26. September 2026 · 7 Min. Lesezeit
Was du zur ersten Simulator-Stunde mitbringst, und was die Anlage stellt
Die kürzeste Packliste im Golf, und trotzdem lohnen sich zwei Fragen am Telefon. Was nötig ist, was die Anlage stellt und wie viele Bälle pro Person in eine Stunde passen.

Die Liste für die erste Stunde im Golfsimulator ist die kürzeste im ganzen Sport: Turnschuhe mit sauberer Sohle und bequeme Kleidung. Alles andere stellt die Anlage oder braucht es nicht. Trotzdem lohnen sich fünf Minuten Vorbereitung, weil zwei, drei Fragen am Telefon den Abend besser machen.
Was du brauchst und was nicht
| Sache | Nötig | Anmerkung |
|---|---|---|
| Turnschuhe mit sauberer Sohle | ja | Golfschuhe sind auf vielen Matten nicht erlaubt |
| Bequeme Kleidung | ja | keine Kleiderordnung wie auf dem Platz |
| Etwas zu trinken | ja | eine Stunde Schlagen ist mehr Arbeit als gedacht |
| Eigene Schläger | nein | aber nötig, sobald du Distanzen messen willst |
| Eigene Bälle | nein | manche Anlagen verlangen ihre eigenen |
| Handschuh | nein | ab der dritten Stunde angenehm |
| Platzreife oder Lizenz | nein | keine Anlage im Verzeichnis verlangt eine |
Die Schuhe
Der einzige Punkt, an dem Anlagen streng sind. Auf einer Abschlagmatte haben Spikes nichts verloren, und Schuhe mit Strassenschmutz auch nicht. Turnschuhe mit sauberer, flacher Sohle sind überall richtig, und wer Golfschuhe mitbringt, nimmt Modelle ohne Metallspikes und zieht sie vor Ort an.
Einzelne Anlagen stellen dafür eine Kiste in den Eingang und bitten darum, die Strassenschuhe dort zu lassen. Das ist kein Zeremoniell, sondern Materialschutz: Eine Matte kostet einige hundert Franken, und Sand aus dem Profil schleift sie ab.
Eigene Schläger oder Leihset
Für die erste Stunde reicht das Leihset, und fast jede Anlage hat eines. Für die zweite ist die Frage schon anders: Ein Leihsatz hat andere Schäfte, andere Lofts und eine andere Länge, und jede Zahl, die du damit misst, gehört ihm und nicht dir.
Wer also nach ein paar Wochen anfängt, eine Distanztabelle zu schreiben, bringt die eigenen Schläger mit. Wie diese Tabelle entsteht, steht in Schlägerdistanzen. Und wer noch keine hat: Sechs Schläger genügen, die Liste steht in Golf-Anfänger-Set.
Die Bälle
Hier unterscheiden sich die Anlagen, und es lohnt sich, vorher zu fragen. Manche verlangen ihre eigenen Bälle, weil das Messsystem darauf eingestellt ist oder weil die Leinwand nur so lange hält. Andere stellen frei, und dann ist der eigene Spielball die bessere Wahl.
Der Unterschied ist keine Kleinigkeit: Ein harter Übungsball dreht weniger und fliegt kürzer als ein Premium-Ball. Für einen Abend zu viert spielt das keine Rolle, für eine Distanztabelle schon.
Handschuh, Tee und die Kleinigkeiten
Ein Handschuh gehört an die führende Hand, also bei Rechtshändern links, und er ist beim ersten Mal keine Pflicht. Nützlich wird er ab der dritten Stunde, wenn die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger zu spannen beginnt.
Tees stellt die Anlage, meist Gummitees, die in der Matte stecken. Eigene Holztees brauchst du nicht und auf vielen Matten kannst du sie gar nicht verwenden. Was sich lohnt: ein kleines Handtuch für den Griff, weil Schweiss der häufigste Grund für einen verrutschten Schlag ist, und ein Telefon für Notizen, falls die Anlage keine Auswertung zum Mitnehmen bietet.
Was in Packlisten steht und nicht nötig ist
Entfernungsmesser, Regenzeug, Schuhe zum Wechseln für den Platz, Scorekarte, Bleistift, Pitchgabel und Ballmarker. All das gehört auf einen Golfplatz und in keine Bay. Dasselbe gilt für den vollen Vierzehnersatz: Zwei Schläger reichen für die erste Stunde, und mehr schleppst du nur durch den Raum.
Nicht nötig sind auch Vorkenntnisse. Niemand prüft etwas, niemand schaut zu ausser den Leuten, die du selbst mitbringst, und die Software erwartet keine Eingabe ausser deinem Namen.
Mit Kindern in die Bay
Die Bay ist für Kinder der einfachste Einstieg, den es gibt: kein weiter Weg, kein Wetter, kein Warten auf einem Abschlag. Mitbringen musst du nichts ausser Turnschuhen; die Schläger stellt die Anlage, und viele haben verkürzte Juniorenschläger.
Zwei Dinge sind anders als bei Erwachsenen. Erstens die Aufmerksamkeit: Vierzig Minuten sind für ein Kind eine volle Stunde, also plant man kurze Blöcke mit Spielen statt einer Stunde Schlagen. Zweitens das Gewicht des Schlägers, das über die Technik entscheidet; mehr dazu in Golf für Kinder in der Schweiz.
Wenn du Linkshänder bist
Frag beim Buchen ausdrücklich nach einem Linkshänderset, denn nicht jede Anlage hat eines im Leihbestand. Bei der Technik kommt es auf die Bauart an: Ein Radar hinter dem Ball ist die Seite egal, ein Kamerasystem neben dem Ball muss umgestellt werden, und Deckengeräte sehen beide Seiten ohne Umbau.
