2. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit
Golfball Nummer, Kompression und AAAA: was die Zahlen auf dem Golfball bedeuten
Die 1 bis 4 auf dem Ball unterscheidet nur deinen Ball von anderen, die Kompression hat keinen Industriestandard, und AAAA legen die Lakeball-Händler unterschiedlich fest. Mit Quellen.

Die Zahl auf dem Golfball, meist eine 1, 2, 3 oder 4, sagt nichts über Weite, Spin oder Härte. Sie hilft dir nur, deinen Ball von dem deiner Mitspieler zu unterscheiden. Die Kompression ist eine andere Zahl, und nach Golf Monthly gibt es dafür keinen Industriestandard. AAA und AAAA beim Lakeball beschreiben den Zustand eines gebrauchten Balls, und die beiden Händler, die ich gelesen habe, legen die Stufen verschieden fest. Ich habe die Seiten der Händler und Hersteller am 2. Oktober 2026 gelesen, die Quellen stehen im Text und am Ende.
Was bedeutet die Zahl auf dem Golfball?
Der Ballhersteller Snell Golf schreibt, die Zahlen auf einem Ball seien vor allem dazu da, deinen Ball von allen anderen zu unterscheiden. Sie dienten der Identifikation und der Verpackung, liessen den Ball aber nicht weiter fliegen und nicht stärker drehen. Dass du meist 1 bis 4 siehst, hat einen praktischen Grund: Eine Schachtel enthält 12 Bälle in vier Hüllen zu je drei Bällen, und jede Hülle trägt eine andere Zahl. Snell schreibt, diese Zahlen seien vor allem aus logistischen Gründen zum Standard geworden. Eine Vorschrift dazu habe ich nicht gefunden. Bei manchen Serien gibt es auch 5 bis 8. Die Tabelle zeigt, welche Aufdrucke vorkommen und was die Quelle dazu sagt:
| Aufdruck | Was die Quelle dazu sagt |
|---|---|
| 1, 2, 3, 4 | Unterscheidung und Verpackung, keine Leistungsangabe |
| 5 bis 8 | bei manchen Serien eine zweite Reihe, ebenfalls zur Unterscheidung |
| 80, 90, 100 | ältere Aufdrucke, die einmal die Härte anzeigten und heute selten gross gedruckt werden |
| dreistellige Zahl, etwa 388 | oft die Zahl der Dellen, aber nicht immer (mehr dazu in Wie viele Dellen hat ein Golfball) |
| Farbe der Zahl | Gestaltung, keine Leistung |
Im Regelwerk taucht die Zahl als Erkennungshilfe auf. Du sollst einen eigenen Erkennungspunkt auf den Ball setzen (Regel 6.3a, R&A). Marke, Modell, Nummer und Zustand genügen nur, solange kein identischer Ball im selben Bereich liegt (Regel 7.2). Spielst du den falschen Ball, kostet das im Zählspiel zwei Strafschläge, im Lochspiel das Loch (Regel 6.3c). Setz also einen Punkt oder Strich dazu, auch wenn dein Ball die Nummer 3 trägt. Was sonst für Ball und Schläger gilt, steht in Regelkonformer Schläger und Ball, und was passiert, wenn ein Ball nicht mehr zu finden ist, in Ball verloren, im Aus, in der Penalty Area.
Was ist die Kompression?
Die Kompression sagt, wie stark sich ein Ball unter dem Schlägerkopf verformt. Golf Monthly beschreibt sie als Zahl von etwa 30 bis 120: Je tiefer die Zahl, desto weicher der Ball. Ein hoher Wert heisst also hart, nicht gut. Bestimmt wird sie vor allem von Dichte und Härte des Kerns, Mantel und Cover tragen nur einen Teil bei.
Ein Mass nach Norm ist die Zahl nicht. Golf Monthly schreibt, es gebe keinen Industriestandard für die Messung, und manche Hersteller geben den Wert gar nicht an. Snell Golf sagt es so: Jede Kompressionszahl gehört zu dem Prüfgerät, das sie gemessen hat, und ist keine allgemeine Messlatte. Dazu passt, dass zwei Quellen für den Srixon AD333 zwei Werte nennen: 65 bei Golf Monthly, 68 bei einem Schweizer Shop. Ob beide dieselbe Ausgabe des Balls meinen, sagen sie nicht. Die Tabelle zeigt Beispiele, jeweils mit der Quelle der Zahl:
| Ball | Kompression | Quelle |
|---|---|---|
| Wilson DUO Soft | 37 | Golfers Paradise, Schweizer Shop (Produktdaten) |
| Srixon AD333 | 65 | Golf Monthly, Test |
| Srixon AD333 | 68 | Golfers Paradise |
| Volvik Captain America Vivid | 85 | Golfers Paradise |
| Srixon Z-Star Diamond | 100 | Golfers Paradise |
| Titleist Pro V1x | 100 | Golf Monthly, Test |
Welche Kompression passt zu deinem Tempo?
