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26. September 2026 · 8 Min. Lesezeit

ASGI, Migros GolfCard oder Clubmitgliedschaft: was sich für wen rechnet

Drei Wege, dieselbe Karte. Der Entscheid hängt an zwei Grössen: wie oft du spielst und ob du einen Heimatplatz willst. Beide Rechnungen, mit publizierten Tarifen.

ASGI, Migros GolfCard oder Clubmitgliedschaft: was sich für wen rechnet — Beitragsbild

Drei Wege führen zur selben Swiss Golf Card: die Migros GolfCard, die ASGI und ein Golfclub. Der Entscheid dazwischen ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Rechnung mit zwei Grössen: wie oft du spielst, und ob du einen Heimatplatz willst. Hier stehen beide durchgerechnet, mit den publizierten Tarifen vom 26. September 2026.

Die drei nebeneinander

Migros GolfCardASGIGolfclub
BeitragCHF 300 im Jahr ab 26CHF 320 ab 1. August, CHF 480 ab 1. Oktober bis Ende 2027Jahresbeitrag des Clubs, oft mit Eintrittsgebühr
Junge ErwachseneCHF 150 von 19 bis 25CHF 120 bis 150 für Studierende bis 25je nach Club, meist reduziert
Kinder unter 18gratisgratisje nach Club
Wo du spielstals Gast, mit Rabatt in sechs Golfparksals Gast, mit PartnerkonditionenHeimatplatz unbegrenzt, sonst als Gast
Mitglieder Ende 202526'104 Erwachsene19'420 Erwachsene61'366 Karten in 98 Clubs

Die Beiträge stammen von Migros GolfCard und ASGI, die Mitgliederzahlen aus dem Jahresbericht 2025 von Swiss Golf. Was eine Lizenz überhaupt ist und was sie von der Platzreife unterscheidet, steht in Die Golflizenz in der Schweiz.

Migros GolfCard: was drin ist

CHF 300 pro Kalenderjahr für Erwachsene ab 26, darin der Swiss-Golf-Beitrag von CHF 80. Von 19 bis 25 sind es CHF 150, unter 18 nichts. Damit spielst du auf mehr als der Hälfte der Schweizer Plätze ohne Greenfee-Aufschlag, und in den sechs Migros Golfparks Holzhäusern, Moossee, Oberkirch, Otelfingen, Signal de Bougy und Waldkirch bekommst du CHF 10 Rabatt auf 18 Löcher und CHF 5 auf 9.

Der Rabatt ist die Zahl, die die Karte bezahlt: Wer zehnmal im Jahr 18 Löcher in einem Golfpark spielt, holt CHF 100 der CHF 300 allein über den Rabatt zurück. Wer nie in einem Golfpark spielt, hat eine Lizenz zum Grundpreis und sonst nichts, was nicht schlecht ist, aber gerechnet werden sollte.

ASGI: was drin ist

Die ASGI rechnet nach Saison. Publiziert sind am 26. September 2026: CHF 320 für den Rest des Jahres ab 1. August, CHF 480 ab 1. Oktober für den Rest von 2026 und das ganze Jahr 2027, Studierende bis 25 zahlen CHF 120 beziehungsweise 150, Kinder unter 18 nichts. Den Tarif für ein volles Kalenderjahr publiziert sie zum Jahreswechsel.

Auf den Monat gerechnet ist das Angebot ab Oktober das günstigste, das die ASGI führt: CHF 480 für 15 Monate sind CHF 32 im Monat gegenüber CHF 25 bei der GolfCard für ein Jahr. Dafür beginnt die Mitgliedschaft sofort, und der Winter ist ohnehin die Zeit, in der niemand Greenfees zahlt. Dazu kommen Partnerkonditionen auf einzelnen Plätzen; welche das sind, wechselt und steht auf der Seite der ASGI.

