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26. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Gebrauchte Schläger und Lakeballs: wo sparen sinnvoll ist

Bei Bällen ist Gebrauchtkauf fast immer richtig, bei Schlägern kommt es auf ein Detail an. Die Preise aus einem Schweizer Shop, nebeneinander.

Gebrauchte Schläger und Lakeballs: wo sparen sinnvoll ist — Beitragsbild

Golf hat zwei Posten, bei denen Gebrauchtkauf richtig viel Geld spart, und einen, bei dem er einen Fehler für Jahre festschreibt. Die Bälle sind der erste Posten, die Schläger der zweite, und der Unterschied zwischen beiden erklärt sich in zwei Tabellen.

Die Preisleiter bei den Bällen

Vier Punkte auf derselben Skala, gelesen am 26. September 2026 bei einem Schweizer Onlineshop für neue Bälle (Golfers Paradise) und einem für Lakeballs (topball.ch):

BallZustandPackungPro Ball
Mischpaket Lakeballsgebraucht50 für CHF 50.00CHF 1.00
Zweischichtball DUO Softneu12 für CHF 29.90CHF 2.49
Pro V1gebraucht12 für CHF 38.85CHF 3.24
Pro V1 (2025)neu12 für CHF 64.90CHF 5.41

Zwischen dem billigsten und dem teuersten Ball liegt der Faktor fünf. Der gebrauchte Premiumball kostet weniger als der neue Zweischichtball plus ein Drittel, und das Mischpaket kostet einen Franken. Wer in den ersten zwei Jahren Bälle verliert, hat hier seinen grössten Spielraum.

Was ein Lakeball wirklich ist

Ein Ball, der aus einem Wasserhindernis geholt, gereinigt und nach Aussehen sortiert wurde. Die Sortierung sagt nichts über die Zeit im Wasser, und genau dort liegt die einzige echte Frage: Ein Ball, der monatelang im Wasser lag, nimmt Wasser in den Kern auf und verliert Ballgeschwindigkeit.

Deshalb ist die Regel einfach. Für die Range, für Bays und für Runden, in denen du Bälle verlierst, sind Lakeballs richtig. Für die Runde, auf der deine Distanzen stimmen sollen, nimm neue Bälle von einem Modell und bleib dabei. Welche Schichten was tun, steht in Welcher Golfball passt zu mir.

Die Preise neuer Schläger in der Schweiz

Am selben Tag im selben Shop: Ein Driver kostet neu zwischen CHF 262.90 und CHF 3'359.90, ein kompletter Eisensatz zwischen CHF 699.90 und CHF 8'399.90 (Driver, Eisensätze). Die grosse Mehrheit liegt beim Driver zwischen CHF 340 und 700.

Dazu kommt eine dritte Variante neben neu und gebraucht: der Modellwechsel. Im Schläger-Sale desselben Shops stehen 111 Artikel mit zwanzig Prozent Abzug, also Vorjahresmodelle zum reduzierten Preis (Sale). Ein Driver aus dem Vorjahr ist technisch nicht schlechter und kommt mit Garantie.

Was ein gebrauchter Schläger mitbringt

Den Loft, den Schaft und die Lie-Stellung des Vorbesitzers. Das ist bei einem Ball gleichgültig und bei einem Schläger der ganze Punkt: Ein Driver mit 9 Grad und einem X-Stiff-Schaft ist für jemanden mit 85 mph der falsche Schläger, und zwar unabhängig davon, wie günstig er war.

Deshalb gilt beim Gebrauchtkauf eine einzige harte Regel: Kauf einen verstellbaren Kopf. Aktuelle Driver und Hybride lassen sich um plus oder minus 1,5 Grad verstellen (PING), und damit ist mindestens der Loft korrigierbar. Der Schaft bleibt das Risiko.

Die vier Dinge, die du prüfst

Erstens die Rillen der Eisen und Wedges: Sind sie rund und glänzend statt scharfkantig, nimmt der Ball weniger Spin und bleibt nicht auf dem Grün. Zweitens die Sohle: Tiefe Kratzer sind normal, Dellen sind ein Zeichen für harte Matten oder Steine. Drittens der Griff, der ohnehin ersetzt wird. Viertens der Schaft auf Kerben, gerade beim Übergang zum Kopf.

Ein Satz mit stumpfen Rillen ist der häufigste Fehlkauf, weil es beim Anschauen nicht auffällt und beim Spielen nicht sofort. Wer nur die kurzen Eisen und Wedges neu kauft und die langen gebraucht nimmt, macht es genau richtig.

Wo sparen Schläge kostet

Beim Putter und bei den Wedges. Der Putter ist der Schläger mit den meisten Schlägen pro Runde, und das Gefühl ist das Einzige, was bei ihm zählt; er muss zu dir passen, nicht billig sein. Die Wedges leben von scharfen Rillen, und die sind der Teil, der sich abnutzt.

Umgekehrt ist der lange Bereich der richtige Ort für Gebrauchtes. Ein Fairwayholz und ein Hybrid schlägst du zehn bis zwölf Mal pro Runde, und ein Modell von vor drei Jahren unterscheidet sich kaum vom aktuellen.