| Tempo mit dem Driver | Kompression nach Golf Monthly |
|---|---|
| unter 85 mph, das sind unter rund 137 km/h | 30 bis 60 |
| 85 bis 105 mph, rund 137 bis 169 km/h | 60 bis 90 |
| über 105 mph, über rund 169 km/h | 90 und mehr |
Golf Monthly nennt das einen Ausgangspunkt und rät, nicht nur nach einer Tabelle zu kaufen, sondern einen harten Tourball gegen einen weicheren zu testen. Callaway gewichtet anders: Rock Ishii, dort Senior Director der Ballforschung, sagt, Bälle mit tiefer Kompression und wenig Spin seien für 99 % der Spieler besser (Callaway). Das ist die Sicht eines Herstellers, der mit dem Chrome Soft einen solchen Ball im Sortiment hat.
Wie gross der Unterschied sein kann, zeigt ein Test: Der Tester von Golf Monthly mass zwei Bälle mit einem Foresight GC3. Beim 7er-Eisen mit rund 93 mph Schlägerkopfgeschwindigkeit, das sind etwa 150 km/h, lag der Carry nur 2 Yards auseinander, rund 1,8 Meter. Das ist ein Test eines Redaktors, kein Beweis für alle Spieler. Ein Rechenbeispiel für die Bay: Zeigt der Monitor beim Driver 160 km/h, teilst du durch 1,61 und kommst auf rund 99 mph, also ins mittlere Band mit 60 bis 90. Wie du dein Tempo sauber misst, steht in Schlägerkopfgeschwindigkeit: die Tabelle nach Handicap. Den Vergleich der Schichten und den Test mit zwei Bällen beschreibt Welcher Golfball passt zu mir.
AAA und AAAA: was heissen die Stufen beim Lakeball?
Lakeballs sind Bälle, die aus Wasserhindernissen geborgen, gereinigt und nach Qualitätsstufen sortiert werden, so beschreibt es der Händler all4golf auf seiner Schweizer Seite. Die Händler beschreiben die Stufen mit eigenen Worten, und die beiden, die ich gelesen habe, ordnen sie unterschiedlich ein:
| Stufe | all4golf.com (Schweizer Auftritt) | reballs.de |
|---|---|---|
| AAAA | höchste Sortierung, optisch nahezu neuwertig | sehr guter Zustand, ein Unterschied zu neuen Bällen oft nicht mehr auszumachen |
| AAA | Mint-Qualität, kaum sichtbare Gebrauchsspuren | mit AA in einer Stufe: guter bis akzeptabler Zustand, sichtbare Spielspuren, auch X-Out-Stempel möglich |
| AA | leichte Kratzer oder Verfärbungen, aber voll spielbar | siehe AAA |
| A oder B | A: deutliche Gebrauchsspuren, gut für intensives Training | B: Übungs- und Crossgolfbälle, nicht turniertauglich |
Bei einem Händler ist AAA «Mint-Qualität», beim anderen teilt sich AAA eine Stufe mit AA, in der Bälle sichtbare Spielspuren haben dürfen (reballs.de). Beide Beschreibungen handeln vom Aussehen: Glanz, Kratzer, Verfärbung. Wie lange ein Ball im Wasser lag, steht in keiner der beiden Beschreibungen. Lies darum bei jedem Händler die eigene Stufenbeschreibung, bevor du Preise vergleichst.
Wann lohnt welche Stufe?
Die beiden Händler raten ähnlich. all4golf empfiehlt A fürs Training, AA und AAA eher für die Runde und für Turnier und Wettkampf eher neue Bälle. reballs.de nennt die Stufe B nicht turniertauglich und für Übung und Crossgolf geeignet, die gemeinsame Stufe AA und AAA besonders für Spieler mit höherem Ballbedarf. Ein Beispiel für den Preis: Ein Dutzend Titleist Pro V1 in AAAA kostet bei all4golf CHF 34.00 (Stand 2. Oktober 2026), das sind CHF 2.83 pro Ball. Was neue Bälle kosten und wo Gebrauchtes sonst Sinn macht, steht in Gebrauchte Schläger und Lakeballs.
Was das für dich heisst
- Zahl auf dem Ball: Nimm sie zur Unterscheidung und setz einen eigenen Punkt dazu. Mehr Information steckt nicht darin.
- Kompression: Such nicht nach der richtigen Zahl, sondern teste. Zwei Bälle, zehn Schläge je Ball, Carry und Spin notieren. Der Unterschied kann klein sein, wie der Test von Golf Monthly beim 7er-Eisen zeigt.
