2. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit
Driver-Abschlag für Anfänger: Teehöhe, Ballposition, Treffpunkt und ein Test mit 30 Bällen
Etwa 1,5 Zoll Teehöhe, ein Angriffswinkel von plus 3 statt minus 5 Grad und der Smash-Faktor 1,48: die Zahlen für den Driver-Abschlag, und ein Test mit 30 Bällen.

Der Driver ist der Schläger, vor dem Anfänger den meisten Respekt haben, und der, an dem sich am meisten messen lässt. Dieser Beitrag nimmt sich fünf Dinge vor, die den Abschlag bestimmen: die Teehöhe, die Ballposition, den Treffpunkt auf der Schlagfläche, die Ausrichtung und die Regel am Abschlag. Dazu kommt ein Test mit 30 Bällen, den du in einer Bay-Stunde selbst machst. Die Zahlen stammen von PGA Deutschland, TrackMan, einer Umfrage unter 100 Golflehrern und den Golfregeln.
Was beim Abschlag zählt, in dieser Reihenfolge
Die PGA Deutschland nennt in ihrer Lernunterlage für die Spieleröffnung eine Reihenfolge. An erster Stelle steht die Schlagweite, sie ist nach der Unterlage der leistungsbestimmende Faktor im Golf. Danach kommt die Verlässlichkeit und Wiederholbarkeit, damit du von der Weite auch profitierst. Die Richtungskontrolle ist erst dann ein Thema, wenn beides gut ist. Ihr ist vorerst Genüge getan, wenn der Ball im Spiel bleibt. Für dich heisst das: Zuerst ein Schlag, der oft das Fairway trifft, dann ein längerer, dann ein geraderer.
Die Teehöhe
Die Faustregel ist einfach. Stell den Driver hinter den Ball auf die Sohle und schau auf die Oberkante der Schlagfläche. Etwa der halbe Ball soll darüber stehen. Das sind rund 1,5 Zoll, also etwa 38 Millimeter. Die Regel stammt aus einer Umfrage unter den 100 besten Golflehrern des Magazins Golf (golf.com). Dieselbe Quelle nennt für das Holz 3 etwa 0,5 Zoll und für ein Eisen etwa 0,25 Zoll:
| Schläger | Teehöhe in Zoll | in Millimetern |
|---|---|---|
| Driver | etwa 1,5 | etwa 38 |
| Holz 3 | etwa 0,5 | etwa 13 |
| Eisen | etwa 0,25 | etwa 6 |
Die Teehöhe verändert den Schwung. Ein höheres Tee zwingt dich, flacher und von unten zu treffen, ein tieferes verlangt einen steileren Winkel, weil du den Ball nur mit einem Schlag nach unten erreichst (golf.com). Wer zu tief teet, verliert nach Madknows, das einen Test von MyGolfSpy zitiert, 14,19 Yards Carry, rund 13 Meter, und gewinnt 326 Umdrehungen pro Minute Backspin (Madknows). Das ist ein Wert aus einem einzelnen Test, der Trend ist aber derselbe, den der Beitrag Driver-Loft wählen mit den TrackMan-Zahlen beschreibt: mehr Spin kostet Weite.
Ballposition und Angriffswinkel
Der Driver trifft den Ball nicht von oben. Bei der PGA Deutschland steht: Bei einem Schlag, bei dem der Ball in der Aufwärtsbewegung getroffen werden soll, ist ein Eintreffwinkel von plus 3 Grad für die maximale Weite günstiger als einer von minus 5 Grad. Beim Eisen vom harten Boden ist es genau umgekehrt. Deshalb liegt der Ball beim Driver weiter vorn als beim Eisen, der Beitrag Ansprechposition im Golf zeigt die Position Schritt für Schritt.
TrackMan misst im Schnitt auf der PGA Tour einen Angriffswinkel von minus 0,9 Grad, auf der LPGA Tour von plus 2,8 Grad (TrackMan). Die PGA Tour trifft den Driver also leicht abwärts, die LPGA Tour leicht aufwärts. Wenn dein Angriffswinkel auf dem Launch Monitor minus 4 Grad zeigt, bist du steiler, und die Teehöhe und die Ballposition sind die ersten Schrauben, bevor du den Schwung veränderst.
