
Lohnt sich ein Golf-Fitting für Anfänger?
Auf Schaftlänge, Flex und Griffdicke solltest du laut dem Master Fitter von Migros Golf von Beginn an achten. Das eigentliche Fitting auf dem Launch Monitor braucht fünf bis zehn solide Schläge nacheinander, also einen Schwung, der sich wiederholt. Mitten in einer Schwungänderung wartest du besser.
Was wird beim Driver-Fitting gemessen?
Schlägerkopfgeschwindigkeit, Ballgeschwindigkeit, Carry, Spin-Rate, Abflugwinkel und Landewinkel, im Golfpark Oberkirch von Migros Golf auf einem TrackMan. Gesucht wird die Kombination aus Abflugwinkel und Spin, die bei deinem Tempo am weitesten trägt: Für 94 mph und einen Angriffswinkel von null Grad nennt TrackMan 13.6 Grad und 2'772 rpm.
Was wird beim Fitting am Schläger verändert?
Der Lie-Winkel des Kopfs sowie Länge und Steifigkeit des Schafts, bis im Treffmoment mehr Energie im Ball ankommt; dazu die Griffdicke. Gemessen werden dabei Schlägerkopfgeschwindigkeit, Ballgeschwindigkeit, Carry, Spin, Abflugwinkel und Landewinkel.
Was kann ich vor einem Fitting selbst messen?
Eine Stunde in einer Bay mit den eigenen Schlägern: Driver, Eisen 7 und ein Wedge, je zehn Bälle, den besten und den schlechtesten streichen. Schwankt die Ballgeschwindigkeit bei gleicher Schlägerkopfgeschwindigkeit stark, liegt es am Treffpunkt und nicht am Schläger; dann löst auch kein neuer Schaft das Problem.
Quellen
- Migros Golf: GolfPlus 1/2026, Schläger-Fitting bei Migros Golf (Interview mit Maximilian Lechermann, Master Fitter im Golfpark Oberkirch) (Ablauf, sechs Messwerte, drei bis vier Schäfte, Fitting als Pro-Lektion, Seiten 24 und 25)
- Migros Golf: Privatlektion (CHF 65, 120, 180 und 240 für 25, 50, 75 und 100 Minuten)
- TrackMan: What is Club Speed? (115 mph PGA Tour, 94 mph bei Handicap 14.5)
- TrackMan: What is Launch Angle? (10.4 und 12.6 Grad auf der Tour, 13.6 Grad im Optimizer-Beispiel für 94 mph)
- TrackMan: What is Spin Rate? (2'545 rpm PGA Tour, 2'772 rpm im Optimizer-Beispiel für 94 mph)
- TrackMan: The Ultimate Guide to Understanding Trackman (Landewinkel, Bounce und Roll)
- golfsimulators.ch, Verzeichnis am 18. September 2026 (126 publizierte Anlagen)