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26. September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Fernmitgliedschaft im Golf: was sie ist, was sie kostet und warum sie in der Schweiz selten ist

Der Begriff kommt aus Deutschland und beschreibt eine Mitgliedschaft ohne Heimatplatz. In der Schweiz führen ihn die wenigsten Clubs, und dafür gibt es einen Grund.

Fernmitgliedschaft im Golf: was sie ist, was sie kostet und warum sie in der Schweiz selten ist — Beitragsbild

Eine Fernmitgliedschaft ist eine Clubmitgliedschaft für Leute, die weit weg wohnen: Du bekommst Lizenz und Handicap, zahlst einen reduzierten Jahresbeitrag und spielst auf dem Heimatplatz entweder gar nicht oder zum Greenfee. In Deutschland ist das ein eigenes Produkt mit eigenen Anbietern. In der Schweiz führen die wenigsten Clubs diese Kategorie, und wer danach sucht, landet meistens bei etwas anderem.

Was eine Fernmitgliedschaft überhaupt ist

Der Kern ist immer derselbe: Ein Club nimmt dich als Mitglied auf, führt deine Lizenz und dein Handicap, verlangt dafür weniger als von einem Vollmitglied und gibt dir im Gegenzug kein oder nur ein eingeschränktes Spielrecht auf seiner Anlage. Wer auf dem Heimatplatz spielen will, zahlt ein Greenfee wie ein Gast, oft ein reduziertes.

Für den Club ist das ein Geschäft mit wenig Aufwand, für das Mitglied eine günstige Lizenz mit Clubzugehörigkeit. Genau diese Zugehörigkeit ist der Unterschied zu einer Lizenz über eine Public-Golf-Organisation: Auf Plätzen, die zwischen Clubmitgliedern und Clubfreien unterscheiden, giltst du als Clubmitglied.

Warum das in der Schweiz kaum vorkommt

Weil es die Lücke, die eine Fernmitgliedschaft füllt, hier schon zweimal gibt. ASGI und Migros GolfCard führen Lizenz und Handicap für 47'177 Menschen, das sind 43 Prozent aller Schweizer Karten, und sie kosten weniger als jeder Clubbeitrag. Wer keinen Heimatplatz braucht, nimmt eine dieser beiden Karten.

Entsprechend selten steht der Begriff auf Schweizer Clubseiten, und wo er steht, dann als Abgrenzung. Der Golf Club Klosters etwa hält zu einer seiner günstigen Kategorien ausdrücklich fest, dass sie keine Fernmitgliedschaft sei (golf-klosters.ch). Das ist kein Zufall: Clubs wollen Mitglieder, die kommen.

Was es stattdessen gibt

ModellBeispielWas du bekommst
WochenmitgliedschaftGolfclub Erlen, CHF 2'300 im JahrSpielrecht Montag bis Freitag, am Wochenende Greenfee
PassivmitgliedschaftGolf Club Klosters, CHF 500 plus CHF 50 ClubbeitragZugehörigkeit und zwei Runden über 18 Loch
Public-Golf-OrganisationMigros GolfCard CHF 300, ASGI nach SaisonLizenz und Handicap, kein Heimatplatz

Die Zahlen stammen von den Clubseiten, Stand 26. September 2026 (Erlen, Klosters) und von Migros GolfCard und ASGI. Eine Passivmitgliedschaft setzt übrigens voraus, dass du vorher aktiv warst; sie ist eine Pause, kein Einstieg.

Die Rechnung, die den Unterschied macht

Interessant wird eine Fernmitgliedschaft nur durch einen einzigen Posten: den Aufschlag, den manche Plätze von Clubfreien verlangen. Im Golfclub Wylihof kostet dieselbe Runde unter der Woche CHF 120 für ein Mitglied eines anderen Clubs und CHF 180 über ASGI oder Migros GolfCard (golfclub.ch). Das sind CHF 60 pro Runde.

Wer zwanzig Runden im Jahr auf solchen Plätzen spielt, zahlt clubfrei CHF 1'200 mehr. Ab dieser Zahl wäre eine günstige Clubmitgliedschaft, ob fern oder nicht, rechnerisch im Vorteil. Wer dagegen auf öffentlichen Anlagen wie den Migros Golfparks spielt, wo alle denselben Tarif zahlen, spart mit der Karte und braucht keinen Club.

Die ausländische Variante

Manche Schweizerinnen und Schweizer lösen eine Mitgliedschaft in Deutschland oder Österreich, weil es dort Anbieter gibt, die genau dieses Produkt verkaufen. Das funktioniert, hat aber zwei Haken. Erstens führt dein Handicap dann ein ausländischer Verband, was für Schweizer Turniere und für die Swiss Golf Card Folgen haben kann. Zweitens rechnen einzelne Schweizer Plätze eine solche Mitgliedschaft ausdrücklich wie clubfrei ab: Wylihof führt die Kategorie «ASGI, Migros, clubfrei Ausland» in einer Zeile.

Der Preisvorteil verschwindet damit genau dort, wo er gedacht war. Wer den Weg trotzdem geht, klärt vorher mit dem Platz, den er am häufigsten spielt, wie er eingestuft wird.

Für wen sich was lohnt

Wenige Runden, verschiedene Plätze: Migros GolfCard oder ASGI. Keine Eintrittsgebühr, keine Bindung, und auf mehr als der Hälfte der Schweizer Plätze kein Aufschlag.

Viele Runden auf Clubplätzen: eine günstige Clubkategorie, etwa eine Wochenmitgliedschaft. Sie kostet mehr als eine Karte und spart bei jedem Greenfee.

