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26. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Golfschuhe: Spikes, spikeless und was auf der Matte funktioniert

Ein Paar Schuhe, zwei Sohlen, drei Untergründe. Was wo hält, was es kostet und warum du für die Bay keinen zweiten Schuh brauchst.

Golfschuhe: Spikes, spikeless und was auf der Matte funktioniert — Beitragsbild

Golfschuhe sind der Ausrüstungsposten, bei dem am meisten über Aussehen und am wenigsten über Funktion geredet wird. Dabei hängt an der Sohle eine einfache Frage: Wie viel Halt brauchst du, wenn der Boden nass ist und schräg. Alles andere folgt daraus.

Was Spikes heute sind

Metallspikes sind aus dem Golf verschwunden. Was heute Spikeschuh heisst, hat Kunststoff-Spikes, die eingeschraubt und einzeln ersetzt werden; im Sortiment eines Schweizer Shops gibt es sie als Satz mit bis zu zwanzig Stück für CHF 19.90 bis 25.00, den Schlüssel dazu für CHF 12.90 (Golfers Paradise).

Ein Spikeless-Schuh hat stattdessen eine gemusterte Gummisohle mit vielen kleinen Noppen. Er sieht aus wie ein Turnschuh, ist leichter, läuft sich besser ein und ist auf dem Weg zwischen Parkplatz und erstem Tee angenehmer.

Wo der Unterschied auftritt

Auf trockenem, flachem Gras spielt es keine Rolle, und das ist der grösste Teil einer Runde im Juli. Der Unterschied kommt an drei Stellen: auf nassem Gras, an Hanglagen und im Rough. Dort greift ein Spike in den Boden, während eine Noppe auf der Oberfläche bleibt.

Für das Schweizer Golfjahr heisst das: Von November bis April und nach Regen sind Spikes die bessere Wahl, im Hochsommer auf flachen Anlagen genügt spikeless. Wer viel in den Bergen spielt, hat mehr Hang und damit mehr Bedarf.

Was ein Schuh in der Schweiz kostet

Die Preise eines Schweizer Onlineshops am 26. September 2026 (Golfers Paradise, 112 Modelle):

PostenPreis
Spikeless-Golfschuh, Einstiegab CHF 59.90
Golfschuh, MittelfeldCHF 69.90 bis 140
Golfschuh, oberes Endebis CHF 279.90
Satz Ersatzspikes (bis 20 Stück)CHF 19.90 bis 25.00
SpikeschlüsselCHF 12.90

Der Sprung von CHF 60 auf CHF 280 kauft vor allem zwei Dinge: eine wasserdichte Membran mit Garantie und eine bessere Dämpfung für die rund 17'000 Schritte einer gegangenen Runde. Für die erste Saison genügt das untere Ende, und der Unterschied zeigt sich erst im zweiten nassen Herbst.

Wasserdicht ist die wichtigere Eigenschaft

Eine Runde in der Schweiz dauert vier bis fünf Stunden, und das Gras ist morgens nass, auch wenn es nicht regnet. Nasse Füsse nach fünf Löchern ruinieren mehr Runden als eine rutschige Sohle, und die meisten Hersteller geben auf die Membran eine Garantie von einem bis zwei Jahren.

Achte deshalb auf die Angabe zur Wasserdichtigkeit und ihre Dauer, nicht auf die Anzahl Spikes. Und rechne mit dem, was jeder Bergschuh auch braucht: Nach der Runde herausnehmen, trocknen lassen, nie auf die Heizung.

Was der Club verlangt

Das entscheidet jeder Club selbst, und die beiden publizierten Beispiele gehen genau hier auseinander: Golf Fricktal verlangt Golfschuhe (Etikette, PDF), Migros Golf erlaubt auch Turnschuhe (Migros Golf). Für einen Schnupperkurs genügen überall Sportschuhe.

Die ganze Frage nach Dresscode und Etikette, mit beiden Kleiderordnungen im Wortlaut, steht in Golf-Etikette und Dresscode. Hier gilt nur der praktische Teil: Wer auf einem fremden Platz spielt, nimmt Golfschuhe mit und ist damit überall richtig.

In der Bay: spikeless oder Turnschuh

Auf einer Abschlagmatte bringen Spikes nichts und können sie beschädigen. Die Matte hält von sich aus, weil sie nicht nass wird und nicht schräg steht. Eine allgemeine Regel gibt es nicht, und unser Verzeichnis führt kein Feld dafür, also fragst du bei der Buchung kurz nach.

Was in einer Bay verlässlich funktioniert, ist ein Spikeless-Schuh oder ein sauberer Turnschuh mit flacher Sohle. Wer viel indoor übt, hat mit einem Spikeless-Paar beides abgedeckt, drinnen und im Sommer draussen.

Wie lange ein Paar hält

Die Sohle überlebt bei einem Spikeschuh mehrere Jahre, weil die Spikes ersetzbar sind; die Membran gibt vorher auf. Bei Spikeless ist das Muster der Verschleissteil, und es nutzt sich schneller ab, weil derselbe Schuh oft auch im Alltag läuft.