Der Treffpunkt auf der Schlagfläche
Der Smash-Faktor misst, wie sauber du triffst: Ballgeschwindigkeit geteilt durch Schlägerkopfgeschwindigkeit. Ein Beispiel der PGA Deutschland: 100 mph Schlägerkopf und 140 mph Ball ergeben 1,4, bei 150 mph Ball sind es 1,5. Der anzustrebende Wert beim Driver liegt bei 1,48. Zehn mph Unterschied machen bei einem Drive rund 20 Yards oder 18 Meter Carry aus.
Was ein Fehltreffer kostet, zeigen Messungen mit TrackMan, die die Unterlage wiedergibt. Bei 100 mph in der Mitte der Schlagfläche ist die Schlagfläche ¾ Zoll Richtung Spitze 2 mph schneller, zur Hacke hin fast 3 mph langsamer und ½ Zoll über der Mitte 2 mph langsamer. Ausserdem entsteht durch den Gear-Effekt bei einem Treffer ausserhalb der Mitte eine Drehung des Balls: Bei einem Driver mit gerader Schlagfläche neigt sich die Spinachse bei einem Zoll neben der Mitte um etwa 20 Grad, bei einem Carry von rund 225 Metern ist das eine seitliche Abweichung von etwa 30 Metern. Ein Dimpel neben der Mitte neigt die Achse um etwa 6 Grad und gibt etwa 9 Meter Abweichung.
| Wo du triffst | Folge nach PGA Deutschland, bei gerader Schlagfläche ohne Wölbung |
|---|---|
| Mitte der Schlagfläche | beste Energieübertragung, Smash-Faktor nahe 1,48 |
| ein Dimpel neben der Mitte | Spinachse etwa 6 Grad geneigt, etwa 9 Meter seitlich bei 225 Metern Carry |
| ein Zoll neben der Mitte | Spinachse etwa 20 Grad geneigt, etwa 30 Meter seitlich bei 225 Metern Carry |
Die Zahlen zeigen die Grössenordnung, nicht deinen Driver. Der Treffpunkt ist also eine Zahl, die du am Smash-Faktor ablesen kannst. Wie der Launch Monitor das misst und was die anderen Werte bedeuten, erklärt Launch-Monitor-Zahlen verstehen.
Die Ausrichtung
Der Schläger schwingt ungefähr in die Richtung, in die du ausgerichtet bist. Die PGA Deutschland beschreibt, was dann passiert: Fliegt der Ball nicht ins Ziel, verändert der Spieler nach und nach seine Ausrichtung und gewöhnt sich eine an, die mit dem Ziel nur noch wenig zu tun hat. Und wer einen aufgeteeten Ball extrem weit schlagen will, steht häufig sehr geschlossen am Ball. Wenn dein Driver also nach rechts oder links wegläuft, prüfe zuerst, wohin deine Schultern und Füsse zeigen. Der Schlagflächenwinkel entscheidet beim Driver zu rund 85 Prozent über die Startrichtung des Balls.
Die Regel am Abschlag
Am Abschlag spielst du von einem Tee im oder auf dem Boden oder vom Boden selbst (Regel 6.2b, R&A). Der Ball steht im Abschlagsbereich, der erste Spieler setzt ihn zwischen die Abschlagsmarkierungen oder höchstens zwei Schlägerlängen dahinter. Spielst du von ausserhalb des Abschlagsbereichs, gibt es im Zählspiel zwei Strafschläge, und du musst den Schlag von innen wiederholen, sonst droht die Disqualifikation, wenn du den Fehler vor dem nächsten Loch nicht korrigierst. Im Lochspiel gibt es keine Strafe, aber der Gegner darf den Schlag zurücknehmen lassen. Wie sich der erste Abschlag anfühlt und wie du die Nervosität in den Griff bekommst, steht in Der erste Abschlag und die Nervosität.
Der 30-Ball-Test am Simulator
Die Zahlen oben sind Mittelwerte. Deine eigenen findest du in einer Stunde in der Bay. Drei Teehöhen, je zehn Bälle mit dem Driver: ein Viertel des Balles über der Oberkante der Schlagfläche, die Hälfte, drei Viertel. Schreib nach jedem Block fünf Werte auf: Carry, Abflugwinkel, Angriffswinkel, Spin und Smash-Faktor. Der Block mit dem höchsten Smash-Faktor und dem besten Carry ist deine Teehöhe. Zeigt der Angriffswinkel in allen drei Blöcken stark nach unten, liegt es an der Ballposition, und die Probe geht mit dem Ball weiter vorn weiter.
