26. September 2026 · 6 Min. Lesezeit
Driving Ranges in der Schweiz: wie sie funktionieren und was ein Korb kostet
Ein Korb Bälle kostet zwischen CHF 3 und 7. Sechzehn Schweizer Ranges messen dazu den Ballflug. Was das ändert und wann die Bay besser ist.

Die Driving Range ist der billigste Ort im Golf und der am meisten unterschätzte. Ein Korb Bälle kostet in der Schweiz zwischen CHF 3 und CHF 7, eine Anmeldung braucht es nicht, und an den meisten Anlagen kannst du ohne Platzreife und ohne Mitgliedschaft hin. Seit einigen Jahren misst ein Teil davon den Ballflug wie ein Simulator.
Wie eine Range funktioniert
Du kaufst Bälle am Automaten, entweder mit Münzen, mit einer wiederaufladbaren Ballkarte oder mit Twint. Der Automat gibt einen Korb oder einen Eimer aus, meist 20 bis 30 Bälle. Damit gehst du in eine freie Bay, schlägst, und lässt die Bälle liegen; eingesammelt werden sie maschinell.
Manche Clubs verlangen zusätzlich eine Range-Gebühr für Gäste, andere geben den Zugang gratis und verdienen an den Bällen. Beides findest du in der Tabelle weiter unten. Eine Matte und meistens auch ein paar Rasenplätze stehen bereit; im Winter sind die Rasenplätze zu.
Was ein Korb kostet
Die Preise der sechzehn Ranges im Verzeichnis, die den Ballflug messen, Stand September 2026:
| Anlage | Ort | Tracking | Bälle |
|---|---|---|---|
| Golf Club de Sion | Sion VS | Toptracer Range | CHF 3 / 30 Bälle, Zugang gratis |
| Golfpark Holzhäusern | Holzhäusern ZG | TrackMan | CHF 3.50 / 20 Bälle, Zugang gratis |
| Golfpark Oberkirch | Oberkirch LU | Toptracer | CHF 3.50 / 20 Bälle, Ballkarte CHF 10 |
| Golf Range Uster | Uster ZH | Toptracer | CHF 5 / 24 Bälle |
| Swiss Golf Bubikon | Bubikon ZH | Toptracer Range | CHF 5 / Korb |
| Golf Club Davos | Davos Dorf GR | Toptracer | CHF 5 / Jeton (30 Bälle) |
| Swiss Golf Park Wädenswil | Wädenswil ZH | TrackMan | CHF 5.50 / 25 Bälle |
| Golf Limpachtal | Aetingen SO | Toptracer | CHF 6 / Korb, Tracking inklusive |
| Albis-Golf | Wettswil ZH | Toptracer | CHF 6.50 / 24 Bälle |
| Golfclub Entfelden | Oberentfelden AG | Toptracer | CHF 7 / 30 Bälle |
| Golfclub Wylihof | Luterbach SO | TrackMan | Range-Gebühr CHF 20 / Tag |
| Golf Gerre Losone | Losone TI | TrackMan | CHF 30 inkl. 2 × 24 Bälle |
Umgerechnet sind das 12 bis 25 Rappen pro Ball. Eine Übungsstunde mit hundert Bällen kostet also CHF 12 bis 25, gegenüber CHF 39 bis 79 für eine Stunde in einer Simulator-Bay. Die Range ist der günstigere Ort, die Bay der präzisere und der wärmere.
Ranges, die den Ballflug messen
Elf der sechzehn arbeiten mit Toptracer, fünf mit TrackMan. Der Unterschied liegt in der Technik: Toptracer verfolgt den Ball optisch mit Kameras über den Bays (Toptracer), TrackMan misst mit Radar (TrackMan). Beide zeigen dir Carry, Gesamtlänge und die Linie auf einem Bildschirm in der Bay.
Praktisch heisst das: Du siehst zum ersten Mal, wie weit dein Eisen 7 wirklich fliegt, statt zu schätzen, wo der Ball liegen geblieben ist. Wer seine Distanzen aufschreiben will, braucht dafür keine Bay mehr, sondern einen Korb Bälle an einer dieser Anlagen.
Was das Tracking nicht ersetzt
Die Bildschirme an der Range rechnen mit Range-Bällen. Die sind härter und fliegen kürzer als ein Spielball, je nach Zustand fehlen fünf bis zehn Prozent Distanz. Die Zahlen sind deshalb untereinander vergleichbar, aber nicht mit dem, was dein Ball auf dem Platz macht.
Ausserdem misst eine Kamera über der Bay den Schläger nicht. Wer Schlagflächenwinkel, Angriffswinkel und Spin sehen will, braucht ein Gerät neben oder hinter dem Ball, also eine Simulator-Bay oder ein Fitting. Der Unterschied ist in Simulator oder Driving Range ausführlich beschrieben.
Die grössten Anlagen
Der Golfpark Holzhäusern führt mit 80 Abschlagplätzen, gefolgt von Golf Emmental und Golf Club de Sion mit je 40. In der Region Zürich sind Uster mit 22 und Wädenswil mit 18 die grössten. Grösse ist an einem Samstagnachmittag der Unterschied zwischen Üben und Warten.