Eine Saison Pause: die Passivmitgliedschaft im eigenen Club, wenn es sie gibt. Sie hält die Zugehörigkeit und kostet einen Bruchteil.

Welche der drei Lizenzformen sich für dich rechnet, steht ausführlich in ASGI, Migros GolfCard oder Club. Und was die Lizenz überhaupt ist, in Die Golflizenz in der Schweiz.

Die Fragen, die du einem Club stellst

Wer eine günstige Kategorie sucht, bekommt am Telefon in fünf Minuten mehr heraus als auf jeder Website. Vier Fragen entscheiden: Wie hoch ist der Jahresbeitrag, und ist die Swiss Golf Card darin enthalten oder kommen CHF 80 dazu? Gibt es eine Eintrittsgebühr, und wird sie bei einem Austritt ganz oder teilweise zurückerstattet? Welches Spielrecht gehört zur Kategorie, also alle Tage, nur Werktage oder gar keines? Und wie wirst du auf fremden Plätzen geführt, als Clubmitglied oder als clubfrei?

Die letzte Frage ist die wichtigste und die, an die niemand denkt. Sie entscheidet darüber, ob du auf einem Platz wie Wylihof CHF 120 oder CHF 180 zahlst, und damit über mehr Geld als der ganze Beitragsunterschied zwischen zwei Kategorien.

Was eine Mitgliedschaft sonst noch bringt

Neben dem Greenfee gibt es drei Dinge, die eine Karte nicht leistet. Erstens Startzeiten: An einem Samstagmorgen im Juni bekommt ein Mitglied eine Zeit und ein Gast oft keine. Zweitens Clubturniere und Mannschaften, die ausschliesslich Mitgliedern offenstehen und für viele der eigentliche Grund sind, überhaupt einem Club beizutreten. Drittens ein Heimatplatz, den du so gut kennst, dass du ihn ohne Karte spielst, was dem Handicap mehr hilft als jede Lektion.

Wer nichts davon braucht, braucht keine Mitgliedschaft. Wer alles davon will, findet die günstigste Variante selten in einer Fernmitgliedschaft, sondern in einer Wochen- oder Nachwuchskategorie des Clubs, auf dem er ohnehin spielt.

Ein Rechenbeispiel über drei Jahre

Nimm zwanzig Runden im Jahr, davon zwölf auf Clubplätzen mit Aufschlag und acht auf öffentlichen Anlagen. Mit der Migros GolfCard zahlst du CHF 300 Beitrag, zwölfmal CHF 180 und achtmal CHF 90, zusammen CHF 3'180 im Jahr. Mit einer Wochenmitgliedschaft zu CHF 2'300 spielst du dieselben zwölf Runden auf deinem Heimatplatz gratis und die acht anderen zu CHF 90, zusammen CHF 3'020, dazu einmalig die Eintrittsgebühr.

Die beiden Wege liegen also nahe beieinander, und die Eintrittsgebühr kippt die Rechnung für Jahre. Erst ab deutlich mehr Runden oder bei einem Club ohne Eintrittsgebühr dreht das Bild. Genau deshalb bleibt die Karte für die meisten die vernünftige Wahl, und genau deshalb sucht kaum jemand in der Schweiz nach einer Fernmitgliedschaft.

Und der Winter

Keine dieser Mitgliedschaften hilft von November bis März, weil die Plätze zu sind. Der Simulator verlangt weder Lizenz noch Mitgliedschaft und kostet im Median CHF 50 pro Bay und Stunde, geteilt durch bis zu vier Personen. Die Anlagen stehen auf der Karte, die Preise auf der Preisübersicht.

Häufige Fragen

Was ist eine Fernmitgliedschaft im Golf?

Eine Clubmitgliedschaft ohne oder mit eingeschränktem Spielrecht auf dem Heimatplatz. Der Club führt Lizenz und Handicap, der Beitrag ist tiefer als bei einem Vollmitglied, und auf dem eigenen Platz zahlst du ein Greenfee.

Gibt es Fernmitgliedschaften in der Schweiz?

Nur selten. Die meisten Schweizer Clubs führen die Kategorie nicht, und einzelne halten ausdrücklich fest, dass ihre günstige Kategorie keine Fernmitgliedschaft ist. Die Lücke füllen ASGI und Migros GolfCard, über die 43 Prozent aller Schweizer Lizenzen laufen.

Lohnt sich eine Mitgliedschaft im Ausland?

Nur bedingt. Dein Handicap führt dann ein ausländischer Verband, und einzelne Schweizer Plätze rechnen eine solche Mitgliedschaft gleich ab wie clubfrei. Der Golfclub Wylihof führt ASGI, Migros und clubfrei Ausland in derselben Tarifzeile.

Was ist eine Passivmitgliedschaft?

Eine Pause: Du bleibst dem Club zugehörig und zahlst einen kleinen Beitrag, spielst aber nicht oder kaum. Der Golf Club Klosters nennt dafür CHF 500 plus CHF 50 Clubbeitrag und zwei Runden über 18 Loch. Voraussetzung ist eine vorherige Aktivmitgliedschaft.

Wann spart eine Clubmitgliedschaft gegenüber einer Karte?

Sobald du oft auf Plätzen spielst, die Clubfreie mit einem Aufschlag belegen. Bei CHF 60 Unterschied pro Runde und zwanzig Runden im Jahr sind das CHF 1'200, womit eine günstige Clubkategorie rechnerisch im Vorteil ist.

Quellen