Ein brauchbares Intervall: Spikes tauschen, wenn die Spitzen rund sind, also etwa alle zwanzig bis dreissig Runden. Den Schuh ersetzen, wenn du nach zwei Stunden nasse Socken hast. Beides sind Symptome, keine Termine.

Grösse und Weite

Kauf Golfschuhe am Abend und mit den Socken, die du auf dem Platz trägst. Über vier Stunden und rund 17'000 Schritte schwillt der Fuss, und ein Schuh, der morgens perfekt sitzt, drückt am zwölften Loch. Eine halbe Nummer mehr als beim Turnschuh ist bei vielen Modellen richtig.

Wichtiger als die Länge ist die Weite. Der Schwung dreht den Fuss im Schuh, und ein zu schmaler Vorfuss macht daraus eine Blase. Wer breite Füsse hat, sucht ein Modell in einer Weitenvariante, und die gibt es bei den meisten Herstellern.

Was Regen mit einem Schuh macht

Er dringt zuerst dort ein, wo die Sohle mit dem Oberteil verklebt ist, und genau diese Naht ist die Lebensdauer eines Golfschuhs. Nach einer nassen Runde nimmst du die Sohleneinlage heraus, stellst den Schuh an einen luftigen Ort und lässt ihn zwei Tage stehen, nie auf die Heizung.

Wer regelmässig im Herbst spielt, hat deshalb lieber zwei günstige Paare als ein teures. Ein Paar trocknet, während das andere spielt, und bei Preisen ab CHF 59.90 ist das die billigere Rechnung (Golfers Paradise).

Winter, Boots und die Bay

Von November bis März ist der Boden weich oder gefroren, und viele Anlagen spielen auf Wintergrüns. Hohe Modelle mit Kragen halten das Wasser länger draussen, und Spikes greifen im weichen Boden besser. Was auf Wintergrüns sonst gilt, steht in Wintergreens.

Im gleichen Zeitraum spielst du wahrscheinlich ohnehin mehr in der Bay als auf dem Platz, und dort braucht es keinen Golfschuh. Ein zweites Paar für den Winter kaufst du deshalb erst, wenn du wirklich draussen spielst, und nicht auf Vorrat.

Reinigen, ohne sie zu ruinieren

Grober Schmutz geht mit einer Bürste und kaltem Wasser weg, am besten direkt nach der Runde, solange die Erde nicht getrocknet ist. Nie in die Waschmaschine und nie in die Nähe eines Heizkörpers: Beides löst den Kleber zwischen Sohle und Oberteil, und genau diese Naht ist die Lebensdauer.

Bei Spikeschuhen gehört zweimal pro Saison der Schlüssel dazu: Spikes herausdrehen, das Gewinde reinigen, wieder einsetzen. Ein festgerosteter Spike ist der Grund, warum viele Schuhe mit intakter Sohle weggeworfen werden.

Mehr dazu: Golf-Regenjacke und Regenhose.

Die kurze Empfehlung

Ein Paar, spikeless, wasserdicht, im Bereich CHF 60 bis 120, wenn du im Sommer auf flachen Anlagen und im Winter in der Bay spielst. Ein Spikeschuh dazu, wenn du zwischen Oktober und April spielst oder viel in Hanglage.

Und in jedem Fall ein Paar Socken im Bag. Was sonst in die erste Simulator-Stunde gehört, steht in Was du zur ersten Stunde mitbringst; eine Anlage in deiner Nähe findest du in der Karte.

Häufige Fragen

Spikes oder spikeless: was ist besser?

Auf trockenem, flachem Gras macht es keinen Unterschied. Auf nassem Gras, an Hanglagen und im Rough greifen Spikes in den Boden, während Noppen auf der Oberfläche bleiben. Für das Schweizer Winterhalbjahr sind Spikes die bessere Wahl.

Was kosten Golfschuhe in der Schweiz?

Ein Einstiegsmodell ab CHF 59.90, das Mittelfeld zwischen CHF 69.90 und 140, das obere Ende bis CHF 279.90. Ersatzspikes kosten als Satz CHF 19.90 bis 25.00, der Schlüssel dazu CHF 12.90.

Darf ich mit Spikes in eine Simulator-Bay?

Das entscheidet die Anlage, und eine allgemeine Regel gibt es nicht. Auf einer Matte bringen Spikes ohnehin nichts und können sie beschädigen. Sicher funktioniert ein Spikeless-Schuh oder ein sauberer Turnschuh mit flacher Sohle.

Brauche ich für den Schnupperkurs Golfschuhe?

Nein. Für den ersten Kontakt genügen Sportschuhe und dem Wetter angepasste Kleidung; die Ausrüstung wird gestellt. Auf dem Platz entscheidet der Club: Golf Fricktal verlangt Golfschuhe, Migros Golf erlaubt auch Turnschuhe.

Wie oft muss ich Spikes ersetzen?

Wenn die Spitzen rund sind, also etwa alle zwanzig bis dreissig Runden. Sie werden einzeln eingeschraubt und mit einem Schlüssel gewechselt. Der Schuh selbst ist meist erst fällig, wenn die wasserdichte Membran nicht mehr hält.

Quellen