Damit der Driver in der Bay Platz hat, braucht der Raum Höhe, was Raumhöhe und Masse beschreibt. Wenn du mehr Schlägerkopfgeschwindigkeit willst, hilft die Tabelle in Schlägerkopfgeschwindigkeit messen und erhöhen, und wenn der Ball nach rechts läuft, zeigt Slice korrigieren mit Zahlen, welche Zahl du ändern musst.
Mehr dazu: Fairwayholz und Hybrid richtig schlagen.
Wo du den Driver testen kannst
Die Seite Golfsimulator in der Nähe zeigt dir die nächste Anlage, die Karte alle nach Kanton, und die Preise für eine Stunde stehen auf Golfsimulator-Preise. Wer lieber mit einem Pro an den Zahlen arbeitet, findet unter Indoor-Golf-Training die Anlagen mit Coaching. Für den allerersten Besuch ist Golfsimulator für Anfänger der Anfang.
Häufige Fragen
Wie hoch tee ich den Driver?
Etwa der halbe Ball soll über der Oberkante der Schlagfläche stehen, wenn du den Driver hinter dem Ball auf die Sohle stellst. Das sind rund 1,5 Zoll oder 38 Millimeter. Die Regel stammt aus einer Umfrage unter den 100 besten Golflehrern des Magazins Golf.
Was ist ein guter Smash-Faktor mit dem Driver?
Der anzustrebende Wert liegt nach der PGA Deutschland bei 1,48. Du rechnest Ballgeschwindigkeit geteilt durch Schlägerkopfgeschwindigkeit: 100 mph Schlägerkopf und 150 mph Ball ergeben 1,5, bei 140 mph Ball sind es 1,4.
Warum fliegt mein Driver nach rechts oder links?
Prüfe zuerst die Ausrichtung: Der Schläger schwingt ungefähr in die Richtung, in die du ausgerichtet bist, und die Schlagfläche entscheidet beim Driver zu rund 85 Prozent über die Startrichtung. Ein Treffer ausserhalb der Mitte kippt zusätzlich die Spinachse, ein Zoll neben der Mitte etwa 20 Grad.
Darf ich einen Abschlag ausserhalb des Abschlagsbereichs spielen?
Im Zählspiel kostet es zwei Strafschläge, und du musst den Schlag von innen wiederholen, sonst droht die Disqualifikation, wenn du den Fehler nicht vor dem nächsten Loch korrigierst. Im Lochspiel gibt es keine Strafe, der Gegner darf den Schlag aber zurücknehmen lassen (Regel 6.2b).
Wie finde ich meine beste Teehöhe?
Mit einem Test am Simulator: drei Teehöhen mit je zehn Bällen, ein Viertel, die Hälfte und drei Viertel des Balles über der Oberkante der Schlagfläche. Notiere Carry, Abflugwinkel, Angriffswinkel, Spin und Smash-Faktor. Die Höhe mit dem höchsten Smash-Faktor und dem besten Carry ist deine.
Quellen
- PGA Deutschland: Lernunterlage Golftechnik (März 2019) (Spieleröffnung, Eintreffwinkel, Smash-Faktor, Treffpunkt, Gear-Effekt, Ausrichtung)
- golf.com: Are you teeing the ball up at the correct height? (Umfrage unter den Top 100 Teachers, 1,5 Zoll, Halbball-Regel)
- Madknows: Golf Tee Height Chart (zitiert einen MyGolfSpy-Test, 14,19 Yards Carry und 326 rpm Spin bei zu tiefem Tee)
- TrackMan: Attack Angle (Durchschnitt PGA Tour minus 0,9 Grad, LPGA Tour plus 2,8 Grad beim Driver)
- R&A: Regel 6, Spielen einer Bahn (6.2b, Abschlagsbereich) (Tee oder Boden, Strafe ausserhalb des Abschlagsbereichs)
- PGA of America: First Swing, Golfer's Guide (erster Spieler setzt den Ball zwischen oder höchstens zwei Schlägerlängen hinter die Markierungen)
- Swiss Golf Simulators: eigene Einträge (Anlagen mit Simulator und Coaching, Stand Oktober 2026)