Der Club: wann er sich rechnet

Ein Beispiel mit publizierten Zahlen: Der Golf Club Davos nennt für Einzelmitglieder CHF 1'500 im Jahr, dazu eine einmalige Eintrittsgebühr von CHF 15'000 ab 33 Jahren und CHF 9'000 für 22- bis 32-Jährige. Als Zwischenlösung führt der Club eine Jahresmitgliedschaft auf Zeit ab CHF 1'990, bei der ein Teil später an die Gebühr angerechnet wird (golf-davos.ch).

Der Jahresbeitrag allein ist günstiger, als viele denken. Die Eintrittsgebühr ist der Posten, der die Rechnung kippt, und sie ist der Grund, warum 43 Prozent aller Schweizer Lizenzen über die beiden Public Golf Organisationen laufen.

Was du einen Club vor dem Beitritt fragst: ob es eine Warteliste gibt und wie lang sie ist, ob eine Jahresmitgliedschaft auf Zeit möglich ist und wie viel davon an die Eintrittsgebühr angerechnet wird, und ob die Gebühr bei einem Austritt ganz oder teilweise zurückkommt. Die Antworten unterscheiden sich von Club zu Club stärker als die Jahresbeiträge.

Break-even: ab wie vielen Runden

Gerechnet mit einem Greenfee von CHF 90 für 18 Löcher unter der Woche, wie es der Golfpark Otelfingen mit GolfCard-Rabatt verlangt, und mit einem Clubbeitrag von CHF 1'500:

Runden im JahrClubfrei mit GolfCardClub ohne EintrittsgebührClub mit Gebühr auf zehn Jahre
5CHF 750CHF 1'500CHF 3'000
10CHF 1'200CHF 1'500CHF 3'000
14CHF 1'560CHF 1'500CHF 3'000
20CHF 2'100CHF 1'500CHF 3'000
30CHF 3'000CHF 1'500CHF 3'000

Zwei Schwellen also. Ohne Eintrittsgebühr rechnet sich der Club ab rund 14 Runden im Jahr. Mit einer Gebühr von CHF 15'000, verteilt auf zehn Jahre, erst ab rund 30 Runden, also fast jeder Woche in der Saison. Wer weniger spielt, zahlt für den Club mehr, als er nutzt.

Was die Zahlen nicht sagen

Drei Dinge bekommst du nur im Club, und keines davon steht in der Tabelle.

  • Den Heimatplatz. Denselben Platz hundertmal zu spielen, ist eine andere Erfahrung als zwanzig Plätze einmal. Wer sein Handicap senken will, profitiert davon, weil er die Löcher kennt.
  • Die Startzeiten. An einem Samstagmorgen im Juni bekommt ein Mitglied eine Zeit und ein Gast oft keine.
  • Die Leute. Clubturniere, Mannschaften, Juniorenprogramme. Wer den Sport als Verein will, findet ihn nur dort.

Umgekehrt gibt es einen Vorteil ohne Club, den kein Beitrag ersetzt: die Freiheit, jede Woche woanders zu spielen. Bei 98 Clubs im Land ist das ein Programm für Jahre.

Der Wechsel ist der Normalfall

Clubfrei ist für viele keine Entscheidung fürs Leben, sondern eine Station. Seit 1998 sind der ASGI über 60'000 Menschen beigetreten, und mehr als 16'000 davon sind später in einen Club gewechselt; bei der Migros GolfCard waren es 2025 knapp 400 (Jahresbericht 2025).

Das ist die pragmatische Reihenfolge: erst ein oder zwei Jahre mit einer Karte spielen, verschiedene Plätze sehen, die eigene Zahl an Runden kennenlernen, und dann entscheiden, ob ein Heimatplatz dazugehört. Wer umgekehrt beginnt, zahlt eine Eintrittsgebühr für eine Gewohnheit, die er noch nicht hat.

Fünf Fragen vor dem Entscheid

  • Wie viele Runden hast du letztes Jahr gespielt? Nicht geplant, gespielt. Diese Zahl steht in der Break-even-Tabelle oben.
  • Wo liegen diese Plätze? Immer derselbe spricht für den Club, sechs verschiedene für eine Karte.
  • Spielst du Turniere? Clubturniere und Mannschaften gibt es nur im Club; handicapwirksam spielen kannst du mit jeder Karte.
  • Kommen Kinder mit? Unter 18 ist die Lizenz bei beiden Organisationen gratis.
  • Wie lange willst du dich binden? Eine Karte gilt ein Kalenderjahr, eine Eintrittsgebühr gilt, solange du bleibst.