- Lakeball: Lies die Stufenbeschreibung des Händlers. Zum Üben reichen die Stufen, die die Händler dafür empfehlen, für wichtige Runden nimm neue Bälle.
Wo du die Zahlen selbst misst
In einer Bay mit Launch Monitor siehst du nach jedem Schlag Ballgeschwindigkeit und Spin und damit, ob ein weicherer oder härterer Ball bei dir etwas ändert. Frag vorher, ob du eigene Bälle schlagen darfst. Die Karte zeigt die Anlagen nach Kanton, Golfsimulator in der Nähe die nächste, und die Preise für eine Stunde stehen auf Golfsimulator-Preise: 80 der 110 Indoor-Anlagen im Verzeichnis nennen einen Stundenpreis, zwischen CHF 25 und 99, im Median CHF 50 pro Bay (Stand 2. Oktober 2026). Wer zum ersten Mal kommt, liest zuerst Golfsimulator für Anfänger. Was die Anlage misst und was sie rechnet, erklärt Radar oder Kamera: wie ein Golfsimulator den Ball misst.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Zahl auf dem Golfball?
Meist nichts über die Leistung: Die Zahl, oft 1 bis 4, dient dazu, deinen Ball von dem der Mitspieler zu unterscheiden, und ist eine Packhilfe. Nach dem Ballhersteller Snell Golf macht sie den Ball weder weiter noch drehfreudiger. Setz zusätzlich ein eigenes Zeichen, wie es Regel 6.3a empfiehlt.
Was bedeutet Kompression 90 oder 100 beim Golfball?
Die Kompression zeigt, wie hart ein Ball ist: Golf Monthly nennt eine Skala von etwa 30 bis 120, und je tiefer die Zahl, desto weicher der Ball. 90 oder 100 heisst also fest. Nach Golf Monthly gibt es keinen Industriestandard für die Messung, darum sind Werte aus verschiedenen Quellen nur grob vergleichbar.
Was heisst AAAA bei Lakeballs?
AAAA ist bei den beiden gelesenen Händlern die höchste Stufe. all4golf nennt sie optisch nahezu neuwertig. Eine einheitliche Definition fand ich nicht: reballs.de beschreibt AAAA ähnlich, fasst AAA und AA aber in einer Stufe mit sichtbaren Spielspuren zusammen. Lies deshalb die Beschreibung des Händlers.
Welche Kompression passt zu meinem Schwungtempo?
Golf Monthly nennt als Ausgangspunkt für den Driver: unter 85 mph 30 bis 60, von 85 bis 105 mph 60 bis 90, darüber 90 und mehr. Das ist eine Faustregel. Im Test des Magazins lagen die Bälle beim 7er-Eisen nur 2 Yards auseinander, teste also in der Bay.
Muss ich meinen Golfball markieren?
Pflicht ist es nicht, aber die Regeln sagen, du sollst einen Erkennungspunkt auf den Ball setzen (Regel 6.3a). Marke, Modell und Nummer reichen nicht, wenn ein identischer Ball im selben Bereich liegt (Regel 7.2). Der falsche Ball kostet im Zählspiel zwei Strafschläge.
Quellen
- Snell Golf: What Do the Numbers on Golf Balls Mean (Zahlen 1 bis 4 und 5 bis 8, alte Aufdrucke 80/90/100, dreistellige Zahlen, Farbe der Zahl)
- Golf Monthly: Golf Ball Compression Explained (Skala 30 bis 120, kein Industriestandard, Tempo-Bänder, Test mit Foresight GC3)
- Callaway: Q&A With R&D, Soft Low Compression Golf Balls (Sicht des Herstellers zu tiefer Kompression)
- R&A: Regel 6, Spielen einer Bahn (6.3a Markierung, 6.3c falscher Ball) (eigener Erkennungspunkt, Strafe für den falschen Ball)
- R&A: Regel 7, Ballsuche (7.2 Ball erkennen) (Erkennung über Zeichen oder Marke, Modell, Nummer und Zustand)
- all4golf Schweiz: Lakeballs (Stufen AAAA bis A, Preis Pro V1 AAAA, Stand 2. Oktober 2026)
- reballs.de: Lakeballs-Qualitätsstufen (Stufen AAAA, AA/AAA und B, X-Out-Stempel)
- Golfers Paradise: Golfbälle, Produktdaten (Kompressionswerte und Dimple-Zahl laut Produktseiten, Stand 2. Oktober 2026)
- Swiss Golf Simulators: eigene Einträge (Anlagen mit Simulator und Stundenpreis, Stand Oktober 2026)