Der Anfänger-Fall

Wer beginnt, braucht sechs Schläger und keine vierzehn. Ein gebrauchter Halbsatz plus Lakeballs ist die günstigste Kombination, die es gibt, und sie kostet weniger als ein neuer Driver. Was in einen Halbsatz gehört, steht in Golf-Anfänger-Set.

Der Fehler in dieser Phase ist nicht der gebrauchte Schläger, sondern der gebrauchte komplette Satz mit vierzehn Schlägern, von denen du acht nicht schlagen kannst. Weniger Schläger heisst mehr Wiederholung pro Schläger.

Wo du in der Schweiz gebraucht kaufst

Vier Wege, in dieser Reihenfolge. Das Anschlagbrett im Clubhaus, weil dort Leute verkaufen, die den Schläger gespielt haben und erreichbar bleiben. Der Pro Shop, der Eintauschgeräte oder Demo-Schläger führt und sie geprüft abgibt. Die Schweizer Marktplätze im Internet. Und zuletzt die Vorjahresmodelle im Sale, die neu sind und Garantie haben.

Der dritte Weg ist der billigste und der einzige ohne Beratung. Wer dort kauft, verlangt Fotos der Schlagflächen und die Angaben zu Loft, Flex und Länge, und wer sie nicht bekommt, lässt es. Ein Schläger ohne diese drei Angaben ist eine Wette.

Der Test, den du vor dem Kauf machst

Nimm den gebrauchten Schläger und deinen eigenen in dieselbe Bay-Stunde, je zehn Bälle im Wechsel. Notiere Ballgeschwindigkeit, Carry und die Seitenabweichung, und streiche pro Serie den besten und den schlechtesten Schlag. Danach weisst du, ob du eine Verbesserung oder nur einen anderen Schläger gekauft hättest.

Bei einem Privatkauf geht das nicht immer, bei einem Pro Shop fast immer. Eine Stunde in einer Bay kostet CHF 39 bis 79 und ist damit günstiger als der häufigste Fehlkauf, und 80 der 110 Indoor-Anlagen im Verzeichnis publizieren ihren Stundenpreis (Verzeichnis).

Was du selbst verkaufen kannst

Einzelne Schläger gehen gut, komplette Anfängersätze schlecht. Das ist dieselbe Logik wie beim Kauf: Ein Hybrid oder ein Wedge sucht jemand gezielt, einen ganzen Satz sucht fast niemand, weil er dann Loft, Flex und Länge eines Fremden übernimmt.

Am besten verkäuflich sind verstellbare Driver und Hybride der letzten drei Jahre, am schlechtesten Eisen mit stumpfen Rillen und Putter mit abgenutztem Griff. Ein neuer Griff für CHF 12 hebt den Verkaufspreis oft um ein Mehrfaches.

Mehr dazu: Golfbag und Trolley, Golfball Nummer, Kompression und AAAA.

Wann du neu kaufst

Wenn der Schwung steht und du deine Zahlen kennst. Dann lohnt ein Fitting, und dann ist ein neuer Schläger mit deinem Loft, deinem Schaft und deiner Lie-Stellung eine Investition, die Jahre hält. Vorher ist er ein Schläger für einen Schwung, den du noch nicht hast.

Was ein Fitting kostet und was dabei gemessen wird, steht in Golf-Fitting in der Schweiz. Vorher kannst du dieselben Zahlen für CHF 39 bis 79 in einer Bay selbst messen; eine Anlage findest du in der Karte.

Häufige Fragen

Sind Lakeballs schlechter als neue Bälle?

Optisch kaum, physikalisch je nach Zeit im Wasser. Ein Ball, der monatelang im Wasser lag, nimmt Wasser in den Kern auf und verliert Ballgeschwindigkeit. Für Range, Bay und Runden, auf denen du Bälle verlierst, sind sie richtig.

Was kosten Lakeballs in der Schweiz?

Ein Mischpaket mit 50 Bällen kostet rund CHF 50, also einen Franken pro Ball. Ein gebrauchter Premiumball wie der Pro V1 kostet CHF 38.85 pro Dutzend, gegenüber CHF 64.90 neu. Der billigste neue Zweischichtball liegt bei CHF 29.90 pro Dutzend.

Worauf achte ich beim gebrauchten Golfschläger?

Auf einen verstellbaren Kopf, damit der Loft korrigierbar ist. Dann auf die Rillen der Eisen und Wedges, auf Dellen in der Sohle und auf Kerben im Schaft. Der Griff wird ohnehin ersetzt. Das Risiko bleibt der Schaft des Vorbesitzers.

Welche Schläger soll man neu kaufen?

Putter und Wedges. Der Putter macht die meisten Schläge pro Runde und muss zu dir passen; die Wedges leben von scharfen Rillen, und Rillen nutzen sich ab. Fairwayholz, Hybrid und lange Eisen sind die richtigen Kandidaten für Gebrauchtes.

Was kostet ein Driver in der Schweiz?

Neu zwischen CHF 262.90 und CHF 3'359.90, wobei die grosse Mehrheit zwischen CHF 340 und 700 liegt. Ein Eisensatz beginnt bei CHF 699.90. Vorjahresmodelle gibt es im Sale mit zwanzig Prozent Abzug und mit Garantie.

Quellen