Wer die fünf beantwortet hat, braucht keine Empfehlung mehr. Die Antwort steht dann in der Tabelle, nicht in einem Prospekt.

Drei Profile

Zehn Runden im Jahr, verteilt über die Deutschschweiz. Migros GolfCard. CHF 300, Rabatt in den Golfparks, keine Bindung. Ein Club wäre bei dieser Zahl von Runden doppelt so teuer.

Wöchentlich auf demselben Platz. Der Club, auch mit Eintrittsgebühr, sobald du dreissig Runden im Jahr erreichst. Vorher lohnt sich eine Jahresmitgliedschaft auf Zeit, wenn der Club eine führt.

Familie mit zwei Kindern. Bei beiden Public Golf Organisationen zahlen Kinder unter 18 nichts, also kosten vier Personen so viel wie zwei. Das ist der günstigste Weg, eine Familie ins Golf zu bringen; was Kinder sonst brauchen, steht in Golf für Kinder in der Schweiz.

Mehr dazu: Fernmitgliedschaft im Golf.

Und der Winter

Keine der drei Karten hilft dir von November bis März, weil in dieser Zeit ohnehin fast nichts offen ist. Der Simulator ist davon unabhängig: Er verlangt weder Lizenz noch Mitgliedschaft und kostet im Median CHF 50 pro Bay und Stunde, geteilt durch bis zu vier Personen. Wer im Winter an seinem Schwung arbeitet, kommt im Frühling mit einem besseren Handicap aus der Saison, ganz gleich, welche Karte im Portemonnaie liegt. Die Anlagen stehen auf der Karte, die Preise auf der Preisseite.

Häufige Fragen

Was ist günstiger, ASGI oder Migros GolfCard?

Im Grundpreis die GolfCard: CHF 300 für ein volles Kalenderjahr ab 26 Jahren. Die ASGI rechnet nach Saison, publiziert sind CHF 320 ab 1. August für den Rest des Jahres und CHF 480 ab 1. Oktober bis Ende 2027, was auf 15 Monate rund CHF 32 im Monat ergibt. Welche sich rechnet, hängt davon ab, wann du eintrittst und wo du spielst.

Ab wie vielen Runden lohnt sich eine Clubmitgliedschaft?

Ohne Eintrittsgebühr ab rund 14 Runden im Jahr, gerechnet mit CHF 90 Greenfee und CHF 1'500 Jahresbeitrag. Mit einer Eintrittsgebühr von CHF 15'000, verteilt auf zehn Jahre, erst ab rund 30 Runden. Wer weniger spielt, fährt clubfrei günstiger.

Kann ich mit ASGI oder GolfCard auf allen Plätzen spielen?

Du spielst als Gast und zahlst das Greenfee. Mit der Migros GolfCard entfällt auf mehr als der Hälfte der Schweizer Plätze der Greenfee-Aufschlag, und in den sechs Golfparks gibt es CHF 10 Rabatt auf 18 Löcher. Einen Heimatplatz und Vorrang bei Startzeiten gibt es nur im Club.

Was kostet Golf für eine Familie?

Bei beiden Public Golf Organisationen zahlen Kinder unter 18 nichts. Eine Familie mit zwei Kindern kostet also so viel wie zwei Erwachsene: CHF 600 im Jahr mit der GolfCard, dazu die Greenfees. Im Club hängt es von seinen Junioren-Tarifen ab.

Wie viele Golferinnen und Golfer spielen in der Schweiz ohne Club?

47'177 von 108'543 Karten laufen über die beiden Public Golf Organisationen, also 43 Prozent. Ende 2025 waren es 26'104 Erwachsene bei der Migros GolfCard und 19'420 bei der ASGI. Die Zahl der Clubs steht seit 2017 bei 98.

Quellen