Die meisten Anlagen können das in zwei Minuten, aber sie müssen es wissen. Ein Anruf vorher erspart dir eine Stunde mit dem falschen Set.
Die vier Fragen vor dem ersten Besuch
- Welche Schuhe sind erlaubt?
- Spiele ich eigene Bälle oder eure?
- Gibt es Leihschläger, auch für Linkshänder, und was kosten sie?
- Wie viele Personen dürfen in eine Bay, und gilt der Preis pro Bay?
Vier Fragen, ein Telefonat, und du stehst nicht mit dem falschen Schuhwerk vor einer Matte. Die Nummern stehen auf jeder Standortseite; welche Anlagen in deiner Nähe liegen, zeigt die Karte.
Allein, zu zweit oder zu viert
Der Preis gilt der Bay, nicht der Person: im Median CHF 50 für die Stunde. Was sich ändert, ist die Zahl der Schläge pro Kopf. Allein schlägst du in einer Stunde sechzig bis achtzig Bälle, zu viert etwa zwanzig.
| Wie viele | Pro Person | Bälle pro Person | Passt für |
|---|---|---|---|
| allein | CHF 50 | 60 bis 80 | Üben mit einem Thema |
| zu zweit | CHF 25 | 30 bis 40 | lernen und zuschauen |
| zu viert | CHF 12.50 | rund 20 | einen Abend, eine Runde |
Daraus folgt eine einfache Regel: Wer üben will, geht allein oder zu zweit. Wer einen Abend will, geht zu viert und spielt eine Runde auf der Leinwand statt Serien auf die Range.
Wie du die Stunde buchst
Die meisten Anlagen nehmen Buchungen online entgegen, einige nur telefonisch, und ein Teil arbeitet mit einem Zugangscode rund um die Uhr. Gebucht wird die Bay für eine Stunde, seltener für neunzig Minuten; die Stunde beginnt und endet pünktlich, weil danach die nächsten kommen.
Zwei Dinge lohnen sich beim Buchen: nach der Stornofrist fragen, und sagen, dass es das erste Mal ist. Viele Anlagen legen dann eine Einführung dazu oder zeigen wenigstens, wie die Software startet. Welche Anlage wann offen hat, steht auf ihrer Standortseite und unter Jetzt offen.
Was in der ersten Stunde passiert
Zehn Minuten locker schlagen mit einem kurzen Eisen, ohne auf Zahlen zu schauen. Danach zeigt dir jemand Griff und Stand, oder du schaust es dir auf dem Bildschirm ab. Dann schlägst du, und nach jedem Ball stehen Carry, Richtung und Ballgeschwindigkeit da.
Für den ersten Abend reichen zwei Schläger: ein Eisen 7 und, wenn es Spass macht, der Driver für die letzten zehn Bälle. Wer mit allen vierzehn Schlägern anfängt, lernt nichts über keinen davon.
Mehr dazu: Golfhandschuh: welche Hand, welche Grösse und Golf-Tipps für Anfänger, Was braucht man alles zum Golfspielen?, Indoor Golf, Indoor Golf Probestunde und Schnupperstunde.
Nach der Stunde
Drei Zahlen aufschreiben, bevor du das Haus verlässt: der mittlere Carry mit dem Eisen 7, die Streuung nach links und rechts, und wie oft du sauber getroffen hast. Das ist deine Ausgangslage, und beim nächsten Mal siehst du, ob sich etwas bewegt hat.
Wenn es gefallen hat, ist der nächste Schritt eine Lektion statt zweier Stunden allein. 95 der 126 Anlagen im Verzeichnis bieten Coaching an; welche in deiner Nähe, steht auf der Trainingsseite. Und was eine Stunde wo kostet, auf der Preisübersicht.
Häufige Fragen
Was muss ich zur ersten Simulator-Stunde mitbringen?
Turnschuhe mit sauberer Sohle, bequeme Kleidung und etwas zu trinken. Schläger und Bälle stellt fast jede Anlage, Platzreife und Lizenz braucht keine. Eigene Schläger lohnen sich erst, wenn du Distanzen messen willst.
Darf ich Golfschuhe im Simulator tragen?
Meistens nur ohne Metallspikes, und einige Anlagen verbieten Golfschuhe ganz. Turnschuhe mit sauberer, flacher Sohle sind überall richtig. Der Grund ist die Matte, die von Sand und Profil abgeschliffen wird.
Soll ich eigene Bälle mitnehmen?
Frag vorher. Manche Anlagen verlangen ihre eigenen Bälle, weil das Messsystem darauf eingestellt ist. Wo du wählen darfst, nimm deinen Spielball: Ein harter Übungsball dreht weniger und fliegt kürzer, und das verfälscht jede Distanztabelle.
Wie viele Bälle schlägt man in einer Stunde?
Allein sechzig bis achtzig, zu zweit dreissig bis vierzig pro Person, zu viert rund zwanzig. Der Preis ändert sich dabei nicht, weil er der Bay gilt: im Median CHF 50 für die Stunde.
Brauche ich für den Simulator eine Platzreife?
Nein. Keine der 110 Indoor-Anlagen im Verzeichnis verlangt Platzreife, Lizenz oder Mitgliedschaft. Du buchst eine Bay und spielst; das ist der Grund, warum die erste Golfstunde im Simulator einfacher zu organisieren ist als auf einem Platz.
Quellen
- golfsimulators.ch: alle Standorte (Leihschläger, Coaching und Abschlagplätze pro Anlage)
- golfsimulators.ch: Preise der Indoor-Anlagen