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26. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Golf für Frauen in der Schweiz: die Zahlen, die Schlägerwahl und wo der Einstieg leicht fällt

35'762 Frauen führen eine Swiss Golf Card. Was die Statistik zeigt, was die Tour-Zahlen für die Schlägerwahl bedeuten und warum die Aufschrift auf dem Schaft selten passt.

Golf für Frauen in der Schweiz: die Zahlen, die Schlägerwahl und wo der Einstieg leicht fällt — Beitragsbild

Ein Drittel der Schweizer Golferinnen und Golfer sind Frauen, und beim Material werden sie nach einer Aufschrift beraten statt nach einer Zahl. Hier stehen beide: die Statistik des Verbands, die Tour-Werte, aus denen sich die Schlägerwahl ableiten lässt, und die Wege, auf denen der Einstieg in der Schweiz tatsächlich funktioniert.

Die Zahlen des Verbands

Ende 2025FrauenTotalAnteil
Erwachsene35'762101'66035 Prozent
davon in Clubs20'92556'13637 Prozent
davon ohne Club14'83745'52433 Prozent
Juniorinnen2'1776'88332 Prozent

Die Zahlen stammen aus dem Jahresbericht 2025 von Swiss Golf. Bemerkenswert daran ist die Gleichmässigkeit: Der Frauenanteil liegt in allen vier Zeilen zwischen 32 und 37 Prozent. Golf ist in der Schweiz damit einer der ausgeglichensten Breitensporte überhaupt, und das gilt vom Juniorenalter bis zur Clubmitgliedschaft.

Die Zahl, die das Material bestimmt

Nicht das Geschlecht, sondern die Schlägerkopfgeschwindigkeit. TrackMan nennt für eine Golferin mit Handicap 15 einen Driver-Wert von 79 mph, für den durchschnittlichen Golfer mit Handicap 14.5 94 mph, für die LPGA Tour 96 mph und für die PGA Tour 115 mph (TrackMan).

Die gängige Einteilung der Schäfte lautet: unter 72 mph Ladies, 72 bis 83 Senior, 84 bis 96 Regular (golf.com). Eine Spielerin mit 79 mph liegt damit im Senior-Bereich und nicht im Ladies-Bereich, und eine LPGA-Spielerin mit 96 mph spielt denselben Flex wie ein guter männlicher Amateur. Die Aufschrift auf dem Schaft beschreibt also eine Geschwindigkeit, keine Zielgruppe.

Was die Tour-Zahlen sonst noch verraten

Zwei Werte sind für jede Spielerin nützlich. Der Abflugwinkel des Drivers liegt auf der LPGA Tour bei 12.6 Grad gegenüber 10.4 auf der PGA Tour (TrackMan): Weniger Tempo braucht mehr Loft, um Carry zu erzeugen. Und der Angriffswinkel beträgt auf der LPGA Tour plus 2.8 Grad gegenüber minus 0.9 auf der PGA Tour (TrackMan).

Im Klartext: Die besten Spielerinnen der Welt treffen den Driver aufwärts und starten höher, obwohl sie langsamer schwingen als die Männer. Das ist keine Notlösung, sondern die effizienteste Art, mit 96 mph weit zu spielen, und sie funktioniert bei 79 mph genauso.

Die Schläger, praktisch

  • Schaft nach der gemessenen Geschwindigkeit, nicht nach der Aufschrift. Zehn Drives in einer Bay genügen, um die eigene Zahl zu kennen.
  • Mehr Loft beim Driver, 12 Grad und mehr, wenn du unter 90 mph schwingst.
  • Hybride statt langer Eisen. Ein Eisen 4 braucht Geschwindigkeit, die kaum jemand mit 80 mph aufbringt; ein Hybrid mit demselben Loft fliegt höher und länger.
  • Länge und Griffdicke nach der eigenen Statur. Ein Standardsatz für Männer ist für die meisten Frauen zu lang, ein Damenset für grosse Frauen oft zu kurz.

Genau dafür ist ein Fitting da, und es lohnt sich früher, als viele denken: Beim Driver entscheidet die Kombination aus Abflugwinkel und Spin über den Carry. Was dabei gemessen wird, steht in Golf-Fitting in der Schweiz.

Die Platzreife

Das Reglement von Swiss Golf unterscheidet an einer einzigen Stelle: Bei den Abschlägen müssen drei von sechs Bällen im Flug über 80 Meter bei Männern und über 70 Meter bei Frauen (Swiss Golf). Alles andere ist identisch: 40 Theoriefragen mit 28 richtigen Antworten, langes Spiel über 60 Meter, Pitchen in einen 6-Meter-Kreis, Chippen in einen 4-Meter-Kreis, Bunker und neun Putts in höchstens 21 Schlägen.

70 Meter Carry sind nach ein paar Lektionen erreichbar, und vier der sechs Disziplinen kannst du in einer Bay vorher selbst messen. Wie das geht, steht in Platzreife in der Schweiz.

Wo der Einstieg leicht fällt

Drei Wege funktionieren in der Schweiz gut. Der Schnupperkurs im Club, oft in der Gruppe und häufig mit anderen Anfängerinnen. Die Stunde in einer Indoor-Anlage mit Pro, bei der niemand zuschaut ausser den Leuten, die du mitbringst. Und die Driving Range, wo du in deinem Tempo Bälle schlägst.

