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26. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Golf mit 60 plus: Senior-Flex, Loft, Ballwahl und was der Simulator im Winter bringt

Mit dem Tempo sinkt die Länge, und dagegen hilft kein Training, sondern Material. Vier Anpassungen, die messbar etwas bringen, und die Zahl, mit der sie beginnen.

Golf mit 60 plus: Senior-Flex, Loft, Ballwahl und was der Simulator im Winter bringt — Beitragsbild

Mit sechzig spielt man dasselbe Spiel mit anderen Voraussetzungen. Die Technik bleibt, das Tempo sinkt, und mit dem Tempo die Länge. Dagegen hilft kein zusätzliches Training, sondern Material, das zur eigenen Geschwindigkeit passt. Hier stehen die vier Anpassungen, die etwas bringen, und die eine Zahl, mit der sie alle beginnen.

Die Zahl, mit der alles beginnt

Deine Schlägerkopfgeschwindigkeit mit dem Driver. Sie entscheidet über Schaft, Loft und Ball, und sie ist in einer Stunde gemessen: zehn Drives in einer Bay, der Durchschnitt zählt, nicht der beste Schlag. Zum Vergleich nennt TrackMan für den durchschnittlichen Golfer mit Handicap 14.5 94 mph und für eine Golferin mit Handicap 15 79 mph (TrackMan).

Wer diese Zahl nicht kennt, kauft Material nach Gefühl und Beschriftung, und beides täuscht. Fast jede Anlage mit Launch Monitor gibt sie dir in der ersten Viertelstunde; 83 der 126 Anlagen im Verzeichnis führen TrackMan.

Anpassung 1: der Schaft

Die gängige Einteilung nach Driver-Geschwindigkeit lautet: unter 72 mph Ladies, 72 bis 83 Senior, 84 bis 96 Regular, 97 bis 104 Stiff, darüber X-Stiff (golf.com). Viele Spieler über 60 liegen damit im Senior-Bereich, spielen aber weiter Regular, weil der Schaft aus der Zeit stammt, als sie schneller schwangen.

Ein zu steifer Schaft kostet Höhe und Carry und fühlt sich hart an. Der Wechsel ist die billigste Verbesserung im ganzen Bag: Ein neuer Schaft in denselben Kopf ist ein Bruchteil eines neuen Satzes, und die Wirkung siehst du sofort am Abflugwinkel.

Anpassung 2: mehr Loft

Wer langsamer schwingt, braucht einen höheren Startwinkel, um denselben Carry zu bekommen. Das zeigt die Tour selbst: Auf der LPGA Tour startet der Driver im Mittel mit 12.6 Grad, auf der PGA Tour mit 10.4 (TrackMan) bei deutlich höherem Tempo. Mehr Loft ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Physik.

Praktisch heisst das: Ein Driver mit 12 oder 13 Grad statt 9.5, Hybride statt der langen Eisen, und ein Fairwayholz mit mehr Loft als das Holz 3. Die langen Eisen sind der Teil des Satzes, der mit sinkendem Tempo als Erstes unspielbar wird, und sie sind am leichtesten zu ersetzen.

Anpassung 3: der Ball

Die Kompression sagt, wie stark sich ein Ball verformt: je tiefer die Zahl, desto weicher. Im Schweizer Handel reichen die angegebenen Werte von rund 37 bei einem sehr weichen Zweischichtball bis 85 bei einem festeren Dreischichtball (Golfers Paradise). Bei tieferem Tempo fühlt sich ein weicher Ball besser an, und das ist der Hauptgrund, ihn zu spielen.

Was er nicht tut, ist zaubern: Der Unterschied in der Länge ist klein gegenüber Schaft und Loft. Wichtiger ist, bei einem Modell zu bleiben, damit deine Distanztabelle stimmt. Wie du zwei Bälle sauber vergleichst, steht in Welcher Golfball passt zu mir.

Anpassung 4: die Abschläge

Die billigste Anpassung von allen, und die, die am meisten Spass zurückbringt. Ein Platz, der von hinten 6'000 Meter misst, ist für 200 Meter Drive gebaut; von den vorderen Abschlägen spielst du dieselben Löcher mit denselben Eisen, die ein schnellerer Spieler von hinten braucht.

Das ist nicht nur angenehmer, sondern auch regelkonform gedacht: Dein Ziel ist Par plus Course Handicap, und das rechnet der Platz für jeden Abschlag neu. Wie das funktioniert, steht in Das Golf-Handicap erklärt.

Was der Körper braucht

Fünf Minuten Aufwärmen vor jeder Runde und vor jeder Bay-Stunde: zügig gehen, Hüfte und Schultern drehen, zehn halbe Schwünge mit einem Wedge. Die Wirbelsäule ist bei Amateuren die häufigste Verletzungsstelle, und die meisten Beschwerden entstehen aus einer Drehung ohne Vorbereitung.

Dazu zwei Gewohnheiten, die mit den Jahren wichtiger werden: den Trolley statt des getragenen Bags, weil das Gewicht auf der Schulter die Wirbelsäule belastet, und neun Löcher statt achtzehn, wenn der Tag nicht mehr hergibt. Eine gegangene Neun-Loch-Runde sind rund 8'500 Schritte, und sie zählt fürs Handicap genauso.