Zehn Kantone haben mindestens eine Range mit Tracking: AG, BE, GR, LU, SO, TI, VD, VS, ZG und ZH. Wo deine nächste steht, siehst du auf der Karte; die Range-Einträge sind dort als Driving Range gekennzeichnet.
Was du mitbringst
Eigene Schläger, wenn du welche hast; sonst leihst du am Sekretariat oder im Shop. Ein Handschuh, Turnschuhe genügen. Auf der Range gibt es keine Kleiderordnung, die diesen Namen verdient, und niemand schaut zu.
Nimm sieben Schläger statt vierzehn: Pitching Wedge, Eisen 9, 7, 5, ein Hybrid, ein Holz und den Driver. Mehr brauchst du für eine Stunde nicht, und weniger Auswahl heisst mehr Wiederholung.
Die Range im Winter
Anders als ein Golfplatz bleibt eine Range oft offen, weil auf Matten gespielt wird und der Boden keine Rolle spielt. Die Rasenplätze sind zu, die Matten sind hart, und der Ball fliegt bei Kälte kürzer, weil er sich weniger zusammendrücken lässt.
Wer im Winter draussen übt, rechnet also mit weniger Distanz, ohne dass der Schwung schlechter wäre. Das ist einer der Gründe, warum Distanzen besser in einer geheizten Bay gemessen werden; die Tabelle dafür steht in Schlägerdistanzen.
Was eine Ballkarte spart
Mehrere Anlagen verlangen eine einmalige Karte und geben die Bälle danach günstiger ab, etwa eine Ballkarte für CHF 10 und dann 20 Bälle für CHF 3.50. Bei einer Anlage mit Badge sinkt der Korb von CHF 6.50 auf CHF 5.10.
Bei zehn Besuchen pro Saison holt die Karte ihren Preis mehrfach heraus. Frag deshalb beim ersten Besuch nach der Karte, bevor du am Automaten einzeln zahlst, denn das ist der teuerste Weg zu denselben Bällen.
Range-Etikette in vier Sätzen
Bleib in deiner Bay und schlag nur nach vorn. Lass genug Abstand zu den Nachbarn, besonders beim Probeschwung. Räum die Bälle nicht ein, aber nimm den Korb mit, wenn du gehst. Und wenn eine Anlage Tracking hat, lösch deine Sitzung am Bildschirm ab, damit der nächste nicht deine Zahlen sieht (Toptracer).
Dazu die eine Regel, die auf jeder Anlage gilt: Sammle nie selbst Bälle ein, auch nicht die, die zwei Meter vor dir liegen. Die Maschine fährt, und niemand rechnet damit, dass jemand vor den Bays steht.
Mehr dazu: Topgolf in der Schweiz, Swin Golf in der Schweiz, Pitch and Putt und Par-3-Plätze in der Schweiz, Toptracer und TrackMan Range.
Wie du eine Stunde einteilst
Ein guter Aufbau für hundert Bälle: zwanzig zum Einschlagen mit dem Pitching Wedge, dreissig mit dem Eisen 7 auf ein festes Ziel, zwanzig mit dem Hybrid, zwanzig mit dem Driver und zehn zum Schluss wieder mit dem Wedge. Nie den ganzen Korb mit dem Driver.
Und ein Ziel pro Korb: eine Zahl, die du dir notierst. An einer Range mit Tracking ist das die durchschnittliche Carry-Länge deines Eisen 7 oder der Anteil der Bälle in einem Zielkorridor. Ohne Ziel wird aus einer Übungsstunde eine Stunde Ballschlagen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Driving Range in der Schweiz?
Ein Korb mit 20 bis 30 Bällen kostet zwischen CHF 3 und CHF 7, also 12 bis 25 Rappen pro Ball. Manche Clubs verlangen von Gästen zusätzlich eine Range-Gebühr, andere geben den Zugang gratis und verdienen an den Bällen.
Brauche ich für die Driving Range eine Platzreife?
Nein. Die Range ist an fast allen Anlagen ohne Platzreife und ohne Mitgliedschaft zugänglich. Die Platzreife brauchst du erst für den Platz selbst. Schläger kannst du meist am Sekretariat oder im Shop leihen.
Was ist eine Toptracer Range?
Eine Driving Range, an der Kameras über den Abschlagplätzen den Ballflug verfolgen und Carry, Gesamtlänge und Linie auf einem Bildschirm in der Bay zeigen. Elf der sechzehn Schweizer Ranges im Verzeichnis arbeiten damit, fünf mit TrackMan-Radar.
Stimmen die Distanzen auf der Range?
Untereinander ja, absolut nicht ganz. Range-Bälle sind härter und fliegen je nach Zustand fünf bis zehn Prozent kürzer als ein Spielball. Vergleiche die Zahlen deshalb mit deinen eigenen früheren, nicht mit denen vom Platz.
Range oder Simulator im Winter?
Beides geht, aber die Range ist kalt und die Rasenplätze sind zu. Eine Stunde an der Range kostet CHF 12 bis 25 an Bällen, eine Stunde in einer Bay CHF 39 bis 79 und liefert dafür Schlägerdaten, Videos und eine Heizung.
Quellen
- Toptracer Range (optisches Tracking über den Bays)
- TrackMan Range (Radar-Tracking)
- Swiss Golf Simulators: eigene Einträge (Preise und Abschlagplätze, Stand September 2026)