Was den Simulator für viele angenehm macht, ist genau das: kein Publikum, keine Wartezeit hinter einem Abschlag, kein Wetter, und nach jedem Ball eine Zahl statt einer Meinung. 81 der 110 Indoor-Anlagen bieten Coaching an; welche in deiner Nähe, zeigt die Trainingsseite.

Was es kostet

Dasselbe wie für alle. Die Lizenz über die Migros GolfCard kostet CHF 300 im Jahr, unter 18 nichts, die Bay im Median CHF 50 für bis zu vier Personen. Einen Unterschied gibt es nur dort, wo Clubs eigene Tarife führen, und der liegt am Modell des Clubs und nicht am Geschlecht.

Was Golf sonst im Monat kostet, steht in Was kostet Golf im Monat, und welche Lizenz sich rechnet, in ASGI, Migros GolfCard oder Club.

Was Damenschläger in Gramm heisst

Hinter dem Aufkleber stehen Gewichte. In der Standardauswahl eines aktuellen Drivers wiegen die weichsten und leichtesten Schäfte 38 bis 49 Gramm, der steifste 66 (PING). Bei den Eisen reicht die Spanne von 38 Gramm Graphit bis 124 Gramm Stahl (PING).

Ein Damenschläger ist also ein leichter Schaft mit weichem Flex, mehr Loft und einem leichteren Kopf, und nichts davon hängt am Geschlecht. Wer mit 95 mph schwingt, gehört nicht in diese Schäfte, und ein Mann mit 78 mph gehört hinein.

Die Abschläge sind die grösste Stellschraube

Jeder Abschlag hat ein eigenes Course und Slope Rating, und daraus entsteht ein eigenes Course Handicap. Swiss Golf rechnet das Beispiel vor: Mit Index 15 bekommst du von Blau 15 Schläge, von Gelb 18 und von Weiss 20, und dein Ziel steigt von 87 auf 92 (Swiss Golf).

Vom richtigen Abschlag zu spielen ist deshalb kein Nachlass, sondern die Voraussetzung dafür, dass ein Par 4 in zwei Schlägen erreichbar bleibt. Wer mit 79 mph von den hinteren Abschlägen spielt, spielt ein anderes Spiel als der Rest des Flights.

Der Ball, der zum Tempo passt

Ein harter Ball wird bei niedrigerem Tempo nicht genug zusammengedrückt, startet flacher und nimmt weniger Spin. Ein weicherer Zwei- oder Dreischichtball löst das, und er kostet weniger als der Premiumball: in einem Schweizer Shop CHF 29.90 gegen CHF 64.90 pro Dutzend.

Das ist die günstigste Anpassung von allen, und sie ist in einer Bay in zwanzig Schlägen messbar. Wie der Test aussieht, steht in Welcher Golfball passt zu mir.

Mehr dazu: Welche Abschläge soll ich spielen?.

Der Satz, der am meisten bringt

Miss, bevor du kaufst. Die meisten Fehlkäufe im Damengolf entstehen aus einer Beratung nach Kategorie statt nach Zahl: ein zu weicher Schaft für eine schnelle Schwungbewegung, ein zu kurzer Satz für eine grosse Spielerin, ein Driver mit zu wenig Loft für 80 mph.

Eine Stunde in einer Bay mit Launch Monitor liefert die drei Zahlen, die dafür nötig sind: Schlägerkopfgeschwindigkeit, Abflugwinkel und Carry. Danach ist jede Beratung ein Gespräch über Daten statt über Kategorien.

Häufige Fragen

Wie viele Frauen spielen in der Schweiz Golf?

35'762 Frauen führen eine Swiss Golf Card, das sind 35 Prozent der 101'660 erwachsenen Karteninhaber. In den Clubs liegt der Anteil bei 37 Prozent, bei den clubfreien Organisationen bei 33, bei den Juniorinnen bei 32.

Welchen Schaft sollen Frauen spielen?

Den, der zur gemessenen Schlägerkopfgeschwindigkeit passt. TrackMan nennt für eine Golferin mit Handicap 15 79 mph, und das liegt in der gängigen Einteilung im Senior-Bereich von 72 bis 83 mph, nicht im Ladies-Bereich unter 72. Die Aufschrift beschreibt eine Geschwindigkeit, keine Zielgruppe.

Was sagen die LPGA-Zahlen über den Driver?

Dass mehr Loft und ein aufwärts gerichteter Treffer bei weniger Tempo weiter tragen. Die LPGA Tour startet den Driver mit 12.6 Grad und trifft ihn mit plus 2.8 Grad aufwärts, die PGA Tour mit 10.4 Grad und minus 0.9. Das ist bei 79 mph genauso richtig wie bei 96.

Gilt für Frauen eine andere Platzreife?

Nur in einem Punkt: Bei den Abschlägen müssen drei von sechs Bällen über 70 Meter fliegen statt über 80. Theorie, langes Spiel, Pitchen, Chippen, Bunker und Putten sind identisch.

Wo fängt man als Frau am besten an?

Im Schnupperkurs in der Gruppe, in einer Indoor-Anlage mit Pro oder auf der Driving Range. Viele empfinden die Bay als angenehmsten Einstieg, weil niemand zuschaut, niemand wartet und nach jedem Ball eine Zahl auf dem Bildschirm steht statt einer Meinung.

Quellen