Warum der Winter in der Bay besonders lohnt

Weil Beweglichkeit und Tempo genau das sind, was über einen Winter ohne Bewegung verloren geht. Wer von November bis März nicht schwingt, beginnt im April steifer, als er im Oktober aufgehört hat, und braucht sechs Wochen, um dorthin zurückzukommen.

Eine Stunde pro Woche genügt, um den Bewegungsumfang zu halten, und sie kostet im Median CHF 50 pro Bay für bis zu vier Personen. Wer dabei im Dezember und im März seine Schlägerkopfgeschwindigkeit misst, sieht schwarz auf weiss, ob der Winter gehalten hat. Die Anlagen stehen auf der Karte.

Was du nicht ändern musst

Den Schwung. Die Versuchung ist gross, mit sinkendem Tempo an der Technik zu drehen, und die meisten machen es damit schlechter: Ein längerer Rückschwung, den die Schulter nicht hergibt, endet im Rücken und nicht im Ball.

Was bleibt, ist die Reihenfolge, die in jedem Alter gilt: zuerst der Treffpunkt, dann die Richtung, dann die Länge. Wer zentral trifft, verliert mit 65 weniger Meter als jemand, der mit 45 daneben trifft. Die Zahlen dazu stehen in Launch-Monitor-Zahlen verstehen.

Was Senior-Flex in Gramm bedeutet

Die Bezeichnung sagt wenig, das Gewicht viel. In der Standardliste eines aktuellen Drivers wiegen die Schäfte mit den weichsten Flex-Stufen 38 bis 49 Gramm, der steifste 66 (PING). Bei den Eisen stehen 38 bis 82 Gramm Graphit gegen 93 bis 124 Gramm Stahl (PING).

Vierzig Gramm weniger pro Schläger sind bei vierzehn Schlägern ein halbes Kilo weniger im Bag und zwei bis drei mph mehr Schlägerkopfgeschwindigkeit. Der Preis ist Kontrolle, und deshalb wird nicht der leichteste Schaft gewählt, sondern der leichteste, bei dem die Streuung nicht zunimmt.

Der Griff und die Hände

Wer Arthrose in den Fingern hat oder morgens steife Hände, kommt mit einem dickeren Griff besser zurecht: Er verlangt weniger Kraft, um den Schläger zu halten. Die Regeln setzen die Grenze bei 1,75 Zoll, also 44,45 Millimetern Querschnitt (R&A), und darunter ist alles erlaubt.

Die Feinabstimmung läuft über Lagen Klebeband unter dem Griff, also in kleinen Schritten statt einer ganzen Grösse. Es ist die billigste Anpassung am Schläger, und wie sie läuft, steht in Griffe wechseln.

Neun Löcher zählen genauso

Seit der WHS-Revision 2024 ist eine einzelne 9-Loch-Runde sofort handicapwirksam: Die Software ergänzt die fehlenden neun Löcher mit einem Expected Score aus deinem Index. Wer achtzehn Löcher nicht mehr in einem Zug gehen will, verliert damit nichts.

Das ist die praktischste Regeländerung für alle, die kürzer spielen. Wie die Wertung genau funktioniert, steht in Zählt eine 9-Loch-Runde.

Mehr dazu: Golfverletzungen und was die Studien zur Vorbeugung sagen und Golf Fitness: was Training bringt, Golf mit Behinderung.

Die Kurzfassung

Miss deine Geschwindigkeit, wähle den Schaft danach, nimm mehr Loft, spiel die vorderen Abschläge und wärm dich auf. Vier dieser fünf Punkte kosten einmal Geld und danach nichts mehr, und zusammen bringen sie mehr Meter zurück als jede Trainingsstunde.

Häufige Fragen

Ab wann braucht man einen Senior-Flex?

Als Orientierung ab einer Driver-Geschwindigkeit zwischen 72 und 83 mph; darunter gilt Ladies, darüber Regular. Entscheidend ist die gemessene Zahl, nicht das Alter: zehn Drives in einer Bay, der Durchschnitt zählt.

Warum mehr Loft mit 60?

Weil ein langsamerer Schwung einen höheren Startwinkel braucht, um denselben Carry zu erzeugen. Die LPGA Tour startet den Driver im Mittel mit 12.6 Grad, die PGA Tour mit 10.4 bei deutlich höherem Tempo. Ein Driver mit 12 oder 13 Grad ist deshalb oft die bessere Wahl.

Bringt ein weicher Ball mehr Länge?

Vor allem Gefühl. Die Kompression reicht im Handel von rund 37 bis 85, und ein weicher Ball fühlt sich bei tieferem Tempo besser an. Der Unterschied in der Länge ist klein gegenüber Schaft und Loft; wichtiger ist, bei einem Modell zu bleiben.

Welche Abschläge soll ich mit 60 spielen?

Die, bei denen du die Annäherungen mit denselben Eisen spielst wie früher. Das Ziel ist ohnehin Par plus Course Handicap, und das rechnet der Platz für jeden Abschlag neu. Vordere Tees machen die Runde kurzweiliger und die Karte ehrlicher.

Was bringt der Simulator im Winter mit 60 plus?

Er hält Beweglichkeit und Tempo, die über einen Winter ohne Schwung verloren gehen. Eine Stunde pro Woche genügt, und wer im Dezember und im März seine Schlägerkopfgeschwindigkeit misst, sieht, ob es gereicht hat.

Quellen